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Novak Djokovic will seinen Olympia-Start überdenken. © APA/afp / AELTC/JOE TOTH

Nicht nur Sinner: Olympia bei Tennis-Stars unbeliebt wie nie

Der Olympia-Verzicht von Jannik Sinner hat vor kurzem für viel Diskussionsstoff gesorgt, doch die Liste der Tennis-Stars, die nicht nach Tokio reisen wollen, wird immer länger. Jetzt droht sogar die Absage des Besten überhaupt.

Novak Djokovic hatte seinen geschichtsträchtigen Matchball in Wimbledon gerade verwandelt, da wurde auf der Olympia-Homepage schon sein Weg zum bisher nur von Steffi Graf erreichten Golden Slam vorgezeichnet. Umso erschreckter dürfte auch in Tokio die Botschaft des Tennis-Weltranglisten-Ersten aufgenommen werden, er überlege sich den bisher fest geplanten Start noch einmal. Der derzeit überragende Serbe ist nur einer von etlichen Stars, die angesichts der Umstände ins Grübeln kommen oder schon abgesagt haben.


Serena Williams fliegt ebenso wenig nach Japan wie Rafael Nadal, Roger Federer überlegt noch – alle waren schon Olympiasieger. Nicht so Djokovic, der mit nun 20 Grand-Slam-Titeln gemeinsam mit Federer und Nadal Rekordsieger bei den vier wichtigsten Turnieren ist. Mit einem Erfolg bei den US Open würde Djokovic als Erster bei den Tennis-Herren seit 1969 alle Grand-Slam-Turniere in einem Kalenderjahr gewinnen. Steffi Graf war 1988 auch Olympiasiegerin und schaffte sogar den sogenannten Golden Slam. Das könnte auch Djokovic gelingen.

„Es fühlt sich einfach nicht richtig an und hat es nie“
Nick Kyrgios
Doch der Ausschluss der Zuschauer und weitere coronabedingte Restriktionen haben ihn noch einmal zum Überlegen gebracht. „Das sind keine tollen Neuigkeiten. Es war wirklich enttäuschend, als ich das gehört habe“, sagte der 34-Jährige zum Fehlen der Fans eine Stunde nach seinem sechsten Wimbledon-Titel vor 15.000 begeistert mitgehenden Zuschauern auf dem Centre Court.

Zur sterilen Atmosphäre möchte im Tennis wohl niemand mehr zurück.
„Der Gedanke, vor leeren Stadien zu spielen, fühlt sich für mich einfach nicht richtig an und hat es nie“, erklärte der auch verletzte Australier Nick Kyrgios bei seiner Absage. Der Österreicher Dominic Thiem und die Rumänin Simona Halep fehlen als weitere Medaillen-Anwärter ebenfalls wegen Blessuren. '
Nadal, Thiem, Halep und Co.
Anfang Juli hatte auch Shootingstar Jannik Sinner bekanntgegeben, auf eine Teilnahme in Tokio zu verzichten. Er sagte, er habe zuletzt nicht sein bestes Tennis gespielt und wolle sich nun auf seine Entwicklung konzentrieren. „Ich brauche diese Zeit, um an meinem Spiel zu arbeiten“, so der Südtiroler, dessen Beschluss dennoch hohe Wellen geschlagen hat.

Djokovic missfällt wie schon vor den vergangenen US Open auch, dass er sein Team nicht dabei hat und unter anderen der Bespanner seiner Schläger nicht mitreisen darf. Auch dass er möglicherweise Veranstaltungen in anderen Sportarten nicht besuchen darf, spielt in den Überlegungen des Olympia-Dritten von 2008 eine Rolle.

Gerade die in Wimbledon weit gekommenen Profis waren gerade erst wochenlang in einer Blase und pendelten nur zwischen Anlage und ihrem zentralen Hotel. Halbfinalist Denis Shapovalov hat keine Lust und keine Kraft mehr, schon in anderthalb Wochen in der nächsten zu sein. Es sei ein Traum, Kanada bei Olympia zu repräsentieren, betonte der 22-Jährige, fügte aber an: „Mental bin ich langsam fertig. Ich bin erschöpft, nicht nur vom Turnier, sondern von der gesamten Situation.“

Schlagwörter: Tennis

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