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Sie feierten den Abschluss einer großen Karriere: Von links Seppis Trainer Massimo Sartori, seine Eltern Hugo und Maria-Luise, Andreas Seppi mit Tochter Liv im Arm, Ehefrau Michela und die Schwiegereltern Cinzia und Hugo Bernardi. © Alex Runggaldier

So emotional verlief der Seppi-Abschied

Am Dienstag hatte Andreas Seppi seinen letzten großen Auftritt als Tennis-Profi. Wenige Tage später wurde dem Kalterer beim Challenger in Gröden der offizielle Abschied bereitet.

Aus der Tennishalle in Runggaditsch

Von:
Leo Holzknecht

Zu Seppis Ehren wurde am Freitagabend der rote Teppich auf dem Center Court in der Tennishalle in Runggaditsch ausgerollt. Hunderte Zuschauer kamen, um den Tennis-Star noch ein letztes Mal hochleben zu lassen. Es wurde ein Abend, an dem der 38-Jährige seine atemberaubende Karriere Revue passieren ließ, Geschichten vergangener Zeiten erzählte und auch über seine Zukunft sprach.


„Ich dachte, dass es mir schlechter gehen würde“, antwortete der Tennis-Rentner auf die Frage, wie er sich nach dem Rücktritt fühle. „Ich kann mir nichts vorwerfen, bin echt glücklich und stolz auf das, was ich erreicht habe. Ein schönes Kapitel ist zu Ende gegangen, doch nun beginnt ein neues.“ Vor den Augen seiner Familie und seines Trainers Massimo Sartori erinnerte er sich an seine Anfänge zurück. „Zu Beginn sind wir viel mit dem Auto gefahren – auch zehn Stunden lang. Das Geld war knapp, wir aßen viel beim McDonald’s“, erzählte Seppi mit einem Schmunzeln. Für seinen Erfolgscoach, den er 1995 im Alter von elf Jahren erstmals begegnete, fand der Routinier nur lobende Worte. „In all den Jahren haben wir viel voneinander gelernt. Wir sind als Menschen gewachsen und aus unserer beruflichen Beziehung ist richtige Freundschaft geworden. Es war eine spezielle Reise.“

Sartori würdigt Seppi

„Er war einer, der das Tennis liebte“, sagte Sartori über seinen Schützling. „Er stand von 14 bis 19 Uhr auf dem Tennisplatz und arbeitete, als er noch ein Kind war, alleine an sich. Sein Einsatz, seine Hingabe waren seine größte Stärke.“ Die Familie habe großen Anteil an seiner Karriere, weil sie die richtigen Werte vorlebte. Zudem unterstrich „Max“, dass Seppi auch über ein außergewöhnliches Tennis-Talent besitze. „Sonst schlägt man keine Kaliber wie Roger Federer, Rafael Nadal oder Andy Murray. Das Niveau von Andreas war und ist immer noch sehr noch, er hätte sich sogar noch größere Erfolge verdient gehabt“, so Sartori.

Andreas Seppi schrieb den zahlreichen jungen Fans Autogramme.


Neben dem Italiener kamen auch andere Wegbegleiter zu Wort, wie etwa Alexander Vorhauser, langjähriger Präsident des Tennisklubs Kaltern. „Viele meinten, es sei eine verrückte Idee, einen Tennisklub in Kaltern zu eröffnen. Und als ich sagte, das Ziel ist es, einen Spieler in die Top-100 zu bekommen, meinten viele, dass ich einen Vogel hatte. Letzten Endes blieb Andreas fast 16 Jahre in den Top-100“, erzählte Vorhauser eine Anekdote. Bevor die Gäste den Abend bei Speis und Trank ausklingen ließen, wurde auf der Großleinwand noch einmal ein emotionales Video abgespielt, in dem die größten Seppi-Siege gezeigt wurden. Anschließend betraten Ehefrau Michela und Tochter Liv den Platz, um mit ihrem Liebling die Ovationen der Fans zu genießen.
„Mir wird das Gefühl auf dem Platz fehlen.“ Andreas Seppi

„Mir wird das Gefühl auf dem Platz, die Atmosphäre, der Applaus von den Zuschauern, das Adrenalin fehlen. Dieses kann ich nun zu Hause mit den Kindern auslassen. Und wenn mich wieder die Nostalgie packt, kann ich ein paar Videos von früher ansehen und mich an die schönen Momente zurückerinnern“, erklärt Seppi. Wie seine Zukunft aussehen wird, weiß er nicht genau. „Ich habe noch keine klaren Ideen. Die nächsten Monate werden wir in Amerika verbringen, ehe wir wieder zu Weihnachten zurückkommen. Mal sehen, was das nächste Jahr bringt, viele Türen sind offen“, hält sich der Kalterer abschließend bedeckt.


Halbfinals stehen fest

Noch bevor das Fest begann, gingen die Viertelfinals über die Bühne. Von vier Italienern schafften es deren zwei in die Vorschlussrunde. Serve-and-Volley-Spezialist Andrea Vavassori (ATP 197) bezwang den an Nummer 1 gesetzten Tomas Mahac (ATP 115) mit 1:6, 6:3, 6:4. Flavio Cobolli (ATP 167) setzte sich gegen Lukas Rosol (ATP 218) mit 7:6, 4:6 und 6:2 durch. Der 20-Jährige trifft im Halbfinale nun auf Borna Gojo (ATP 182), der Giuliano Zeppieri in zwei Sätzen schlug. Vavassori bekommt es hingegen mit dem Bezwinger von Luca Nardi zu tun, Lukas Klein (ATP 163). Die Partien sind ab 11 Uhr angesetzt.

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