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Jannik Sinner und Novak Djokovic zeigten großes Tennis. © APA/afp / SEBASTIEN BOZON

Taktik-Fuchs Djokovic: „Das war der Wendepunkt“

Jannik Sinner führte schon mit zwei Sätzen, dachte vielleicht an den sensationellen Erfolg, doch am Ende war es Novak Djokovic, der das packende Wimbledon-Viertelfinale für sich entschied. Als Wendepunkt sah der 35-Jährige eine bestimmte Aktion an.

Novak Djokovic wusste nicht wie ihm geschieht. Er, der die letzten 25 Matches in Wimbledon gewonnen hatte, lag auf dem Centre Court gegen den auf Rasen unerfahrenen Sinner mit 0:2-Sätzen in Rückstand. Doch der Serbe lag nicht nur im Hintertreffen, nein. Er wurde vom entfesselten Südtiroler teilweise dominiert. Ein Umstand, den der 20-fache Grand-Slam-Sieger nicht gewohnt ist. „Jannik war für zwei Sätze der bessere Spieler“, gestand der Djoker beim On-Court-Interview. „Ich bin raus gegangen, habe mich erfrischt und im Spiegel eine Motivationsrede gehalten. Das ist, wenn auf dem Platz keine positiven Dinge passieren, manchmal nötig.“ Dadurch habe er seine Gedanken neu sammeln und sich bestmöglich auf Sinner einstellen können.


Und tatsächlich trat der Mann aus Belgrad anschließend wie verwandelt auf. Er breakte Sinner gleich zu Beginn des dritten Satzes und hatte ab sofort das Zepter fest in seiner Hand. „Die Toilettenpause war der Wendepunkt“, verriet Djokovic mit einem kleinen Zwinkern.

Sinner stimmt zu
Sinner sieht den Beginn des dritten Satzes ebenfalls als Knackpunkt an: „Als ich im zweiten Aufschlagspiel 0:15 hinten lag, habe ich eine einfache Vorhand ins Netz verschlagen. Danach hat Novak einen guten Punkt gespielt. Anstatt 15:30 lautete der Stand 0:40. Er hat mich kurz danach gebreakt und von diesem Zeitpunkt an besser gespielt“, so die Worte des Sextners, der danach kein Break mehr schaffte.

Das Bild des Tages: So jubelte Novak Djokovic nach einem Zauberschlag. © APA/afp / SEBASTIEN BOZON


Dass Fußschmerzen ihn ab Ende des vierten Satzes geplagt hätten, lässt Sinner nicht gelten. „Ich habe mir beim Sturz den Knöchel verdreht. Als ich zu Beginn Schmerzen verspürte, hatte ich ein bisschen Angst. Als ich dann aber die ersten Schritte gemacht habe, hatte ich das Gefühl, dass es in Ordnung ist. Bei den ersten beiden Punkten war ich noch ein bisschen vorsichtig, doch anschließend war alles ok. Das Wichtigste ist, dass sich mein Körper jetzt gut anfühlt“, meint der verletzungsgeplagte Südtiroler, der enttäuscht, gleichzeitig aber auch stolz war.
Nächster Halt: Hamburg
„Was ich hier in Wimbledon geleistet habe, wird mir für den Rest der Saison hoffentlich viel Selbstvertrauen geben. Ich kann stolz darauf sein“, betont der Sextner. „Ich habe mich von Match zu Match gesteigert und vieles auf dieser Spielunterlage gelernt. Das wird mir in den kommenden Jahren hier in Wimbledon helfen und war der Grund, warum ich überhaupt entschieden habe, auf Rasen zu spielen.“ Er habe gezeigt, er könne eine gute Figur abgeben und werde das nächste Jahr mit mehr Zuversicht anreisen – und hoffentlich noch weiter kommen.

Jetzt schalte er für einige Tage ab, ehe seine Saison mit dem traditionsreichen ATP-500-Sandplatzturnier in Hamburg (16. bis 24. Juli) weitergeht.

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