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Steht in der 2. Runde: Jannik Sinner © APA/afp / DAVID GRAY

Sinners Marathon-Sieg an der Côte d’Azur

Jannik Sinner hat am Montagabend beim ATP-250-Turnier in Marseille einen Erfolg gefeiert, der unter die Kategorie Arbeitssieg fällt. Sein Gegenüber leistete größeren Widerstand als gedacht.

Gregoire Barrere ist zwar schon 27 Jahre alt, hat in seiner Karriere aber lediglich 34 Partien auf der ATP-Tour bestritten und nur elf davon gewonnen. Dass der Weltranglisten-115. vor allem bei Indoor-Bedingungen aber nicht zu unterschätzen ist, wusste Sinner. Der Sextner glänzte nicht, spielte zu keinem Zeitpunkt sein bestes Tennis, gewann jedoch die Partie in drei Sätzen mit 7:6, 6:7 und 7:5.


Die beim Turnier in Montpellier zugezogene Rückenverletzung machte Sinner nicht zu schaffen. Er bewegte sich gut, ließ keine physischen Mängel erkennen. Und der Sextner stand, im Gegensatz zur Erstrundenniederlage gegen Aljaz Bedene in Montpellier, näher an der Grundlinie. Dort hatte Sinner durch sein passives Spiel viel Laufarbeit betreiben müssen und dem Gegner über weite Strecken das Zepter überlassen. Trotz der wiedergefundenen Aggressivität erwischte der Franzose im menschenleeren Stadion in Marseille den besseren Start.

Sinner mit Stotterstart
Er las den Aufschlag seines jüngeren Kontrahenten, retounierte dementsprechend gut und profitierte zudem von Sinners Fehler. Der Südtiroler fand gegen das riskante Spiel des 27-Jährigen dagegen keine Mittel, erst Mitte des Satzes besserte sich die Lage zu seinem Gunsten. Zu diesem Zeitpunkt führte Barrere aber schon mit einem Break. Davon unbeeindruckt gelang Sinner – auch dank tatkräftiger Mithilfe des Franzosen – das Re-Break. Dass es anschließend in den Tiebreak ging, bedeutete für Barrere nichts Gutes. Denn Sinner hat in der laufenden Saison sechs „Verlängerungen“ gespielt und fünf davon gewonnen. Diese Bilanz besserte er durch einen nahezu perfekten Tiebreak weiter auf – 7:6.

Auf ein Abbauen des Underdogs hoffte Sinner nun vergebens. Barrere spielte seinen Stiefel souverän runter und ließ bei eigenem Aufschlag nichts zu, im Gegensatz zu Sinner: Dessen Aufschlag hatte an diesem Abend nicht die gewünschte Wirkung. Immer wieder schnupperte Barrere an ein Break, welches er verdient gehabt hätte. Sinner musste seine ganze Nervenstärke aufbringen, um aus brenzligen Situation zu entkommen – und erneut in den Tiebreak zu gelangen. In diesem führte er zwei Mal mit einem Minibreak, zum Matchgewinn reichte es dennoch nicht. Barrere zog von Sinners Unachtsamkeiten Profit, spielte darüber hinaus starke Punkte und entschied den zweiten Tiebreak mit 7:5 nach exakt zwei Stunden für sich.
Barrere versagen die Nerven
Der entscheidende dritte Satz plätscherte zunächst vor sich hin. Erst beim Stand von 3:2 für Sinner kochten die Emotionen hoch, als dieser im zweiten Anlauf das Break schaffte. Die Freude war allerdings nur von kurzer Dauer: Barrere meldete sich sofort zurück. Dass dem Südtiroler dieses Break überhaupt nicht schmeckte, wurde bei einem Schlägerwurf deutlich. Kaum hatte sich Sinner beruhigt, breakte Barrere erneut. Die Nerven ließen den Lokalmatadoren aber im Stich, sein Gegenüber schaffte das 5:5. Im darauffolgenden Game musste der Youngster erneut Breakmöglichkeiten abwehren, ehe er das Match nach fast drei Stunden dank eines perfekten Games zu Null gewann. Mit einem befreienden Jubelschrei feierte er seinen Einzug in die zweite Runde, in der Sinner auf Hugo Gaston (Frankreich) trifft.

Autor: leo

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