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Ballt die Faust: Jannik Sinner © ANSA / JOHN G. MABANGLO

Sinner imitiert Seppi: Sieg im Marathon-Match

Jannik Sinner hat es am Donnerstag (Ortszeit) Andreas Seppi gleichgetan und bei den US Open in New York die dritte Runde erreicht. Wie bereits im Auftaktmatch gegen Max Purcell gab der Sextner einen Satz ab, biss sich am Ende nach dreieinhalb Stunden aber durch.

Bei angenehmen 25 Grad traf Sinner auf einen Gegner, dessen Name er vor diesem Turnier wohl noch nie gehört hatte. Der 18-jährige Zachary Svajda (ATP 716) ist mehrheitlich auf ITF- und Challenger-Turnieren unterwegs und bisher erst einmal auf großer Bühne in Erscheinung getreten: Bei den US Open 2019 schrammte er als 16-Jähriger nur knapp an einem sensationellen Erfolg gegen den mittlerweile zurückgetretenen Italiener Paolo Lorenzi vorbei. Wie damals, präsentierte sich der 1.75 m kleine Rechtshänder auch am Donnerstag stark, letzten Endes war Sinner in den entscheidenden Momenten aber der abgebrühtere Spieler. Der Südtiroler gewann mit 6:3, 7:6, 6:7 und 6:4 und folgte damit Andreas Seppi in die dritte Runde.


Schon in den ersten Minuten wurde deutlich, warum Svajda bisher kein besseres Ranking erreicht hat. Der Aufschlag ist im ATP-Vergleich unteres Mittelmaß, auch die Vorhand ist keine große Waffe. Die Kombination aus beidem führt dazu, dass Svajdas Aufschlagspiele nicht unantastbar sind, was Sinner sofort auszunutzen wusste: Ließ er im ersten Servicegame seines Gegenübers noch drei Breakchancen liegen, so schnappte er im zweiten Anlauf bei der ersten Möglichkeit eiskalt zu. Diesen Vorsprung verwaltete der 20-Jährige in der Folge gekonnt und machte den Satz standesgemäß mit 6:3 zu. Dabei hatte er nur 38% seiner ersten Aufschläge ins Feld geschlagen.

Svajda steigert sich
Diese magere Quote rächte sich im zweiten Spielabschnitt – zumindest zu Beginn. In diesem offenbarte Svajda zwar weiterhin seine offensichtlichen Schwächen, entfaltete gleichzeitig aber auch seine Stärken, wie etwa die gefährliche Rückhand und die ausgezeichnete Beinarbeit. Dank dieser Qualitäten – und der erhöhten Fehleranzahl des Südtirolers – erarbeitete sich Svajda einen Vorsprung. Er entlief auf 5:2 und hatte bei Sinners Aufschlag sogar einen Satzball. Diesen vereitelte der 20-Jährige im Stile eines Champions und breakte sofort danach. Aus dem 2:5 wurde ein 5:5 und schließlich ein 6:6. Den folgenden Tiebreak spielte Sinner deutlich besser als den Rest des Satzes. Die logische Folge? Ein klares 7:2 und die 2:0-Satzführung.

Zachary Svajda brachte Sinner in große Schwierigkeiten. © APA/getty / MATTHEW STOCKMAN


Die niedrige Aufschlagquote, die sich über das ganze Match hinwegzog, hatte zur Folge, dass die sogenannten freien Punkte zu einer Seltenheit wurden. Fast jeder Service kam zurück, dementsprechend wurde Sinner bei eigenem Aufschlag oft in lange Ballwechsel verwickelt. Diese kosteten Kraft, viel Kraft. Svajda schien über die größeren Reserven zu verfügen und nahm seinem Kontrahenten auch zu Beginn des dritten Satzes den Aufschlag ab.
Sinner vergibt zwei Matchbälle
Prompt korrigierte der Weltranglisten-16. aber diesen Ausrutscher und ging anschließend bei eigenem Aufschlag mit 3:2 in Führung. Svajda, der in den Sätzen zwei und drei deutlich aggressiver spielte, gab sich nicht auf, wehrte beim Stand von 3:4 aus seiner Sicht einen Breakball ab und hatte danach seinerseits die Chance auf das vorentscheidende 5:4. Die Netzkante half Sinner, der seinen Aufschlag hielt. Beim Stand von 5:5 machte er eine weitere Breakmöglichkeit zunichte, ehe er zwei Matchbälle vergab – wieder Tiebreak. Der von den Fans auf dem Court 10 angefeuerte Svajda witterte nun seine Chance und erzwang – begünstigt von vier Rückhand-Fehlern von Sinner – tatsächlich einen vierten Satz.

Eine Runde weiter: Jannik Sinner © APA/getty / MATTHEW STOCKMAN


Auch in diesem duellierten sich die beiden Youngsters auf Augenhöhe, keiner erspielte sich einen entscheidenden Vorteil. Selbst zwei Breaks konnten das Gleichgewicht nicht brechen. Erst beim Stand von 4:4, als Svajda aufschlug, setzte Sinner den entscheidenden Nadelstich: Das Break bekam er vom tapfer kämpfenden US-Amerikaner mit einem Doppelfehler quasi geschenkt. Der Sextner ließ sich das nicht mehr nehmen und fixierte nach dreieinhalb Stunden den Einzug in die dritte Runde, wo mit Gael Monfils (ATP 20) nun ein Routinier wartet.

Schlagwörter: Tennis US Open Jannik Sinner

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