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Der TC Rungg will überraschen. © pm

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Der TC Rungg will überraschen. © pm

Rungg fordert den großen Titelfavoriten

Nach zwei Heimsiegen in Folge empfangen die Herren des TC Rungg Südtirol Yogurteria am Sonntag in der Serie A1 den noch ungeschlagenen Tabellenführer Santa Margherita Ligure. Die Damen reisen hingegen als Spitzenreiterinnen zum TC Parioli nach Rom, müssen allerdings erneut mit personellen Sorgen kämpfen.

Die Ausgangslage könnte unterschiedlicher kaum sein, die Zielsetzung ist jedoch dieselbe: Punkten, um den gesteckten Saisonzielen näherzukommen. Während die Herren des TC Rungg am Sonntag (10 Uhr) vor heimischem Publikum den übermächtigen Tabellenführer Santa Margherita Ligure herausfordern, wollen die Damen des TC Rungg Südtirol Kiku ihre überraschende Spitzenposition verteidigen. Sie gastieren zeitgleich beim noch sieglosen TC Parioli in Rom.


Bei den Herren wartet auf die Mannschaft der Trainer Manuel und Valerio Gasbarri die wohl schwierigste Aufgabe der gesamten Gruppenphase. Santa Margherita Ligure gilt als einer der heißesten Anwärter auf den italienischen Meistertitel und hat diese Rolle bislang eindrucksvoll bestätigt. Drei Spiele, drei Siege, neun Punkte und ein Matchverhältnis von 16:2: Die Ligurer marschieren nahezu unaufhaltsam Richtung Playoffs.

Große Namen beim Gegner

Ein Blick auf den Kader erklärt die Dominanz. Mit Andrea Pellegrino (ATP 129), Francesco Maestrelli (ATP 168) und Filippo Romano (ATP 319) stehen gleich drei international erfahrene Profis zur Verfügung. Dazu kommen Luca Castagnola und der Schweizer Remy Bertola. Pellegrino ist allerdings noch beim Challenger-Turnier in Lissabon im Einsatz. Bereits im Hinspiel bekam Rungg die Klasse des Gegners zu spüren und musste sich mit 1:5 geschlagen geben.

Marc-Andrea Hüsler ist Runggs Speerspitze. © pm

Marc-Andrea Hüsler ist Runggs Speerspitze. © pm


Allerdings hat sich seither einiges verändert. Nach der Auftaktniederlage feierten die Südtiroler zwei überzeugende Heimsiege. Zunächst wurde CT Zavaglia mit 5:1 bezwungen, am vergangenen Sonntag folgte ein viel umjubeltes 4:2 gegen CT Palermo. Damit hat sich Rungg mit sechs Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz festgesetzt und einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht.

Die Aufstellung der Gastgeber steht inzwischen fest. Mit Marc-Andrea Hüsler, Franco Agamenone, Alexander Weis und Maximilian Figl schicken die Südtiroler vier Spieler ins Rennen, die dem großen Favoriten zumindest das Leben schwer machen sollen. Besonders gespannt darf man auf den zweiten Auftritt von Marc-Andrea Hüsler sein. Der 30-jährige Schweizer, einst die Nummer 47 der Weltrangliste und inzwischen vom Profitennis zurückgetreten, sorgte bei seinem Debüt am vergangenen Sonntag für einen echten Tennis-Leckerbissen. Gegen den Weltranglisten-83. Marco Trungelliti lieferte er sich einen hochklassigen Dreisatzkrimi, den er nach verlorenem ersten Durchgang für sich entschied. Auch im Doppel war Hüsler erfolgreich. Nun soll der ehemalige Weltklassespieler erneut zum Trumpf werden.

Dalla Valle fällt aus

Eine personelle Änderung müssen die Gastgeber allerdings verkraften. Enrico Dalla Valle, der gegen Palermo ebenfalls zwei Siege beigesteuert hatte, verletzte sich am vergangenen Sonntag gegen Ende des Doppels bei einem Rückhandschlag. Für ihn rückt Franco Agamenone in die Mannschaft. Der erfahrene Profi gilt als unermüdlicher Kämpfer und hatte bereits beim 1:5 im Hinspiel den einzigen Punkt für Rungg geholt.

Alexander Weis ist eine wichtige Stütze. © pm

Alexander Weis ist eine wichtige Stütze. © pm


Besondere Bedeutung kommt auch Alexander Weis zu. Der Südtiroler, der zuletzt mit einer Bauchmuskelzerrung zu kämpfen hatte, trifft voraussichtlich auf Filippo Romano. Anders als im Hinspiel wird diesmal auf Sand gespielt – jenem Belag, auf dem sich Weis besonders wohlfühlt. Der jüngste Turniersieg beim ITF-M25 in Santa Margherita di Pula hat sein Selbstvertrauen zusätzlich gestärkt. Komplettiert wird die Mannschaft von Eigengewächs Maximilian Figl.

