
Schiedsrichterin Erika Moncher mit den Finalistinnen Anastasia Dmitriev (l.) und Sophy Stefan (r.)
Italienisches Tennis-Talent Dmitriev strahlt in Riva
Die Favoriten haben sich durchgesetzt. Die 55. Auflage des Torneo Open Città di Riva, fünfte Etappe der regionalen Turnierserie Mountain Tennis Trophy by Banca Generali, endete mit den Siegen der beiden topgesetzten Spieler.
19. Juli 2026
Von: pm
Vor den Augen zahlreicher Zuschauer holten sich der 18-jährige Matteo Negrini (AT Verona) und die erst 15-jährige Anastasia Dmitriev (CT Bardolino) die Titel eines Turniers, das an zwölf Tagen hochklassigen Tennissport mit 80 Herren und 12 Damen bot.
Es war eine Ausgabe auf höchstem Niveau – mit packenden Spielen, aufstrebenden Talenten, einer perfekten Organisation trotz mehrerer Gewitter und einem Verein, der im Jahr seines 100-jährigen Bestehens bereits die nächsten großen Pläne schmiedet.
Negrini denkt bereits international
Bei den Herren führte kein Weg an Matteo Negrini vorbei. Der 18-Jährige aus Verona bestätigte seine Favoritenrolle eindrucksvoll und ließ Mattia Lotti (CT Pergine) im Finale beim 6:2, 6:2 kaum eine Chance. Deutlich mehr kämpfen musste Negrini allerdings im Halbfinale, als er sich gegen Alvise Zarantonello erst im Match-Tiebreak durchsetzte.Der Sieger setzte im Endspiel auf Geduld und Taktik. „Ich war taktisch clever und habe versucht, auf seine Schwäche zu spielen. Das Finale war ganz anders als das Halbfinale, das deutlich schwieriger war. Ich spiele seit 13 Jahren Tennis und habe eine riesige Leidenschaft für diesen Sport. Jetzt möchte ich vermehrt internationale Turniere spielen. Ich gebe mir aber Zeit, denn ich weiß, dass ich mich noch in vielen Bereichen verbessern kann.“
Für Finalist Mattia Lotti bleibt dennoch eine starke Turnierwoche. Der 30-Jährige ist weit mehr als nur Tennisspieler. Seine Leidenschaft gehört auch dem Fußball und Landesligist Arco. Er arbeitet zudem als Tennistrainer beim CT Pergine und gilt als enger Vertrauter von Cheftrainer Lorenzo Schmid. Auch zum CT Riva verbindet ihn eine besondere Geschichte: Hier arbeitete Lotti selbst als Tennistrainer und genießt bis heute große Wertschätzung im Verein.
Mit 15 Jahren zum ersten Open-Titel
Bei den Damen sorgte Anastasia Dmitriev für das nächste Ausrufezeichen ihrer noch jungen Karriere. Die erst 15-jährige Spielerin des CT Bardolino gewann gegen ihre Vereinskollegin Giulia Sophy Stefan mit 7:5, 6:4 und feierte damit ihren ersten Open-Turniersieg.Dmitriev, deren Vater ein ehemaliger russischer Radprofi ist, zählt zu den größten Nachwuchshoffnungen Italiens und überzeugte in Riva nicht nur spielerisch, sondern auch mit bemerkenswerter Reife.
„Ich glaube, wir haben ein wirklich hohes Niveau gespielt. Im zweiten Satz habe ich nach der Pause kurz den Fokus verloren. Der erste Open-Titel bedeutet mir unglaublich viel. Es war eine Erleichterung. Gegen eine gute Freundin zu spielen, war etwas Besonderes, weil wir uns so gut kennen. Ich habe die Woche hier sehr genossen – die Anlage ist wunderschön.“
Versini gewinnt – der Beruf ruft
In der Conclusione der 3. Kategorie setzte sich Simone Versini (CT Arco) mit 6:1, 6:1 gegen den talentierten Linkshänder Filippo Sartori (CT Rovereto) durch.Der 24-Jährige war einst bis zur italienischen Leistungsklasse 2.6 vorgestoßen, steht nun aber kurz vor dem Abschluss seines Studiums in Trient. Künftig möchte er im Versicherungs- oder Bankwesen arbeiten. Tennis bleibt seine große Leidenschaft – allerdings nur noch in der Freizeit.
Präsident Simonini plant die Zukunft
Während auf den Plätzen die Sieger gefeiert wurden, richtet Präsident Roberto Simonini den Blick bereits nach vorne. Der traditionsreiche Verein möchte wachsen und vor allem dem Nachwuchs bessere Trainingsmöglichkeiten bieten.Geplant sind zusätzliche Tennisplätze sowie zwei Padelplätze. Nun liegt der Ball bei der Gemeinde, die dem Projekt grünes Licht geben muss.
„Nur wenn wir unsere Infrastruktur erweitern, können wir als Verein langfristig weiter wachsen und noch mehr Kindern die Möglichkeit geben, Tennis zu spielen“, lautet die klare Vision.
Passend dazu feiert der CT Riva in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Die Jubiläumsfeierlichkeiten laufen bereits, ehe am 31. Juli mit dem traditionellen Torneo dell'Ospite für die vierte Kategorie und die Over-50-Spieler bereits das nächste Großereignis auf der Anlage beginnt.
Großen Anteil am reibungslosen Ablauf hatte auch Oberschiedsrichterin Erika Moncher, die das Turnier trotz wetterbedingter Unterbrechungen souverän leitete.
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