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Rafa Nadal musste in Melbourne bereits die Segel streichen. © ANSA / JAMES ROSS

Verletzt und frustriert: Nadal ist raus

Titelverteidiger Rafael Nadal ist am Mittwoch in der zweiten Runde der Tennis-Australian-Open ausgeschieden. Er verlor glatt in drei Sätzen.

Der Spanier unterlag Mackenzie McDonald 4:6,4:6,5:7. Der US-Amerikaner beherrschte Nadal im Eröffnungssatz, im zweiten Durchgang zog sich der Favorit bei einem langen Schritt eine folgenschwere Verletzung im Hüftbereich zu. Danach schleppte sich der Grand-Slam-Rekordsieger mehr oder weniger nur noch bis zum Matchball. Die Partie war nach 2:32 Stunden beendet.


Nadal hatte schon vor seiner Verletzung frustriert gewirkt. Er schimpfte mit der Stuhlschiedsrichterin, auf der Bank schlug er nach einem kassierten Break mit der Hand gegen seinen Schläger. Verletzt humpelte er dann mit schmerzverzerrtem Gesicht zur Bank, wo er sich kurz im oberen Bereich des linken Beins kurz behandeln ließ. Danach verschwand er für eine medizinische Auszeit in die Kabine. Ehefrau Maria Francisca Perello hatte Tränen in den Augen. Das enttäuschende Ende war absehbar.

Nadal gab nicht auf, gewann auch direkt sein Aufschlagspiel zum 4:5 – doch seine Bewegungen waren überhaupt nicht rund. Gegner McDonald schien mit der Situation überfordert, in seinem bis dahin starken Spiel gab es einen Bruch. Doch er fing sich wieder und zog in die dritte Runde ein. Für Nadal ist es das frühestes Out bei diesem Major seit 2016. Nadal verlor sieben seiner jüngsten neun Einzel. Eine derart magere Ausbeute war ihm letztmals 17-jährig Ende 2003/Anfang 2004 passiert.
Der nun 36-Jährige hatte vor einem halben Jahr beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon verletzungsbedingt sogar aufgeben müssen. Damals war er zum Halbfinale gegen den Australier Nick Kyrgios wegen eines Risses des Bauchmuskels nicht angetreten. Nadal leidet zudem seit Jahren unter chronischen Fußschmerzen, deswegen hatte er nach eigenen Angaben vor nicht allzu langer Zeit schon über einen Rücktritt nachgedacht.

Iga Swiatek zog im Eiltempo in die nächste Runde ein. © APA/afp / MANAN VATSYAYANA


In den ersten Partien des Tages hatte die topgesetzte Iga Swiatek die Kolumbianerin Camila Osorio 6:2,6:3 besiegt. Mit Jessica Pegula und Maria Sakkari gaben sich auch die Nummern drei und sechs des Turniers keine Blöße. Die US-Amerikanerin gewann gegen die Weißrussin Aliaksandra Sasnowitsch 6:2,7:6(5), die Griechin Sakkari gegen die Russin Diana Shnaider 3:6,7:5,6:3. Die Tschechin Petra Kvitova schied hingegen aus.

Das 5:7,4:6 der zweifachen Wimbledon-Siegerin, als Nummer 15 eingestuft, gegen die Ukrainerin Anhelina Kalinina war lange das letzte Frauen-Ergebnis am dritten Turniertag. Denn auf den Außenplätzen sollte der Spielbetrieb erst nach mehr als sechseinhalb Stunden gegen 17.30. Uhr Ortszeit (7.30 Uhr MEZ) allmählich aufgenommen werden. Regen bei nur rund 16 Grad hatten auf den Frei-Courts keine Matches zugelassen. Einige Erstrunden-Partien müssen noch fertiggespielt werden, da das am Vortag wegen Hitze und dann auch wegen Regens nicht möglich gewesen war.

Swiatek war gegen Osorio 4:0 vorangelegen, als die Südamerikanerin plötzlich erheblich mehr Druck auf die Titelfavoritin ausübte. „Es war physisch wirklich intensiv“, sagte Swiatek nach dem Aufstieg. „Camila ist nach jedem Ball gelaufen, sie hat mir nicht viele freie Punkte gelassen.“ Tatsächlich in Bedrängnis war Sakkari, gegen die 18-jährige Russin Shnaider kam die Hellenin nach Satzrückstand erst nach mehr als zweieinhalb Stunden zum Sieg. „Sie sollte ihr College-Dasein aufgeben und Profi werden“, riet Sakkari ihrer Gegnerin im Interview.

Jessica Pegula in Aktion. © ANSA / JAMES ROSS


Pegula spielte mit einer Nummer 3 auf ihrem T-Shirt, um ihre Unterstützung mit Damar Hamlin auszudrücken. Der Football-Profi der Buffalo Bills hatte am 2. Jänner in einer NFL-Partie einen Herzstillstand erlitten, der Verteidiger ist aber auf dem Weg der Besserung und hat das Krankenhaus vor einer Woche wieder verlassen. Pegulas Eltern Terry und Kim sind die Besitzer der Buffalo Bills. „Er (Hamlin, Anm.) hat sich erholt, das ist toll zu sehen“, sagte ihre Tochter erfreut.

Jannik Sinner (Nr. 15) gab sich mit einem 6:3,6:2,6:2 gegen den Argentinier Tomas Martin Etcheverry keine Blöße. Sinner hat bei allen Grand Slams schon das Viertelfinale erreicht, aber nicht mehr. Später kam auch der Kanadier Felix Auger-Aliassime (6) weiter, gegen den Slowaken Alex Molcan aber erst nach Zweisatzrückstand mit 3:6,3.6,6:3,6:2,6:2.

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