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Linda Mair hört auf

Linda Mair beendet ihre Karriere: „Muss an meine Zukunft denken”

Die 28-jährige Tennisspielerin aus dem Passeiertal hat den Tennisschläger an den Nagel gehängt und einen neuen Weg eingeschlagen. Seit heute arbeitet Linda Mair in einer Bar in St. Martin. „Es ist eine gutüberlegte Entscheidung. Sie tut mir zwar leid, aber ich muss an meine Zukunft denken“, so die Passeirerin.

Das Leben einer Tennisspielerin ist kein Ponyhof. Obwohl in der ATP- bzw. WTA-Serie hohe Geldsummen zirkulieren, müssen die Profis weite Reisen in Kauf nehmen und hart um jeden noch so kleinen Punkt kämpfen, um sich in der Weltrangliste weiter nach oben zu arbeiten und am Traum von der großen Tennisbühne festzuhalten. Nach jahrelangem Umherreisen, um bei ITF-Turnieren aufzuschlagen, hat Linda Mair nun einen Schlussstrich unter ihre Tennis-Karriere gesetzt. „Nach der Niederlage beim ITF-Turnier in Bangkok am 12. Dezember (in zwei Sätzen von der 18-jährigen Katharina Lehnert aus Deutschland besiegt), habe ich über meine Zukunft nachgedacht und entschlossen mit dem Tennis aufzuhören“, erklärt die Passeirerin.

Die Gründe für ihren Rücktritt waren überwiegend finanzieller Natur. „Mit der Zeit sind auch einige Sponsoren abgesprungen. Die Kosten für Reisen, Hotels und Physiotherapien wurden einfach zu hoch und am Ende blieb mir von den Einnahmen nicht viel übrig. Man schwimmt nicht im Gold und muss auch viele Opfer bringen. Ich musste eine Entscheidung treffen, ob ich weiter mache oder ein neues Leben - abseits des Sports - beginnen will und habe die zweite Option gewählt“, begründet Linda Mair ihre Entscheidung.


Ein Leben für den Tennissport

Linda Mair ist die aktuelle Nummer 718 des WTA-Rankings und im letzten Jahr, nämlich am 15. Oktober schien sie als Nummer 650 noch auf einem guten Weg zu sein, den Sprung unter die besten 600 zu schaffen. Der Traum währte jedoch nicht lang. Mit sechs Jahren schwang die Passeirerin zum ersten Mal den Tennisschläger. In ihrer Karriere bestritt sie 76 ITF-Partien im Einzel (26 Siege und 50 Niederlagen), sowie 104 im Doppel (42 Siege, 62 Niederlagen). Nun beginnt für sie ein neues Abenteuer.

„Ich habe mit meiner Mutter geredet, habe es mir gut überlegt und nun schaue ich nach vorne. Ab morgen (am Mittwoch, a.d.R.) werde ich als Baristin in einem Lokal in St. Martin arbeiten. Das Tennis bleibt meine Leidenschaft, aber von nun an ist es nur mehr ein Hobby und nicht meine Arbeit. Ich muss keinen Verpflichtungen mehr nachkommen und kann spielen, wenn ich Lust dazu habe. Ob ich etwas in meiner Karriere bedauere? Nein, mit dem Erreichten bin ich glücklich“, so Mair.

In ihrer Karriere schaffte es Linda Mair einmal in ein ITF-Halbfinale im Einzel. Damals am 25. September 2010 musste sie sich in Algerien der Marokkanerin El Allami geschlagen geben. Im Doppel erreichte die Südtirolerin zweimal das Finale bei einem ITF-Turnier, nämlich in Tangeri (Marokko) und Annaba (Algerien), sowie zehn Mal das Halbfinale. Nun richtet Linda Mair, die am 26. Feburar ihren 28. Geburtstag feierte, ihren Blick in Richtung Zukunft, fern vom Tennissport, der ihr viele glückliche Momente beschert hat.

Autor: sportnews

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