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Jannik Sinner musste alles in die Waagschale werfen. © APA/afp / MARTIN KEEP

Nervenkrimi in Melbourne: Sinner ist weiter

Was für ein Kampf, was für ein Drama: Jannik Sinner musste am Samstag in der dritten Runde der Australian Open tief in die Trickkiste greifen, um einen entfesselten Qualifikanten zu besiegen.

Nach den ersten beiden Matches stand Sinner am Samstagabend in Melbourne (Ortszeit) der erste richtige Härtetest bevor. Zwar rangiert Taro Daniel nur an Nummer 120 der Weltrangliste, der Japaner befindet sich jedoch in einer bestechenden Form, wie fünf Siege am Stück ohne Satzverlust (er musste durch die Qualifikation) offenbaren. Auch gegen Sinner zeigte der 28-Jährige seine ganzen Qualitäten, dennoch gab es schlussendlich nichts zu holen. Zu überlegen ist der Sextner, der mit 6:4, 1:6, 6:3 und 6:1 das Achtelfinale klarmachte. In diesem trifft er auf den Australier Alex De Minaur (ATP 42), der Pablo Andujar (ATP 83) in drei Sätzen keine Chance ließ.


Eines vornweg: Die zahlreich im KIA-Stadium erschienenen Fans erlebten kein gewöhnliches Tennismatch. Die beiden Kontrahenten begegneten sich nämlich fast nie zeitgleich auf Augenhöhe. Das Pendel schlug entweder in Richtung eines Spielers oder des anderen Profis aus. Dadurch ergab sich ein ständiges Auf und Ab, ein Wechselbad der Gefühle.

Sinner legt stark los
Dabei schien es zu Beginn eine klare Sache zu werden: Daniel spielte passiv, Sinner aggressiv. Die Folge waren viele Gewinnschläge des Weltranglisten-10. und eine schnelle 3:0-Führung. Nach der anfänglichen Nervosität legte der Japaner jedoch einen Zahn zu, beide Sinner-Breaks waren im Nu wieder futsch. Sinner reagierte vehement und machte nach einem weiteren Aufschlagverlust Daniels den ersten Satz mit 6:4 zu, musste dafür aber hart kämpfen.

Taro Daniel bot eine starke Leistung. © APA/afp / MARTIN KEEP


Gleich zu Beginn des zweiten Satzes boten sich dem Youngster zahlreiche Chancen, die er aber nicht nutzte. Weder eine Breakchance beim Stande von 0:0, noch eine 40:0-Führung bei eigenem Aufschlag. Und so stand es, ehe man sich’s versah, plötzlich 3:0 für den Japaner. Mehr noch: Sinner begann zu verzweifeln, gestikulieren und beschwerte sich bei seiner Box. Dadurch verlor er vollkommen den Fokus – und schließlich auch den Satz mit einem deutlichen 1:6.
Sinner reagiert
Bedient verließ er den Platz, um sich neu zu sammeln. Und das gelang ihm perfekt. Sinner kam zurück, als hätte es den zweiten Satz nie gegeben. Der Sextner schlug unheimlich gut auf, ließ deshalb bei eigenem Aufschlag nichts anbrennen, machte von der Grundlinie so gut wie keine Fehler und schlug vor allem Winners en masse. Daniel spielte über seine Möglichkeiten, hielt bis zum 3:4 tapfer dagegen, doch dann zog Sinner entscheidend davon – 6:3. Um zu verdeutlichen, wie gut der 20-Jährige spielte, reicht ein Blick auf die Statistik: Er reihte 14 Gewinnschläge aneinander und produzierte nur sechs unerzwungene Fehler.

Jannik Sinner steht im Achtelfinale. © APA/afp / MARTIN KEEP


Bei Daniel schwanden nun nicht nur die Kräfte, sondern auch die Hoffnungen, das Spiel noch zu gewinnen. Sinner wirkte dagegen frisch, jagte Daniel über den Platz und verwöhnte die Zuschauer mit teils unglaublichen Zauberschlägen. Spätestens als er dem Japaner zum zweiten Mal den Aufschlag zum 4:1 abnahm, war die Entscheidung gefallen. Nach 2.43 Stunden verwandelte er seinen dritten Matchball.

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