
French-Open-Champion Alexander Zverev konnte sein Glück kaum fassen. © APA/afp / JULIEN DE ROSA
Nach legendärem Kampf mit Cobolli: Zverev hat’s geschafft
Alexander Zverev hat seinen ersten Grand-Slam-Titel! In einem wahren Krimi über fast viereinhalb Stunden besiegte der deutsche Tennis-Star den groß aufspielenden Flavio Cobolli im Finale der French Open. Der Italiener war nah dran am großen Coup.
07. Juni 2026
Von: dpa/fop
Am Ziel seiner Träume angekommen, ließ sich Zverev völlig erschöpft rücklings auf den Sand fallen und schluchzte. Durch den historischen Finalsieg in Roland Garros feierte er den sehnlichst erwarteten ersten Grand-Slam-Titel und legte seinen Makel als der „Unvollendete“ ab. Mit einem Kraftakt gewann der körperlich angeschlagene 29-Jährige im Fünfsatzkrimi gegen Cobolli mit 6:1, 4:6, 6:4, 6:7 (5:7), 6:1.
Vor ihm hatte hier seit Beginn der Profiära 1968 kein männlicher Tennisspieler aus Deutschland triumphiert. Zverev hielt auch im Final-Showdown dem großen Titeldruck stand und gewann als erster deutscher Mann seit Boris Becker vor 30 Jahren bei den Australian Open einen Grand-Slam-Titel. Für den Sieg bei einem der vier wichtigsten Turniere benötigte Zverev 41 Anläufe, dreimal war er auf teils dramatische Weise erst im Finale gescheitert – doch diesmal nicht.
Zverev nutzt die Gunst der Stunde
Der Hamburger legte sein Final-Trauma ab und zeigte angesichts körperlicher Probleme ab dem vierten Satz Kämpferqualitäten. Er hat im gesamten Turnierverlauf immer an seine Chance geglaubt. Die war diesmal nach dem frühen Ausscheiden der Topstars Jannik Sinner und Novak Djokovic und dem Fehlen des verletzten Titelverteidigers Carlos Alcaraz so groß wie nie – und Zverev nutzte die Gunst der Stunde.Der Deutsche war gegen Final-Debütant Cobolli zu Beginn der dominantere Spieler mit den präziseren Schlägen. Vor allem beim Aufschlag war ein Klassen-Unterschied deutlich, sodass Zverev dem 24-Jährigen aus Rom im gewonnenen ersten Satz gleich dreimal breaken konnte.
Cobolli dreht auf
Das Publikum versuchte, Cobolli mit Applaus und Rufen aufzubauen. Daraus zog der Außenseiter im zweiten Satz neue Energie – und plötzlich wackelte auch Zverev. Das verlorene Aufschlagspiel zum 3:4 machte seinen Gegner noch mutiger, er nutzte fast jede Chance für einen Gewinnerschlag und holte Satz Nummer zwei. „Nicht zu glauben, wie Cobolli jetzt aufdreht“, sagte der dreimalige Wimbledon-Gewinner Becker bei Eurosport.Flavio Cobolli machte ein Riesenspiel, war am Ende aber geschlagen. © APA/afp / JULIEN DE ROSA
Auf das riskante Spiel von Cobolli stellte sich Zverev dann etwas besser ein. Durch ein Break im letzten Spiel gewann er den dritten Satz, doch im vierten Durchgang schwächelte Zverev erneut. Er bewegte sich nicht mehr so gut und auch sein erster Aufschlag fand nicht mehr wie gewohnt sein Ziel. Als Cobolli zum Satzgewinn aufschlug, mobilisierte Zverev alle Kraftreserven – doch im Tiebreak musste er den Durchgang dann doch abgeben. Bei einer Pause war er zuvor auf der Bank an den Oberschenkeln massiert worden.
Auch im fünften Durchgang war Zverev angeschlagen – doch die größeren Fehler machte Cobolli. Zverev reagierte selbst bei den zwei Breakgewinnen kaum emotional – wohl auch, um Energie zu sparen. Das Konzept ging auf: Cobolli fand kein Mittel mehr. Die Niederlage in seiner Finalpremiere war besiegelt, Zverev dagegen vergoss Freudentränen.
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