
Jannik Sinner ist in Rom die Hauptattraktion. © APA/afp / THOMAS COEX
„Robin-Hood-Operation“: Wer Sinner sehen will, muss blechen
Das Masters-1000-Turnier von Rom ist seit Dienstag in vollem Gange. Während die Außenplätze gut besucht sind, verirrten sich bislang nur wenige Zuseher in die größeren Arenen. Ein möglicher Grund: Die happigen Ticketpreise.
07. Mai 2026
Von: leo
Bei Spielern und Fans sind sie unbeliebt, die Turniere profitieren von ihnen hingegen stark. Gemeint sind jene Masters-1000-Turniere, die seit 2023 auf 96 Spieler ausgeweitet wurden und sich fast über zwei Wochen erstrecken. Das Event in Rom ist eines davon. Dass die Attraktivität des Sports darunter leidet, ist nicht von der Hand zu weisen. Besonders an den ersten Turniertagen, an denen die gesetzten Spieler noch nicht im Einsatz stehen, sind Höhepunkte rar. Leere Ränge im Foro Italico überraschen daher nicht. Hohe Ticketpreise tragen ebenfalls zu diesem Umstand bei.
Will jemand ein Erstrundenduell auf dem Center Court verfolgen, muss er am Freitag etwa 134 Euro bezahlen. In der Night Session am Samstag, wenn Jannik Sinner voraussichtlich sein Debüt feiert, werden bereits knapp 200 Euro gefordert. Von Runde zu Runde steigen die Preise sukzessive an – bis im Herrenfinale satte 600 Euro für den billigsten Platz fällig werden. Angesichts dieser Zahlen verwundert es nicht, dass das Turnier in Rom unter allen Masters-1000-Events jenes mit den höchsten Ticketpreisen ist. Dahinter steckt ein klarer Plan des Verbandspräsidenten Angelo Binaghi: Die sogenannte Robin-Hood-Operation.
Angelo Binaghi und Jannik Sinner im Gespräch. © AFP / ANDREAS SOLARO
Demnach steigen die Ticketpreise, je näher das Turnier rückt, rasant an. Wer Geld sparen will, muss früh buchen. Zuseher, die sich spontan zu einem Besuch in Rom entscheiden, müssen hingegen tief in die Tasche greifen. „Reiche Leute kommen nicht, weil sie große Tennisfans sind. Sondern weil sie in der Zeitung darüber gelesen haben. Diese Kategorie will ich auspressen. Das Geld, das dabei herauskommt, investiere ich dann. Die wachsende Popularität in unserem Land und die erzielten Ergebnisse scheinen mir Recht zu geben“, erklärte Binaghi im Jahr 2024.
Den Reichen das Geld entziehen
Zudem sagte der exzentrische Binaghi, der auch schon von einem fünften Grand-Slam-Turnier in Italien träumte: „Ich bin absolut gegen eine Senkung der Preise. Wenn ich etwas bedauere, dann nur, dass ich nicht den Mut habe, sie noch weiter zu erhöhen. Diejenigen, die ihre Eintrittskarte ein Jahr im Voraus kaufen, sind die Fans, die wir schützen müssen. Sie sind die Gruppe, die schon immer da war und immer da sein wird. Nicht erst, als Sinner mitspielte.“In dieser Ausgabe hat der Präsident diese Politik weiter forciert, da die Preise im Vergleich zum Vorjahr wiederum angewachsen sind. Die Sinner-Erfolge dürften ihren Teil dazu beigetragen haben. Man darf jedenfalls gespannt sein, ob die Stadien sich in den nächsten Tagen füllen werden, wenn die Top-Cracks ins Turnier eingreifen.
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