
Alex De Minaur benötigt eine Auszeit. © APA/afp / KIRILL KUDRYAVTSEV
Tennis-Star lässt tief blicken: „Ich bin innerlich gebrochen“
Des einen Freud, des anderen Leid: Während Flavio Cobolli am Montag in Wimbledon einen viel umjubelten Sieg feierte, der ihn ins Viertelfinale katapultierte, haderte sein Kontrahent mit seinem Schicksal.
07. Juli 2026
Von: leo
Alex De Minaur befindet sich auf dem sechsten Platz der Weltrangliste (und damit so hoch wie nie zuvor), hat in seiner Karriere schon elf Titel gewonnen und über 25 Millionen Dollar Preisgeld verdient. Und dennoch sind viele Träume des Australiers noch unerfüllt. Nach seinem Ausscheiden in Wimbledon gab der 27-Jährige eine tiefgründige, offene Pressekonferenz, die unter die Haut ging.
„Ich bin innerlich gebrochen, das ist die Realität“, sagte De Minaur auf der PK. „Man investiert so viele Stunden in diesen Job und so viele Jahre, um Momente wie diese zu haben. Es ist wirklich herzzerreißend, dem dann nicht gerecht werden zu können.“ Diese Worte beziehen sich auf dessen Grand-Slam-Bilanz, die zu wünschen übrig lässt. Der gestandene Top-10-Spieler stand schon siebenmal in einem Viertelfinale, zu mehr reichte es aber nie.
Die Enttäuschungen häufen sich an
In Wimbledon war De Minaur in seinem Tableauviertel der große Favorit aufs Halbfinale. Gegen Cobolli bot er jedoch zu keinem Zeitpunkt sein bestes Tennis – und das, obwohl er in den Sätzen zwei und drei mit Break führte. 40 unerzwungene Fehler und nur 24 Gewinnschläge sprechen eine klare Sprache.Alex De Minaur (links) verlor gegen Flavio Cobolli. © ANSA / TOLGA AKMEN
„Ich werde für einige Zeit keine Turniere spielen. Aber es kommt einfach immer mehr zusammen. Die Ziele, die Träume, die man hat, sie beginnen zu verblassen oder fühlen sich ein Stück weit unerreichbarer an als früher. Ich habe das Gefühl, dass ich vor ein paar Jahren definitiv näher dran war. Jetzt fühlt es sich einfach so an, als würde ich mich immer weiter von diesen Träumen entfernen. Es wird immer härter. Das ist die Realität“, erklärte De Minaur.
Dass er diese Aussagen auf dem vermeintlichen Höhepunkt seiner Karriere tätigt, (nach Wimbledon könnte er zur Nummer 5 der Welt aufsteigen), stimmt nachdenklich. Es zeigt jedoch auch, wie gnadenlos und schwer der Tennissport ist, in dem es bei jedem Turnier nur einen Sieger geben kann. Fest steht: Der Kämpfer aus Australien wird auch nach dem x-ten Rückschlag nicht den Kopf in den Sand stecken und weiter an seine Träume arbeiten und glauben.
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