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Jannik Sinner hat in Turin Grund zur Freude. © ANSA / Alessandro Di Marco

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Jannik Sinner hat in Turin Grund zur Freude. © ANSA / Alessandro Di Marco

Sinners unheimliche Serie: So viel Sexten steckt dahinter

Jannik Sinner als Hartplatz-Spezialisten zu bezeichnen, wäre falsch. Er triumphierte schon beim Rasen-Klassiker in Wimbledon und stand bei den French Open einen Punkt vor dem Titelgewinn. Dennoch ist es unbestritten, dass er sich in der Halle am wohlsten fühlt. Die Gründe liegen auf der Hand.

Aus Turin

Von:
Leo Holzknecht

Mit seinem Auftaktsieg bei den ATP Finals über Felix Auger-Aliassime baute Jannik Sinner seine imposante Hallen-Serie weiter aus. Inzwischen hat der Sextner 27 (!) Erfolge in Serie bei diesen Spielverhältnissen aneinandergereiht. Damit gehört er einem erlesenen Kreis an: Nur John McEnroe (47), Novak Djokovic (35), Roger Federer (33) und Ivan Lendl (32) stehen in der Tennis-Geschichte längere Siegsträhnen zu Buche. Sinners letzte Niederlage in der Halle datiert vom 13. November 2023, als er im Finale der ATP Finals Djokovic unterlag.


Ein großer Teil dieser Dominanz ist mit Sinners Kindheit zu erklären. Während etwa sein ärgster Konkurrent Carlos Alcaraz im Süden Spaniens auf Sand seine Ausbildung genoss, war der Südtiroler im verschneiten und kalten Sexten dazu „gezwungen“, in die Halle auszuweichen. Ohne störende äußere Faktoren entwickelte Sinner sein Powertennis. „Hier weht kein Wind, hier blendet keine Sonne. Es gibt nur den Ball und den Platz. Ja, in der Halle herrschen meine bevorzugten Spielbedingungen“, erklärte der vierfache Grand-Slam-Sieger einst in einem Interview.

Mit der Rückhand ist Sinner eine Macht. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Mit der Rückhand ist Sinner eine Macht. © APA/afp / MARCO BERTORELLO


Hinzu kommt: Die ersten beiden Schläge eines jeden Ballwechsels – also Aufschlag und Return – sind in der Halle so entscheidend wie nirgendwo sonst. In beiden Punkten weist der Südtiroler Spitzenwerte auf: Laut Daten der ATP liegt Sinner im sogenannten Serve-Rating hinter Taylor Fritz und Giovanni Mpetschi Perricard auf Rang drei. Jenes der Rückschläger führt er hingegen vor Carlos Alcaraz an. Auger-Aliassime brachte es am Montag auf der Pressekonferenz auf den Punkt: „Er hat in diesen beiden Bereichen das beste Gesamtpaket. Er platziert die ersten Aufschläge immer nahe an der Linie, zudem verschlägt er kaum einmal einen Return.“

Eine unaufhaltbare Siegmaschine

Der letzte Faktor, der Sinner zu einer unaufhaltbaren Siegmaschine macht: Extreme Hitze oder Luftfeuchtigkeit, die ihm seit jeher zusetzen, gibt es in der Halle nicht. Körperliche Probleme plagen den Südtiroler also so gut wie nie. Im Vollbesitz seiner Kräfte stellt er für den Großteil seiner Kontrahenten ohnehin eine unüberwindbare Hürde dar. Das möchte Sinner auch am Mittwoch unter Beweis stellen, wenn er im zweiten Vorrundenmatch der ATP Finals Alexander Zverev duelliert.

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