T Tennis

Jannik Sinner haderte immer wieder mit sich selbst, ehe im die Kehrtwende gelang. © ANSA / DEAN LEWINS

Jannik Sinners mühevoller Start in eine neue Ära

Für Jannik Sinner hat an diesem Dienstag ein neuer Karriereabschnitt begonnen. Beim ATP-500-Turnier in Dubai absolvierte er das erste Match ohne seinen langjährigen Wegbegleiter und Förderer, Trainer-Guru Riccardo Piatti. Der Auftakt verlief anders als geplant, so viel sei vorweggenommen.

Sinner musste in seinem Erstrundenspiel bei den „Dubai Duty Free Championships“ zunächst drei Matchbälle abwehren und dann regelrecht über sich hinauswachsen, um Alejandro Davidovich Fokina (ATP 42) mit 4:6, 7:6, 6:3 zu biegen. Nach dem zweieinhalbstündigen Duell gab es für den Sextner aber Applaus von dessen neuem Trainer Simone Vagnozzi, der auf der Tribüne eifrig die Daumen drückte.


Ehe Sinner in der zweiten Hälfte des Spiels richtig starkes Tennis bot, hatte er mit dem bis dahin groß aufspielenden, aggressiven Spanier viel Mühe. Immer wieder hechelte er den druckvollen und präzise platzierten Bällen seines Gegenübers hinterher. Demnach war Davidovich Fokina für Sinner ein äußerst ungelegener Gegner, um nach seiner einmonatigen Turnierpause wieder in den Spielrhythmus zu finden. Die fehlende Matchpraxis spiegelte sich insbesondere in Sinners mangelnder Sicherheit am Ball wider, denn immer wieder setzte er vermeintlich einfache Schläge hinter bzw. neben die Linie.

Spät, aber dann doch: Sinner dreht auf
Auffallend in Sinners Spiel war: Deutlich häufiger als gewohnt suchte er den Weg ans Netz. Ob dies den Anweisungen seines neuen Trainers oder der Spielweise von Davidovich Fokina geschuldet war, bleibt offen. Fakt ist, dass diese Rechnung im ersten Satz überhaupt nicht aufging – im Gegenteil, denn sein Gegenüber wurde mit erfolgreichen Passierbällen noch zusätzlich gepusht. Sinner gab den ersten Durchgang mit 4:6 aus der Hand und lag auch im zweiten mit 2:4 zurück, ehe sich das Blatt wendete.

Plötzlich war der Pusterer richtig im Spiel und kaufte dem 22-jährigen Kraftpaket aus Spanien den Schneid ab. Zunächst glich er zum 4:4 aus, später machte er im Tiebreak einen 2:5-Rückstand wett, annullierte drei Matchbälle und entschied das Zusatzspiel schließlich mit 8:6 für sich. Die Folge? Zum ersten Mal in diesem Jahr ging es für Sinner in einen Entscheidungssatz. Dort spielte er dann sein ganzes Repertoire aus und landete beim Stand von 3:2 das entscheidende Break. Danach war ihm der Auftaktsieg nicht mehr zu nehmen.
Jetzt wartet die ehemalige Nummer 1
Im Achtelfinale bekommt es Sinner nun mit einem prominenten Gegner zu tun, nämlich der britischen Tennis-Ikone Andy Murray. Dieser stand vor fünfeinhalb Jahren noch an der Spitze der Weltrangliste, musste sich nach langwierigen Verletzungen und Krisen aber erst wieder an seine aktuelle Position 89 im ATP-Ranking vorkämpfen. Sinner und Murray standen sich bisher ein Mal gegenüber: Im vergangenen Jahr in Stockholm behielt der um 14 Jahre ältere Brite in zwei Sätzen die Oberhand.

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2022 First Avenue GmbH