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Vier Spielerinnen des Damen-Teams, von links Susan Bandecchi, Angelica Moratelli, Verena Meliss und Lara Pfeifer. © ANDREAS KEMENATER

TC Rungg: Große Vorfreude und ein Hauch von Djokovic

Für den TC Rungg beginnt an diesem Wochenende ein historisches Abenteuer: Erstmals wird der Girlaner Tennisklub im Konzert der Großen, sprich in der Serie A1, mitspielen. Bevor am Sonntag die ersten Meisterschaftsbälle geschlagen werden, stellten sich die Rungger der lokalen Presse vor.


Von Thomas Debelyak aus Girlan

„Für uns wird es ein Festtag werden“, strotzt Karl Stuefer, der Präsident des TC Rungg, nur so vor Vorfreude. Am Sonntag werden seine Schützlinge in der Serie A1 die ersten Spiele absolvieren. Das Herrenteam, das unter dem Namen „Rungg Südtirol Merano Speck“ aufläuft, bekommt es zu Hause mit Selva Alta zu tun, die Damen („Rungg Kiku“) sind auswärts in Rom beim TC Parioli gefordert. Schon seit Wochen fiebert man in Girlan auf das Debüt in der Elite-Liga Italiens hin, nun ist es soweit.

Auch das Herren-Team ist bereit. © ANDREAS KEMENATER


Der Aufstieg des „einfachen Dorfklubs“, wie der TC Rungg von Präsident Stuefer beschrieben wird, in die Serie A1 ist ein denkwürdiges Kunststück. Vor allem wenn man bedenkt, dass 2017 noch beide Teams der Rungger in der Serie C gespielt haben. „Dass wir es ins italienische Oberhaus schaffen, war so sicher nicht geplant“, gibt Stuefer zu, ergänzt aber: „Gleichzeitig bedeutet das, dass wir in den letzten Jahren schon etwas geleistet haben. Irgendwie sind wir ja immer noch der kleine Dorfverein, der mit Städten wie Rom oder Mailand nichts gemeinsam hat. Dass so etwas dann rauskommt, macht uns stolz.“
Von Kalifornien direkt nach Girlan
Wichtig ist für den TC Rungg, dass der Stamm der beiden Mannschaften nach wie vor aus Eigengewächsen besteht. Bei den Damen ist dies vor allem Verena Meliss, die im Weltranking an Position 558 geführt wird und somit zurzeit Südtirols beste Spielerin ist, aber auch die 17-jährige Lara Pfeifer, während bei den Herren der erfahrene Patrick Prader ein Aushängeschild ist. Um in der Serie A1 zu bestehen, braucht es aber auch Kräfte von auswärts. Deshalb hat der TC Rungg heuer einen Coup gelandet und Federico Gaio ins Boot geholt, der im Weltranking aktuell an Position 152 liegt. Er hat in dieser Woche die Qualifikation in Indian Wells (Kalifornien) bestritten, den Sprung ins Hauptfeld aber verpasst. Deshalb wird er am Sonntag im Heimspiel der Rungger mit dabei sein.

Präsident Karl Stuefer fiebert dem Start entgegen. © ANDREAS KEMENATER


Eine weitere spezielle Persönlichkeit hat der TC Rungg in seinem Team, nämlich Marco Panichi. Er ist nämlich seit 2017 der Athletiktrainer von keinem Geringeren als Novak Djokovic, der die Tennis-Welt zurzeit beherrscht wie kein anderer. „Wir haben uns im Tennis-Zirkus schon länger gekannt. Als er dann sein altes Team ausgetauscht hat, hat er mich gefragt, ob ich ihn betreuen möchte“, erklärt der Römer, der die Arbeit mit dem Weltranglisten-Ersten als „eine ständige Ausbildung“ beschreibt.
„Die Arbeit mit Novak Djokovic ist für mich eine ständige Ausbildung.“ Marco Panichi

Auch beim TC Rungg wird Panichi die Tennis-Asse auf Vordermann bringen. Zwar ist er nicht immer vor Ort, trotzdem ist seine Erfahrung – auch für andere Trainer des Vereins – Gold Wert. Wie aber kommt Marco Panichi ins beschauliche Girlan? „Ich kenne Manuel Gasbarri (der Teamchef der Rungger, Anm. d. Red.) schon länger, war früher auch mal sein Athletiktrainer. Er hat mich für hier überzeugt“, so Panichi.

Trainer Manuel Gasbarri ist mitverantwortlich für den großen Erfolg.


Apropos Gasbarri: Dass der TC Rungg heute in der Serie A1 ist, ist zum großen Teil auch sein Verdienst. Der langjährige Teamchef weiß aber auch: „Es wird eine sehr komplizierte Meisterschaft werden. Die Lücke zwischen den Playoffs und den Playouts wird sehr klein sein. Für uns ist klar: Wir spielen, um uns zu retten. Wenn wir das schaffen würden, wäre das ein toller Erfolg.“ Den ersten Schritt hierfür wollen die Rungger schon am Sonntag setzen.

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