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Jannik Sinner ist in Stockholm ausgeschieden. © GETTY IMAGES NORTH AMERICA / MATTHEW STOCKMAN

Jannik Sinners Tank ist langsam leer

Es war das letzte ATP-Turnier in diesem Jahr, das Jannik Sinner in Angriff genommen hat. Doch das Abenteuer in Stockholm ist bereits nach dem ersten Auftritt zu Ende: Gegen Altstar Andy Murray setzte es für den Pusterer eine Niederlage, die in doppelter Hinsicht bitter ist.

Die Zahlen sind schon beeindruckend: Am Mittwoch hat Jannik Sinner – Einzel und Doppel summiert – sein 84. Match in diesem Jahr bestritten. Dass die Tanknadel da auch mal nahe am roten Bereich sein kann, ist verständlich und zeigte sich beim ATP-250-Turnier in Stockholm. Weil sein prominenter Gegner Andy Murray auch noch einen bärenstarken Tag erwischte, setzte es für den 20-jährigen Pusterer in der zweiten Runde (zuvor hatte er ein Freilos genossen) eine 6:7(4), 3:6-Niederlage.


Eine Niederlage, die auch im Hinblick auf die Weltrangliste bitter ist. Weil Sinner wegen der komplizierten Punkteregelung insgesamt 330 Zähler verliert, wird er im ATP-Ranking auf Platz 11 zurückrutschen und somit nicht in den Top 10 überwintern. Der junge Sextner wird es verschmerzen können: 2021 war ein geniales Jahr, in dem er vier Turniere gewinnen konnte und für zahlreiche Sternstunden sorgte. Zur Erinnerung: Das Jahr hatte der Shootingstar an Position 36 begonnen, nun konnte er bereits Top-10-Luft schnuppern.

Starker Murray, müder Sinner
Murray – der in seiner Karriere insgesamt drei Grand-Slam-Titel gewinnen konnte – lieferte sich mit Sinner einen packenden Kampf. Dabei zeigte der Brite (ATP 143), dass er auch nach seiner Verletzungspause und mit 34 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Die ehemalige Nummer 1 der Welt spielte in den entscheidenden Momenten ihre ganze Erfahrung aus und nahm Sinner so immer wieder den Wind aus den Segeln. Beim Südtiroler machte sich dagegen in vielen Phasen die körperliche und mentale Müdigkeit bemerkbar. Zum Beispiel im Tie-Break des ersten Satzes, in dem ein Doppelfehler des Sextners zum 4:6 und Satzball Murray führte, den der Brite dann auch verwandelte.

Andy Murray spielt auch mit 34 Jahren noch groß auf. © AFP / CHRISTOPHE ARCHAMBAULT


War Sinner im ersten Satz noch weitestgehend auf Augenhöhe mit seinem 34-jährigen Gegenüber, änderte sich das im zweiten Abschnitt. Der Pusterer tat sich schwer, den richtigen Rhythmus zu finden, wirkte auch nicht so powervoll und streute immer wieder leichte Fehler ein. Murray zog sein Spiel dagegen souverän durch und ließ seine Klasse immer wieder aufblitzen. Beispielsweise im dritten Game, in dem er Sinner den Aufschlag abnahm, und auch im neunten Spiel, in dem er – ebenfalls bei Service des Südtirolers – den Matchball verwandelte.

Für Jannik Sinner ist die Saison noch nicht zu Ende. Bei den ATP-Finals in Turin in der nächsten Woche ist er der Ersatzmann, anschließend wird er mit Italien den Davis Cup bestreiten. Danach darf er eine mehr als verdiente Pause genießen.

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