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Lilli Tagger  sorgte für ihren nächsten Meilenstein. © APA / BARBARA GINDL

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Lilli Tagger sorgte für ihren nächsten Meilenstein. © APA / BARBARA GINDL

Lilli Tagger lässt ganz Österreich träumen

Lilli Tagger hat mit dem Auftaktsieg beim WTA-500-Turnier in Linz wieder einen Meilenstein in ihrer noch jungen Karriere gesetzt.

Die 18-jährige Osttirolerin behielt vor ausverkaufter Halle gegen die ehemalige Weltranglisten-Zweite Paula Badosa im engen zweiten Satz die Nerven. Sie brach den ÖTV-Bann in Linz nach 13 Jahren und verschaffte sich die Chance, am Donnerstag beim Heimturnier erstmals die Top 100 zu knacken. Nächste Hürde ist die Russin Ljudmila Samsonowa (WTA-21.).


Die Selbstverständlichkeit, mit der Tagger nun schon beim dritten Großturnier in Folge ihre Wildcards zum Erstrundensieg nutzt, ist verblüffend. Nach Indian Wells und Miami, wo sie für die 1000er-Events beim berühmten „Sunshine Double“ nicht zuletzt dank ihres gewieften Managers Alex Vittur Hauptfeld-Starts erhalten hatte, steht sie nun beim Upper Austria Ladies in Runde zwei.

Tagger gewann in Linz gegen die ehemalige Nummer 2 Paula Badosa. © APA / BARBARA GINDL

Tagger gewann in Linz gegen die ehemalige Nummer 2 Paula Badosa. © APA / BARBARA GINDL


Tagger ist freilich auch gegen Samsonowa Außenseiterin. Die Nummer 21 der Welt hat im Vorjahr das Wimbledon-Viertelfinale erreicht, dieses Jahr allerdings noch keine Bäume ausgerissen. Zuletzt vier Erstrunden-Niederlagen, darunter auch in Indian Wells und Miami, zeugen davon.

Tagger und ihr von der erfahrenen Francesca Schiavone angeführtes Trainerteam werden die Russin noch eingehend analysieren und einen Matchplan aufstellen. „Ich habe mit ihr schon mal trainiert, aber auf Hartplatz. Ihr Spiel ist aggressiv, eine sehr gute Spielerin. Ihr Aufschlag ist sehr gut, auf Sandplatz kenne ich sie noch nicht so genau“, weiß Tagger über ihre nächste Kontrahentin.

Tagger kann bald Österreichs Nummer 1 sein

Die Vorschusslorbeeren für Tagger, die eine erfrischende Fröhlichkeit an den Tag legt, hat sie sich aber u.a. mit ihrem Juniorinnentitel bei den French Open im Vorjahr sowie ihrem ersten WTA-Tour-Finale in Jiangxi (China) redlich erarbeitet. Barbara Schett-Eagle hatte Tagger schon im vergangenen Oktober im APA-Gespräch zugetraut, dass sie eines Tages besser platziert sein wird, als sie selbst. Schett-Eagle ist nach wie vor als Weltranglisten-Siebente ÖTV-Rekordhalterin.

Zumindest im Kampf um die aktuelle rot-weiß-rote Nummer 1 hat Tagger ausgezeichnete Karten. Gewinnt sie gegen Samsonowa, würde sie beispielsweise Julia Grabher schon überholen. Mit dem Einzug in die Top 100 und dem damit verbundenen fixen Platz bei den French Open wäre es die perfekte Rückkehr Taggers nach Paris. „Natürlich haben wir uns dieses Ziel schon seit Längerem gesetzt, dass ich im Hauptfeld in Paris stehe“, liebäugelt Tagger damit.

„Man muss sich selbst kennenlernen“

In ihrem ersten vollen Jahr auf der Erwachsenen-Tour gibt es viele neue Eindrücke und viel zu lernen. Nicht nur von den Gegnerinnen, wie Tagger versichert. „Man muss sich selbst kennenlernen, wie man in gewissen Situationen ist, wie man mit sich selbst umgehen muss. In manchen Situationen weiß ich selber noch nicht, wie ich bin. Es ist das Ziel, jeden Tag ein bisschen mehr über sich selbst rauszufinden.“

Lilli Tagger ist der Schützling von Alex Vittur und Francesca Schiavone. © APA / BARBARA GINDL

Lilli Tagger ist der Schützling von Alex Vittur und Francesca Schiavone. © APA / BARBARA GINDL


Bei der Setzung der Zwischenziele („Viele sagen, the sky is the limit“) hat die von Schiavone und Co. sehr beschützt geführte Tagger schon auch Mitspracherecht, versichert sie. „Ziele kann man sich nur setzen, wenn ich sie wirklich spüre.“ Und sie lernt auch sehr viel von der Konkurrenz. „Bei der Einen ist es der Spielwitz, bei ein paar anderen das Mentale, bei ein paar wie sie sich bewegen.“

Mit dem größer werdenden Medienrummel geht die mittlerweile 1,87 m große Tagger ebenfalls immer besser um. „Anstrengend ist es auf keinen Fall, aber es ist schon noch ein bisserl eigenartig“, sagt sie auf APA-Nachfrage dazu. „Ich hätte es mir nicht erwartet, dass es so schnell auf einen zukommt.“ Doch es sei ein Zeichen für den richtigen Weg, wenn einen die Leute schätzen würden. „Es gehört zu unserem Leben dazu.“

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