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Jannik Sinner ist nicht aufzuhalten. © APA/afp / JOSEP LAGO

Selbst Rublev kann Sinner nicht stoppen

Ein in allen Belangen überlegener Jannik Sinner hat am Freitag beim ATP-500-Turnier in Barcelona Andrey Rublev (ATP 7) im Viertelfinale besiegt und dadurch Südtiroler Tennisgeschichte geschrieben.

Nach dem starken Auftritt gegen Roberto Bautista Agut (ATP 11) erhöhte sich am Freitag die Messlatte für den jungen Sextner. Mit Andrey Rublev traf Sinner auf den Spieler, der in der Vorwoche Rafael Nadal besiegt hat, auf den Spieler, der die meisten Matches und Titel seit dem coronabedingten Abbruch der ATP-Tour für sich entscheiden konnte und auf den Spieler, der in der laufenden Saison immer bis mindestens ins Viertelfinale vorgestoßen ist. Von diesen Fakten unbeeindruckt, schlug Sinner den favorisierten Rublev mit 6:2 und 7:6.


Obwohl Sinner zu Beginn beileibe nicht sein bestes Tennis zeigte, brachte er einen extrem fehlerhaften Rublev in große Bedrängnis. Dieser wirkte müde, von den Strapazen der letzten Wochen gezeichnet. Der Russe beging eine Unmenge an unerzwungenen Fehlern und entfachte mit seiner ansonsten so starken Vorhand kaum Druck. Sinner erkannte dies, senkte sein eigenes Risiko und überließ größtenteils dem 23-Jährigen aus Moskau das Spieldiktat. Diese Taktik erwies sich als gewinnbringend: Rublev kam während des gesamten ersten Satzes nie in den Tritt, gab zwei Mal seinen Aufschlag ab und konnte drei Breakchancen nicht verwerten. Das Ergebnis: Ein 6:2, das hochverdient war.

Sinner verpasst Chancen
Auch im zweiten Spielabschnitt fehlte Rublev das letzte Quäntchen. Sinner wusste die Unaufmerksamkeiten seines Gegenübers jedoch nicht auszunutzen. Weil der 19-Jährige aber bei eigenem Aufschlag kaum etwas anbrennen ließ, konnte er die Servicegames seines Gegenübers gelassen angehen. Zum Break reichte es aber (zunächst) nicht – auch weil Rublev begann, deutlich präziser und somit besser aufzuschlagen. Der Sextner stand ihm jedoch in nichts nach – im Gegenteil. Dank punktgenauer Returns holte sich Sinner beim Stande von 3:3 schließlich ein richtungsweisendes Break, das er allerdings postwendend wieder abgab – und das zu Null.

Andrey Rublev erwischte nicht seinen besten Tag. © APA/afp / JOSEP LAGO


Sinner nahm sich nun eine kurze Auszeit, um dann mit großer Vehemenz zurückzuschlagen. Er gewann sieben Punkte in Folge, erarbeitete sich beim Stande von 5:5 drei Breakbälle, konnte diese aber nicht verwerten. Dies steckte der Südtiroler weg und kämpfte sich mit einem starken Game in den Tiebreak. In diesem führte Sinner schon mit 4:1 und zwei Mini-Breaks, ehe Rublev zurückkam und sich einen Satzball erspielte. Diesen wehrte der Youngster mit einer sensationellen Vorhand ab, um das Match wenige Augenblicke später mit einem Ass zu beenden.

Dank seines vierten Sieges gegen einen Top-10-Spieler klettert Sinner in der Weltrangliste auf Position 18 und stellt damit den Südtiroler Allzeit-Rekord von Andreas Seppi ein. Im Kampf um sein erstes ATP-Finale auf Sand trifft Sinner am Samstag auf Stefanos Tsitsipas (ATP 5). Der Grieche, aktuell die Nummer 5 der Welt, besiegte im Viertelfinale den Kanadier Felix Auger-Aliassime mit 6:3, 6:3.

Schlagwörter: Tennis

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