
Jannik Sinner steht im Viertelfinale. © ATP Tour
Tennis auf höchstem Niveau: Sinner schlägt Supertalent
Jannik Sinner musste am Dienstag (Ortszeit) im Achtelfinale beim Masters-1000-Turnier von Indian Wells ganz tief in seine Trickkiste greifen, um einen entfesselten Youngster in die Schranken zu weisen. Nach zwei Stunden großartigen Tennis stand dessen Sieg jedoch fest.
11. März 2026
Von: leo
Joao Fonseca spielt zwar seit über zwei Jahren konstant auf der ATP Tour. Auf die dominierenden zwei Profis der Gegenwart, Jannik Sinner und Carlos Alcaraz, traf er in seiner Karriere aber noch nie. Umso größer war der Hype um seine erste Partie gegen den Südtiroler. Dieser erfuhr in der kalifornischen Wüste die Klasse des Brasilianers am eigenen Leib, fuhr dank einer ausgezeichneten Leistung aber den 7:6, 7:6-Sieg ein.
Dass Fonseca in seinen jungen Jahren schon dort steht, wo er heute ist, hat er in kleinen Teilen auch Jannik Sinner zu verdanken. Als der Brasilianer an den ATP Finals 2023 in Turin als Sparringpartner fungierte, erzählte er dem Sextner von seinem Vorhaben, College-Tennis zu spielen. Sinner konterte daraufhin: „Du bist zu gut, um das zu tun. Werde Profi.“ Drei Monate später setzte der nun 19-Jährige den Rat des Weltranglistenzweiten in die Tat um.
Packender Schlagabtausch
Zweieinhalb Jahre nach der ersten Begegnung kam es nun also zum mit Spannung erwarteten ersten Match. Dieses hielt ab dem ersten Ballwechsel, was es versprach. Beide Akteure schlugen den Ball mit horrendem Tempo. Gewinnschläge gab es fast im Minutentakt. Allein im ersten Satz bekam das pro-brasilianische Publikum 34 Winners zu sehen. Zunächst hatte Fonseca, der regelmäßig mit über 220 Kilometern pro Stunde aufschlug, das Spieldiktat in seiner Hand. Eine frühe Breakchance wehrte Sinner aber ab, ehe er sich selbst zwei Gelegenheiten erarbeitete, diese aber ebenfalls ungenutzt ließ.Jannik Sinner zeigte seine ganze Klasse. © ATP Tour
Und so ging es in den Tiebreak. In diesem unterliefen dem Favoriten in langen Ballwechseln folgenreiche, ungewohnte Fehler, die Fonseca drei Satzbälle bescherten. Unter höchstem Druck legte Sinner jedoch seine ganze Nervenstärke an den Tag. Zuerst machte er alle drei Möglichkeiten des Gegners zunichte, bevor er sich dank eines fantastischen Returns selbst eine Chance erarbeitete, die er konsequent nutzte. Mit dem Gewinn des ersten Abschnitts nahm er auch den euphorisierten brasilianischen Fans den Wind etwas aus den Segeln.
Fonseca dachte aber nicht daran, die weiße Fahne zu hissen. Konzentriert und weiterhin aggressiv spielte er auch im zweiten Satz. Beim Stand von 2:3 aus seiner Sicht streute er aber vermeidbare Fehler ein, die Sinner zum Break nutzte, obwohl Fonseca bei einem Breakball den besten Ballwechsel des Abends für sich entschied. Wer dachte, das Match sei nun vorbei, wurde eines Besseren belehrt. Als Sinner für den Satz aufschlug, breakte Fonseca zurück – und das zu Null. Wieder bekamen die Fans einen Tiebreak zu sehen, wieder gelang dem Brasilianer das erste Minibreak, doch wieder hatte der Südtiroler das bessere Nervenkostüm. 2.01 Stunden waren gespielt, als er seinen ersten Matchball mit einem krachenden Return verwertete.
Nach der Partie verließen beide Spieler frohen Mutes den Platz. Sinner, weil er nach wie vor von seinem ersten Titelgewinn in Indian Wells träumen darf. Fonseca, weil er der Welt bewiesen hat, dass er auch gegen die Besten der Welt eine gute Figur abgibt.
Jetzt gegen Tien
Für den Sextner kommt es im Viertelfinale nun zur nächsten Partie gegen ein hoch gehandeltes Talent. Der im Vergleich zu Fonseca ein Jahr ältere Learner Tien (ATP 27) schlug im Achtelfinale den Spanier Alejandro Davidovich Fokina (ATP 19) nach Abwehr von zwei Matchbällen mit 4:6, 6:1 und 7:6.Profil bearbeiten
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