
Kämpfen um den Wimbledon-Titel: Jannik Sinner (links) und Alexander Zverev. © APA/afp / KIRILL KUDRYAVTSEV, HENRY NICHOLLS
Im Traumfinale: Sinner will die Krone verteidigen
Wie vor einem Jahr werden wohl viele Tennisfans in Südtirol statt im Schwimmbad oder in den Bergen heute um 17 Uhr („SRF zwei“, „TV8“) vor dem Fernseher sitzen. Aus gutem Grund. Jannik Sinner (24) will seinen Titel beim wichtigsten Tennisturnier der Welt gegen Alexander Zverev verteidigen.
12. Juli 2026
Von: sp
Von Stefan Peer aus Wimbledon
Zum 18. Mal in Wimbledon spielen die Nummern eins und zwei um den Titel. Auch Sinners Eltern Siglinde und Hanspeter fliegen heute von Bozen nach London und werden am Nachmittag auf der Tribüne sein. Bruder Mark ist schon da.
Nach dem vorzüglichen Auftritt im Halbfinale am Freitag gegen Novak Djokovic (6:4, 6:4, 6:4) ist der Sextner der Favorit gegen die neue Nummer zwei der Welt. Allerdings kann Zverev nach dem Triumph vor fünf Wochen bei den French Open ohne Druck ins Endspiel gehen, denn er hat jetzt „seinen“ Grand-Slam-Titel und auf dem Weg ins Finale so überzeugend wie noch nie auf Rasen aufgespielt. Die letzten neun Duelle hat Sinner aber alle gewonnen gegen Zverev (Satzverhältnis 19:2) und nicht mehr verloren gegen den 29-Jährigen seit dem Achtelfinale bei den US Open 2023.
Jannik Sinner setzte sich im Halbfinale gegen Novak Djokovic durch. © APA/afp / KIRILL KUDRYAVTSEV
„Aber das zählt alles nichts“, sagt Sinner vor dem 15. Duell zwischen den beiden, dem ersten auf Rasen. Insgesamt liegt Sinner mit zehn zu vier Siegen vorne. „Es fühlt sich gut an, wieder in einem Grand-Slam-Finale zu stehen. Das tut mir gut. Was auch immer in der Vergangenheit zwischen mir und ihm passiert ist, das ist passiert. In der Zwischenzeit hat Sascha in Paris einen Grand Slam gewonnen, was ihm viel Selbstvertrauen gegeben hat. Wir haben alle gesehen, auf welchem Niveau er in Wimbledon spielt.“
Zverev „auf Augenhöhe“
Zverev fühlt sich trotz der Negativserie „auf Augenhöhe“ mit Sinner. Er ist der erste Finalist aus Deutschland in Wimbledon seit 31 Jahren (Boris Becker) und will heute der erste Wimbledonsieger aus Deutschland seit Michael Stich 1991 werden. Das „Double“ French Open und Wimbledon in einer Saison haben auch erst sechs Spieler geschafft in der Profi-Ära.Alexander Zverev behielt gegen Arthur Fery die Oberhand. © ANSA / TOLGA AKMEN
Zwei Stunden lang hat Sinner gestern Nachmittag von 13 bis 15 Uhr Ortszeit (14 bis 16 Uhr in Südtirol) auf Platz 1 im Aorangi Park trainiert. Wie am Donnerstag waren Adam und Tom seine Trainingspartner, bis zu sieben TV-Anstalten gleichzeitig haben Bilder vom Training aufgenommen oder live darüber berichtet.
Sinner ist vor einem großen Finale nicht abergläubisch: „Ich verbringe gerne Zeit mit meinem Team.“ Das England-Spiel bei der Fußball-WM gegen Norwegen wollte er sich gestern spätabends anschauen: „Das Finale am Sonntag ist nicht spät, aber erst um 16 Uhr, da muss ich nicht schon um 9 Uhr aufstehen. Da kann man ein bisschen länger schlafen. Ich bin ganz entspannt.“
Neun Siege in Folge von Sinner
Jannik Sinner hat die letzten neun Duelle gegen Alexander Zverev gewonnen:Cincinnati 2024: 7:6, 5:7, 7:6
Australian Open 2025: 6:3, 7:6, 6:3
Wien 2025: 3:6, 6:3, 7:5
Paris 2025: 6:0, 6:1
ATP Finals 2025: 6:4, 6:3
Indian Wells 2026: 6:2, 6:4
Miami 2026: 6:3, 7:6
Monte Carlo 2026: 6:1, 6:4
Madrid 2026: 6:1, 6:2.
In der Gesamt-Bilanz steht es 10:4 für Sinner, der zuletzt 2023 gegen den Hünen Zverev verloren hat.
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