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Bianca Andreescu gewann 2019 die US Open. © APA/afp / TIMOTHY A. CLARY

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Bianca Andreescu gewann 2019 die US Open. © APA/afp / TIMOTHY A. CLARY

Rovereto rüstet zum Tennis-Spektakel

Eine Grand-Slam-Siegerin, mehrere Top-100-Spielerinnen, vier Wildcards und ein Programm, das weit über den Sport hinausgeht: Das Rovereto Open geht in seine zweite Auflage. Am Samstag werden die Tableaus öffentlich ausgelost, am Sonntag beginnt die Qualifikation, am Montag das Hauptfeld.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, die Meldelisten sind prominent besetzt, die letzten organisatorischen Details werden geklärt. Jetzt fehlt eigentlich nur noch eines: dass endlich Tennis gespielt wird. Am kommenden Sonntag, 11. Oktober, beginnt im PalaBaldresca das Rovereto Open. Acht Tage lang wird die Stadt zum Schauplatz internationalen Damentennis. Und schon vor dem ersten Aufschlag steht fest: Die zweite Ausgabe des WTA-125-Turniers hat gegenüber der Premiere vor einem Jahr erheblich an Strahlkraft gewonnen.


Das lässt sich nicht nur an den Namen auf der Meldeliste ablesen. Auch das Interesse von Medien und Zuschauern ist deutlich gestiegen. Was vor einem Jahr noch ein ambitionierter Versuch war, internationales Spitzentennis dauerhaft im Trentino zu etablieren, entwickelt sich zunehmend zu einer Veranstaltung mit überregionaler Aufmerksamkeit.

Bianca Andreescu ist der große Star in Rovereto. © APA/getty / ELSA

Bianca Andreescu ist der große Star in Rovereto. © APA/getty / ELSA


Dahinter steckt viel Arbeit. Der CT Rovereto um Präsident Francesco Liace, Turnierdirektor Luca Stoppini und sein Team hat nicht nur ein hochklassiges Teilnehmerfeld nach Rovereto gelotst, sondern auch ein Rahmenprogramm zusammengestellt, das dem Turnier einen eigenen Charakter verleihen soll. Gespielt wird vom 11. bis 18. Oktober auf zwei Indoor-Hartplätzen. Das Preisgeld beträgt 115.000 US-Dollar, die Siegerin erhält neben dem Preisgeld auch 125 Weltranglistenpunkte.

Eine US-Open-Siegerin im PalaBaldresca

Der prominenteste Name auf der Meldeliste ist zweifellos Bianca Andreescu. Die Kanadierin gewann 2019 die US Open, bezwang damals im Finale niemand Geringeren als Serena Williams und stieg wenig später bis auf Platz vier der Weltrangliste. Dass eine Grand-Slam-Siegerin bei einem WTA-125-Turnier in Rovereto aufschlagen soll, ist alles andere als selbstverständlich.

Andreescu ist freilich nicht die einzige Spielerin mit bemerkenswerter Vergangenheit und großen Ambitionen. Mit Antonia Ruzic, der kroatischen Top-100-Spielerin, und Anna Blinkova, die seit Jahren auf höchstem internationalen Niveau unterwegs ist, stehen weitere klangvolle Namen im Aufgebot. Dazu gesellen sich Spielerinnen wie Lucie Havlickova, Emiliana Arango und Susan Bandecchi, die dem Turnier zusätzliche sportliche Tiefe verleihen.

Die Dichte des Feldes verspricht bereits in den ersten Runden hochklassige Begegnungen. Für ein Turnier dieser Kategorie ist das eine bemerkenswerte Ausgangslage. Denn anders als bei den großen WTA-Veranstaltungen gibt es in Rovereto keine riesigen Tribünen und keine kilometerlangen Wege zwischen den Plätzen. Hier sitzen die Zuschauer beinahe unmittelbar neben dem Geschehen.

Eine Südtirolerin mittendrin

Zusätzliche Geschichten liefert die Vergabe der vier Wildcards für das Hauptfeld. Zwei davon wurden vom italienischen Tennisverband FITP vergeben, zwei vom gastgebenden CT Rovereto.

Die FITP entschied sich für Noemi Basiletti und Gaia Maduzzi. Beide Italienerinnen stehen aktuell auf ihrer jeweils besten Weltranglistenposition. Basiletti, die Nummer 243 der Welt, ist in Rovereto keine Unbekannte. Bereits bei der Premiere 2025 erhielt sie eine Wildcard, musste sich damals allerdings in der ersten Runde der Lettin Darja Semenistaja mit 6:7(2), 2:6 geschlagen geben. Nun kehrt sie zurück – mit einem Jahr zusätzlicher Erfahrung und der Gelegenheit, es besser zu machen.

Für Gaia Maduzzi, aktuell die Nummer 472 der Welt, ist die Wildcard eine wertvolle Chance, sich auf WTA-Niveau zu beweisen. Beide Spielerinnen sind übrigens auch dem Südtiroler Tennispublikum bekannt. Erst im November und Dezember 2025 waren sie bei den beiden ITF-W50-Turnieren in St. Ulrich und Wolkenstein im Einsatz.

Laura Mair ist die Südtiroler Vertretung.

Laura Mair ist die Südtiroler Vertretung.


Eine besonders interessante Geschichte aus regionaler Sicht schreibt Laura Mair. Die 23-jährige Grödnerin vom TC Gherdeina, die sich bis auf Platz 434 der Weltrangliste vorgearbeitet hat, erhielt eine der beiden Wildcards des CT Rovereto. Damit darf sie sich vor heimischem beziehungsweise regionalem Publikum mit Spielerinnen messen, die teilweise schon auf den größten Tennisbühnen der Welt standen.

Die zweite Wildcard des Veranstalters geht an Elisa Visentin (27), die sportliche Identifikationsfigur des CT Rovereto. Für sie ist der Auftritt im Hauptfeld des eigenen Turniers eine besondere Gelegenheit. Vier Wildcards also, vier unterschiedliche Geschichten. Und für das Publikum zusätzliche Gründe, nicht nur auf die großen Namen zu achten.

Schlagwörter: Tennis

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