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Eine Runde weiter: Jannik Sinner © APA/afp / TIZIANA FABI

Sinner lässt sich nicht auf Fogninis Spielchen ein

Zuerst ein Hauch von Lustlosigkeit, dann ein für ihn typischer Ausraster und schließlich großes Tennis: Fabio Fognini (ATP 56) hat am Mittwoch beim Masters-1000-Turnier in Rom seine ganzen Facetten gezeigt, einen stoischen Jannik Sinner dadurch aber nicht aus der Bahn geworfen.

Jannik Sinner dürfte mit einem guten Gefühl ins mit Spannung erwartete Match gegangen sein. Einerseits weil der 20-Jährige zum Auftakt gegen Pedro Martinez eine ansprechende Leistung geboten hatte, andererseits weil die Bilanz gegen Landsleute vor dem Match 3:0 lautete. Jene von Fognini war mit 20:12 ebenfalls positiv, allerdings musste er auch schon teils krachende Niederlagen hinnehmen. 2010 etwa verlor der bald 35-Jährige in Rom mit 0:6 und 3:6 gegen Andreas Seppi. Ganz so deutlich fiel das Endergebnis am Mittwoch zwar nicht aus, der Sinner-Erfolg war jedoch nie in Gefahr: Er siegte mit 6:2, 3:6 und 6:3.


Vor 10 500 Zuschauern auf dem „Centrale“ begann das Match äußerst kurios: Sinner gab die ersten sechs Punkte durch vermeidbare Fehler ab, gewann dann aber 16 der nächsten 20 Ballwechsel. Das Ergebnis: Ein Doppel-Break und eine komfortable 5:1-Führung. Fognini wirkte in seinen Bewegungen gehemmt, leistete kaum Gegenwehr und spulte ja fast schon teilnahmslos sein Programm ab. Ungewohnt emotionslos verlor er den ersten Satz nach rund einer halben Stunde.

Zerhakte seinen Schläger: Fabio Fognini © APA/afp / TIZIANA FABI


Sinner ließ sich von Fogninis Auftreten nicht anstecken. Der Südtiroler zog sein solides Spiel durch, profitierte von den vielen Fehlern seines Gegenübers und musste zu keinem Zeitpunkt sein ganzes Können aufbieten. Das änderte sich zum Start des zweiten Satzes: Plötzlich spielte der vom Publikum angestachelte Routinier offensives und großteils fehlerfreies Tennis. Sinner wurde immer wieder in die Defensive gedrängt und schien dadurch etwas beeindruckt. Vom ersten Aufschlag im Stich gelassen, kassierte der Sextner das Break zum 1:3.
Fognini rastet aus
Die Wende? Keineswegs. Auch aufgrund zweier Doppelfehler gab Fognini diesen kostbaren Vorsprung gleich wieder ab. Daraufhin zertrümmerte der Heißsporn seinen Schläger, was von den Rängen mit einem unüberhörbaren Pfeifkonzert quittiert wurde. Zudem erhielt der Italiener dafür eine Verwarnung. Sinner hatte anschließend weiterhin arg mit seinem Aufschlag zu kämpfen, was Fognini prompt zum nächsten Break ausnützte. Das Match drang nun in seine beste Phase ein. Beide Akteure begeisterten die Fans mit teils unglaublichen Punkten. Sinner unterliefen aber deutlich mehr Fehler als noch zu Beginn, wodurch der nun fehlerlos spielende Fognini kein Problem hatte, das Break bis zum Ende des Satzes erfolgreich zu verteidigen – Satzausgleich.

Erleichtert: Jannik Sinner © ANSA / ETTORE FERRARI


Sinner schien keine Mittel gegen das variable Spiel seines Gegners zu finden. Fognini erarbeitete sich gleich zum Start des Entscheidungssatzes einen Breakball, den der 20-Jährige mit einer krachenden Aufschlag-Vorhand-Kombination abwehrte. Kurz darauf hatte auch der Südtiroler zwei Breakchancen, doch auch Fognini bewahrte kühlen Kopf. Das Match stand nun auf Messers Schneide. Nachdem Sinner einen 0:30-Rückstand bei eigenem Aufschlag aufholte, entschied er ganze zwölf Punkte in Folge für sich – und entlief dadurch auf 4:1. Der Weltranglisten-13. schien nun alles unter Kontrolle zu haben. Zum Leidwesen seiner Fans konnte er Fogninis Schwächephase aber nicht weiter ausnutzen und gab das kostbare Break schnell wieder ab.
Jetzt wartet Krajinovic
Weil der Mann aus Sanremo daraufhin zwei Doppelfehler einstreute und darüber hinaus eine an sich einfache Vorhand verschlug, holte sich Sinner das Break zurück. Das Ausservieren war danach nur noch Formsache. Nach rund zwei Stunden verwertete der Sextner seinen ersten Matchball und zog damit ins Achtelfinale ein. In diesem trifft er nun auf den Serben Filip Krajinovic (ATP 54), der völlig überraschend Andrey Rublev ausgeschaltet hat. Sinner hat das bisher einzige Aufeinandertreffen im Vorjahr in Sofia auf Hartplatz in zwei Sätzen gewonnen. Das Match findet am Donnerstag um ca. 15 Uhr statt.

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