Ein Unentschieden nach den vier Einzeln wäre gegen den übermächtigen Gegner bereits ein beachtlicher Erfolg. Schließlich haben die Ligurer in den bisherigen drei Begegnungen lediglich zwei Einzel verloren. Ein Punktgewinn gegen den Titelfavoriten käme für Rungg beinahe einer kleinen Sensation gleich.

Runggs Damen träumen von den Playoffs

Während die Herren den großen Favoriten herausfordern, reisen die Damen mit reichlich Selbstvertrauen, aber auch einigen Sorgen nach Rom. Nach drei Spieltagen ist der TC Rungg Südtirol Kiku noch ungeschlagen. Zwei Unentschieden gegen Parioli und Canottieri Casale sowie der überzeugende 4:0-Auswärtssieg gegen Palermo bescherten der Mannschaft fünf Punkte und die Tabellenführung.

Dalila Spiteri will mit Rungg den nächsten Sieg.

Dalila Spiteri will mit Rungg den nächsten Sieg.


Besonders bemerkenswert ist die Ausgeglichenheit der Südtirolerinnen. Allerdings bereitet der Gesundheitszustand von Verena Meliss weiterhin Kopfzerbrechen. Die 29-Jährige kämpft seit Monaten mit einer hartnäckigen Epicondylitis, dem sogenannten Tennisellenbogen. Nachdem zuletzt eine Besserung eingetreten war, sind die Schmerzen in dieser Woche erneut zurückgekehrt. Meliss versucht dennoch alles, um ihrer Mannschaft auch in Rom helfen zu können. Dabei ist die Südtirolerin gerade im Doppel eine unverzichtbare Stütze. Alle drei Doppelpartien der bisherigen Meisterschaft wurden mit Meliss auf dem Platz gewonnen.

Eine wichtige Entwicklung gibt es bei Noma Noha Akugue. Die Deutsche, die am vergangenen Sonntag in Palermo einen Einstand nach Maß gefeiert hatte, ist inzwischen bei den Lexus Wrexham Open in Großbritannien ausgeschieden. Damit ist zumindest ihre Turnierverpflichtung beendet. Ob sie rechtzeitig nach Rom reisen und erneut für Rungg aufschlagen kann, bleibt abzuwarten.

Meliss im Doppel wichtig

Ihr Debüt in Palermo war jedenfalls beeindruckend. Gegen Giorgia Pedone drehte Akugue nach verlorenem ersten Satz die Partie und steuerte anschließend gemeinsam mit Meliss auch den Doppelpunkt bei. Damit war sie an zwei der vier gewonnenen Matches beteiligt. Der Tabellenstand lässt die Südtirolerinnen inzwischen von mehr als nur dem Klassenerhalt träumen. Die Teilnahme an den Play-offs ist nach der starken Hinrunde in greifbare Nähe gerückt. Dafür wäre ein Erfolg in Rom von enormer Bedeutung.

Verena Meliss ist im Doppel gesetzt. © pm

Verena Meliss ist im Doppel gesetzt. © pm


Allerdings wäre es ein Fehler, den noch sieglosen Tabellenletzten zu unterschätzen. Der Traditionsverein aus der Hauptstadt verfügt mit Weronika Falkowska, Katerina Tsygourova und Tena Lukas über mehrere international erfahrene Spielerinnen. Hinzu kommt Francesca Gandolfi, die bereits im Hinspiel gegen Verena Meliss ihre Qualitäten unter Beweis stellte. Damals trennten sich beide Mannschaften in Rungg mit 2:2. Auch diesmal könnte die Entscheidung erst im Doppel fallen. Dort haben die Südtirolerinnen bislang ihre größte Stärke ausgespielt.

Für die Damen ist es bereits das dritte Auswärtsspiel in Folge. Mit einem weiteren Erfolg könnten sie ihre Spitzenposition festigen und einen großen Schritt Richtung Meisterschafts-Play-offs machen. Die Herren wiederum haben gegen den Favoriten wenig zu verlieren. Ein Punktgewinn wäre bereits eine Überraschung – und für den Kampf um den Klassenerhalt möglicherweise Gold wert.

Die Begegnungen vom Sonntag:

Herren, Gruppe 4
TC Rungg – Santa Margherita Ligure (10 Uhr)
CT Palermo – CT Zavaglia (9 Uhr)

Damen, Gruppe 2
TC Parioli – TC Rungg (10 Uhr)
Canottieri Casale – CT Palermo (9 Uhr)

Schlagwörter: Tennis TC Rungg Serie A1

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