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Jannik Sinner steht in Runde 3. © ANSA / YOAN VALAT

Sinner besiegt den spanischen Wadenbeißer

Beinahe vier Stunden musste er dafür ackern, doch letzten Endes zählt nur der Sieg: Jannik Sinner steht bei den French Open dank eines wahren Kraftaktes in der dritten Runde.

Anstatt wie ursprünglich geplant, fand das Spiel nicht auf dem Court 7, sondern dem etwas größeren Platz 14 statt – und das bei langsamen, weil kühlen Bedingungen. Damit kam Sinner während des ganzen Spiels nie zurecht, im Gegensatz zu Carballes Baena, der Sandplatz-Tennis wie aus dem Lehrbuch zeigte. Weil zwischen den beiden Akteuren jedoch mehrere Klassen liegen, setzte sich schlussendlich doch noch der Favorit durch. Nach einem verpatzten Startsatz gewann Sinner mit 3:6, 6:4, 6:4, 6:3. In der dritten Runde trifft der Schützling von Simone Vagnozzi nun auf Mackenzie McDonald (ATP 60), der Nikoloz Basilashvili (ATP 24) in drei Sätzen bezwang.


Zu Beginn nahm alles den gewohnten Lauf. Sinner diktierte das Spielgeschehen, jagte den Spanier über den Platz, vergab bei dessen Aufschlagspiele jedoch mehrere Breakbälle. Das brachte den Südtiroler aus dem Konzept: In den langen Ballwechseln fand er – auch aufgrund der Verhältnisse – keinen Weg gegen den stark verteidigenden Carballes Baena. Dadurch erhöhte sich der Druck auf Sinners Aufschlag zusätzlich. Dieser ließ ihn jedoch im Stich: Er traf zu wenige erste Aufschläge und bekam somit so gut wie keine freien Punkte. Die Folge? Sinner verlor im ersten Satz drei Servicegames in Folge und somit auch den Satz mit 3:6.

Sinner kämpft sich zurück
Auch zum Start des zweiten Abschnittes hatte Carballes Baena Oberwasser. Der Mann aus Tenerife erspielte sich gleich zum Start zwei Breakbälle, die er aber ungenützt ließ. Sinner rettete sich irgendwie und tankte Selbstvertrauen. Obwohl noch längst nicht alles rund lief, spielte er nun etwas befreiter auf. Die Anzahl der Fehler senkte sich, jene der Winner erhöhte sich. Dem 20-Jährigen gelang ein wertvolles Break, das er mit Mühe und Not bis zum Ende des Satzes verteidigte, musste er doch im abschließenden Game gleich drei Breakbälle abwehren.

Roberto Carballes Baena zeigte großes Tennis. © ANSA / YOAN VALAT


Ab diesem Zeitpunkt änderte sich das Match: Die Aufschlagspiele des Sextners gingen – auch dank erhöhter Aggressivität – glatt weg, während Carballes Baena immer unter Druck gesetzt wurde. Und so kassierte er gleich zum Start des dritten Satzes ein Break. Beim Stand von 3:1 fand Sinner sogar die Chance aufs 4:1 vor, vergab diese jedoch leichtfertig. Da der Sextner jetzt mit einer Aufschlagquote von 80 Prozent servierte, immer wieder den Stopp einstreute und zudem Carballes Baena etwas nachließ, rächte sich das nicht. Sinner verteidigte den Vorsprung und gewann den Durchgang mit 6:4. Nach rund zweieinhalb Stunden ging es in den vierten Satz.
Nur kurz wird es brenzlig
Dieser begann mit zwei Rückschlägen: Zunächst verlor Sinner einen wichtigen Punkt, nachdem er bei einem Volley das Netz berührte. Kurz darauf musste er ein Break einstecken, obwohl er schon mit 40:15 im Game führte und einen einfachen Smash nicht verwertete. Das erzürnte den Südtiroler derart, dass er seinen Schläger wutentbrannt auf den Boden warf. Mit dem besten Punkt des Matches, den er mit einer krachenden Rückhand abschloss, holte er sich das Break aber schnell wieder zurück. Angetrieben von den Fans, die fast geschlossen aufs Sinners Seite waren, legte er noch einen drauf und ging mit Break 3:2 in Führung.

Viele Fans ließen sich das Match nicht entgehen. © ANSA / YOAN VALAT


Die Schritte des Spaniers, der in der ersten Runde ein Fünfsatz-Match überstanden hatte, wurden nun schwerer. Ans Aufgeben dachte der krasse Außenseiter aber nicht. Beim Stand von 2:4 aus seiner Sicht machte er im einem ewig langen Game gleich fünf Breakbälle zunichte, ehe er gleich im Anschluss bei Aufschlag Sinner mit 30:0 führte. Doch der Weltranglisten-12. behielt kühlen Kopf – und machte wenige Augenblicke später mit seinem ersten Matchball alles klar.

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