
Jannik Sinner ließ tief blicken. © APA/afp / HENRY NICHOLLS
„Nie daran gedacht“: Sinners große Wimbledon-Rückkehr
Mittlerweile ist schon über einen Monat seit Jannik Sinners Zweitrunden-Aus in Roland Garros verstrichen. Die Lehren daraus hat der 24-Jährige gezogen, Wimbledon kann kommen. Am Ort seines größten Triumphes gewährte der Sextner tiefe Einblicke.
25. Juni 2026
Von: leo
Wimbledon ist der Ort der großen Gepflogenheiten, der Traditionen und des Prestiges. Eine dieser Traditionen sieht vor, dass der letztjährige Champion, der sich mit dem sogenannten Purple Badge das exklusive Zutrittsrecht zum All England Lawn Tennis and Croquet Club (AELTC) verdient hat, die Trophäe zurückgibt. Dabei verlässt das Original nie das Gelände. Sinner erfüllte diese Pflicht in dieser Woche – und nahm sich Zeit für ein ausführliches Interview.
„Heute ist ein besonderer Tag“, sagte der gut gelaunte Sinner. „Zurück zu sein, ist fantastisch, da nur positive Emotionen und Erinnerungen hochkommen. Den Club mit nur wenigen Menschen und das makellose Gras auf dem Centre Court zu sehen, war unglaublich. Ich erinnere mich noch an den letzten Punkt und wie ich danach zu meiner Familie und meinen Freunden in der Box blickte. Diese Emotionen würde ich gerne noch einmal erleben. Und selbst wenn das nicht klappt, werde ich mich an jenen Tag für immer erinnern.“
Dass er beim wichtigsten Tennisturnier der Welt die Trophäe in die Höhe stemmen konnte, fühle sich für ihn nach wie vor surreal an. „Ich habe nie daran gedacht, irgendwann in dieser Position zu sein. Nicht einmal das Turnier zu spielen, geschweige denn zu gewinnen. Als kleines Kind war das alles so weit weg und gar nicht realistisch. Jetzt meinen Namen neben jenen der früheren Champions zu sehen, ist unwirklich“, erzählt Sinner.
Sinner fühlt sich topfit
Angesprochen auf seinen Gesundheitszustand, beruhigte der 24-Jährige. „Ich fühle mich sehr gut, die Untersuchungen haben allesamt ein positives Bild gezeichnet. Der zehntägige Urlaub mit meiner Familie und meinen Freunden hat mir sehr gutgetan. Diese Momente wertschätze ich am meisten. Wir haben entspannt, Karten gespielt, ausgeschlafen und gute Unterhaltungen geführt“, meint Sinner.Jannik Sinner freut sich auf Wimbledon. © APA/afp / HENRY NICHOLLS
Das Aus in Paris habe er unterdessen aufgearbeitet. „Es ist schwer zu sagen, ob es auch passiert wäre, wenn ich zuvor nicht so viel gespielt hätte. Wir wissen es nicht. Ich hätte vielleicht einige Dinge besser machen können. Aber unter dem Strich muss ich mich selbst daran erinnern, dass ich bisher eine unglaubliche Saison hatte. Ich habe meine Lehren gezogen und bin überzeugt, dass es mich nur stärker macht“, findet Sinner, der in den letzten zweieinhalb Wochen viel an seiner Physis gearbeitet habe und sich jetzt exzellent fühle.
„Ich weiß, dass große Herausforderungen warten, aber ich arbeite sehr hart, um meine Träume zu verwirklichen, und weiß, dass ich diese erreichen kann. Gleichzeitig ist Tennis ein sehr unberechenbarer Sport. Man weiß nie, was passieren wird. Ein schlechter Tag und ein frühes Aus können schnell passieren. Die ersten Matches hier werden schwer, aber ich hatte genug Zeit, um mich vorzubereiten, und freue mich schon sehr darauf“, so Sinner, der als amtierender Champion am Montag um 14.30 Uhr MESZ den Centre Court bei seinem Auftaktmatch eröffnen kann.
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