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Sinner brüllt sich die Freude aus dem Leib. © APA/getty / ELSA

US Open: Ein Außenseiter bringt Sinner gehörig ins Schwitzen

Jannik Sinner hat bei den US Open seine Pflicht erfüllt und ist in die zweite Runde eingezogen. Allerdings hatte er im Flushing-Meadows-Park deutlich mehr Mühe als ihm lieb war.

Es war für Jannik Sinner ein skurriles Erstrundenmatch, das er sich am Dienstagabend (MESZ) in New York mit dem Deutschen Daniel Altmaier lieferte. Skurril deshalb, weil es für den Südtiroler eine Wanderung zwischen den Extremen war. Mal machte Sinner Weltklassepunkte, mal haarsträubende Fehler, mal spielte er mit seinem Gegner Katz und Maus, mal ließ er ihn viel zu leicht ins Spiel zurückkommen. Am Ende zählt aber das Ergebnis: Und nach 3.35 Stunden steht Sinner als Sieger des Fünf-Satz-Matches (5:7, 6:2, 6:1, 3:6, 6:1) da.


Somit zieht der Sextner in die zweite Runde ein. Dort trifft er am Donnerstag auf den US-amerikanischen Qualifikanten Christopher Eubanks (ATP 145), der zum Auftakt überraschend den Spanier Pedro Martinez (ATP 54) aus dem Turnier geworfen hat.

Altmaier überrascht den Favoriten
Aber zurück zu Sinners Erstrundenmatch. Gegen Daniel Altmaier war der Pusterer, der im ATP-Ranking an Position 13 steht, großer Favorit, immerhin liegt sein Konkurrent in der Weltrangliste auf Rang 93. Und: Der Deutsche bestreitet aktuell eine echte Horrorsaison, denn von 23 Spielen auf der ATP-Tour konnte er gerade einmal fünf für sich entscheiden. Von dieser Formschwäche war am Dienstag im Louis-Armstrong-Stadium, der zweitgrößten Arena bei den US Open, zunächst aber nichts zu sehen.

Spielte ein bärenstarkes Match: Daniel Altmaier. © APA/getty / ELSA


Der 23-Jährige aus Kempen spielte mit Sinner sofort auf Augenhöhe mit. Der Südtiroler kam nur schwer in die Gänge, traf ungewohnt oft die zu komplizierte Entscheidung und streute auffällig viele Fehler (13) ein. Vor allem gegen Ende des ersten Satzes, den der stark aufspielende Altmaier nach einem Break überraschend für sich entscheiden konnte.
Sinner macht 19 Punkte in Folge
Damit hat der Deutsche ordentlich Kraftstoff in Sinners Tank geschüttet. Wie von der Tarantel gestochen ging der 21-jährige Sextner in den zweiten Satz, den er – wie später auch den dritten Abschnitt – nach Belieben dominierte. Vor allem die ständigen Rhythmuswechsel und die präzisen Grundlinienschläge brachten Altmaier an den Rand der Verzweiflung. Satzübergreifend machte Sinner sogar 19 (!) Punkte in Folge – das ist ein unglaublicher Wert.

Jannik Sinner hatte zu kämpfen. © APA/getty / ELSA


Südtirols amtierender Sportler des Jahres lag also mit 2:1 nach Sätzen vorne, gegen einen Gegner, der wie ein geschlagener Boxer in den Seilen hing. Eine „gmahnte Wiesn“ also? Nein! Denn Altmaier gab sich nicht geschlagen, eignete sich Punkt für Punkt wieder Selbstvertrauen an und holte auch den einen oder anderen Zauberschlag aus seinem Repertoire hervor. Währenddessen kam bei Sinner der Wurm rein, weshalb sich Altmaier den Satz mit 6:3 holte und einen alles entscheidenden fünften Durchgang erzwang.
Der Knackpunkt
Dort geriet Sinner prompt wieder in Bredouille, als er im dritten Game bei eigenem Service mit 0:40 hinten lag. Doch der Youngster wehrte insgesamt vier Breakchancen ab, schnappte sich das Game zum 2:1 und machte anschließend selbst das Break klar – und zwar mit dem schönsten Ballwechsel des gesamten Matches. Das war der Knackpunkt: „Jan“ war nun wieder im „flow“, brüllte sich immer wieder die Freude aus dem Leib, mobilisierte die Fans – und durfte schließlich nach 3.35 Stunden über seinen Sieg jubeln.

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