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Jannik Sinner wird von Andy Roddick geadelt. © APA/afp / OSCAR DEL POZO

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Jannik Sinner wird von Andy Roddick geadelt. © APA/afp / OSCAR DEL POZO

US-Ikone: „Wer sagt, Sinner sei langweilig, schaut nicht hin“

Jannik Sinner fasziniert und beeindruckt mit seinen Erfolgen die Sportwelt. Zugleich entfacht seine Dominanz eine Diskussion über die Attraktivität des aktuellen Tennissports. Ein ehemaliger US-amerikanischer Grand-Slam-Sieger hat dazu nun klar Stellung bezogen.

Sieg in Indian Wells, Miami, Monte-Carlo und Madrid – seit vier Turnieren, 23 Partien und knapp drei Monaten ist Jannik Sinner auf der ATP Tour ungeschlagen. Während viele die Konstanz und schiere Dominanz des 24-Jährigen bewundern, klagen andere über Monotonie, ja sogar Langeweile im Tennissport. Verstärkt werde dieses Gefühl durch die Absenz von Carlos Alcaraz, dem größten Konkurrenten des Südtiroler Wunderkindes. Andy Roddick, ehemals die Nummer 1 der Welt und Gewinner der US Open 2003, findet: Sinner ist alles andere als langweilig.


Der 43-Jährige sprach in seinem Podcast Served darüber, was den Sextner auszeichnet – und was ihn für ihn persönlich so aufregend macht. „Wenn ich mich daran erinnere, wie Sinner vor vier Jahren spielte, und ich ihn jetzt sehe, ist der Unterschied riesig. Jetzt spielt er wie ein Erwachsener. Ja, damals waren schon Ansätze zu erkennen. Irgendwann fragte man sich aber: Schafft er den Durchbruch? Seither hat er von den Besten dazugelernt. Die Ballverteilung von Novak Djokovic, die Stoppbälle von Alcaraz. Es ist absurd“, adelte Roddick.

Andy Roddick zeigt sich von Jannik Sinner beeindruckt. © GETTY IMAGES NORTH AMERICA / ANDREW REDINGTON

Andy Roddick zeigt sich von Jannik Sinner beeindruckt. © GETTY IMAGES NORTH AMERICA / ANDREW REDINGTON


Die ständige Weiterentwicklung, die der Schützling von Simone Vagnozzi und Darren Cahill vorantreibe, sei eine seiner größten Qualitäten. „Wenn man so jung und so erfolgreich ist, könnte man stur werden und sagen: 'Besser brauche ich nicht zu werden.' Sinner ist aber jetzt ein kompletterer Spieler als im letzten September. Mit seinem Aufschlag etwa hat er einen großen Schritt nach vorn gemacht. Dieser ist nun präziser, kommt öfter und ist von den Gegnern kaum zu lesen“, analysiert Roddick.

Sinners Vielseitigkeit als Schlüssel

Die Art und Weise, wie er mit Arthur Fils und Alexander Zverev zwei der zurzeit besten Spieler der Welt „demontiert“ habe, sei unglaublich gewesen. Zumal sich Sinner seinem Gegenüber immer anpasse und dessen Schwächen offenlege. „Fils zwang er zu unendlichen Rückhandduellen. Er stand nah an der Grundlinie und raubte ihm Zeit. Zverev überraschte er hingegen mit ständigen, plötzlichen Richtungsänderungen. Wenn einer sagt, er finde Sinner langweilig, schaut er nicht richtig hin“, stellt Roddick klar.

Der Sinner-Aufschlag. © APA/afp / OSCAR DEL POZO

Der Sinner-Aufschlag. © APA/afp / OSCAR DEL POZO


Sorgen, dass sich Sinner mit der Teilnahme in Rom zu viel zumutet, hat der US-Amerikaner nicht. „Er ist immun gegen äußere Einwirkungen. Wäre er nicht bereit und fit genug, in Rom anzutreten, würde er das nicht tun – auch wenn es sein Heimturnier ist und jeder ihn sehen will“, betont Roddick. Zudem habe er jetzt sechs Tage Zeit, um sich zu erholen, ehe sein erstes Match ansteht. „Ich sehe nicht, wie jemand ihn aufhalten soll.“

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