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Schreit seinen Jubel heraus: Lorenzo Musetti. © AFP / CHRISTOPHE ARCHAMBAULT

Lorenzo Musettis Sternstunde: Finalsieg gegen Alcaraz

Lorenzo Musetti gilt neben Jannik Sinner als das größte Tennis-Talent Italiens. Nun hat der temperamentvolle 20-Jährige aus Carrara in Hamburg sein erstes großes Turnier gewonnen. Matteo Berrettini kassierte unterdessen eine bittere Finalniederlage in der Schweiz.

Als sein Premieren-Sieg auf der ATP-Tour nach spannenden knapp drei Stunden feststand, legte sich Lorenzo Musetti rücklings auf den Sand und fasste sich an den Kopf. Der 20 Jahre alte Außenseiter aus der Toskana schien es nicht fassen zu können, dass er sich in dem an Spannung kaum zu übertreffenden Finale der European Open (ATP 500) nach harten Kampf 6:4, 6:7 (6:8), 6:4 gegen den Top-Favoriten Carlos Alcaraz (Spanien) durchgesetzt hatte. Den Sieg bei seinem ersten Tennis-Auftritt am Hamburger Rothenbaum widmete Musetti seiner Großmutter.


Der Weltranglisten-Sechste Alcaraz, ebenfalls zum ersten Mal in der Hansestadt dabei, verpasste vor 7.500 Fans bei Temperaturen um die 30 Grad dagegen den von ihm angestrebten sechsten Coup auf der ATP-Tour. Der 19 Jahre alte Top-Favorit war zunächst auch weit entfernt von der Form der Vortage. Im ersten Satz gab er seinen Aufschlag zweimal an Musetti ab, der selbst weniger Fehler machte und nahezu jede Chance ausnutzte.

Musetti vergibt fünf Matchbälle – siegt aber doch
Alcaraz lag auch im zweiten Durchgang schnell 0:2 hinten, feuerte sich aber immer wieder an und war in größter Not plötzlich wieder ganz der Alte. Er wehrte zwei Matchbälle ab und rettete sich in den Tiebreak, in dem Musetti drei weitere Matchbälle nicht nutzen konnte. Im Entscheidungssatz reichte dem Italiener dann ein Break, weil er seinen sechsten Matchball nach 2:46 Stunden verwertete. „Das ist ein großer Moment für mich“, sagte der Weltranglisten-62. stolz.

Carlos Alcaraz kassierte eine Niederlage. © AFP / ADRIAN DENNIS


Während die Freude bei Musetti groß war, musste sich Alcaraz erneut einem Azzurro geschlagen geben. Bereits Anfang Juli hatte im Achtelfinale von Wimbledon im Duell der Supertalente gegen Jannik Sinner verloren.
Bittere Final-Niederlage für Berrettini
Am Sonntag stand ein weiterer Italiener im Finale eines ATP-Turniers: Matteo Berrettini traf in Gstaad (Schweiz) auf den topgesetzten Casper Ruud (ATP 5), musste sich nach 2.33 Stunden aber mit 6:4, 6:7 (4), 2:6 geschlagen geben. Dabei hatte der als Nummer zwei gesetzte Azzurro (ATP 15) lange geführt.

Enttäuschung bei Matteo Berrettini. © APA/afp / FABRICE COFFRINI


Ruud gelang die Wende erst im Tiebreak des zweiten Satzes, als er bereits mit einem Mini-Break zurücklag. Berrettinis Vorhand ließ plötzlich markant nach. Dem Italiener unterliefen plötzlich Fehler, und der diesjährige French-Open-Finalist nutzte das zum Gewinn des Tiebreaks und zum vorentscheidenden frühen Break im Entscheidungssatz (zum 2:1). Zuvor war Casper Ruud zwei Stunden lang erfolglos einem Break gegen den formstarken Italiener hinterher gelaufen.

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