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Nick Kyrgios sorgt bei den US Open für Furore. © APA/getty / Mike Stobe

VIDEO | Kurioser Kyrgios-Punkt: „Sehe aus wie ein Idiot“

Nick Kyrgios schaltet bei den US Open im Achtelfinale Titelverteidiger Daniil Medvedev aus und unterhält das Publikum bestens. Eine kuriose Szene ist dem Australier hinterher aber etwas peinlich.

Mal genial, mal gaga – aber immer unterhaltsam: Australiens Tennisstar Nick Kyrgios hat bei seinem spektakulären Achtelfinalsieg bei den US Open gegen den entthronten Titelverteidiger Daniil Medvedev erneut seine vielen Facetten gezeigt. Sportlich dürfte der Wimbledon-Finalist spätestens jetzt zum Favoritenkreis zählen – in Sachen Entertainment macht dem 27-Jährigen ohnehin niemand etwas vor.


Kyrgios lieferte auch beim 7:6 (13:11), 3:6, 6:3, und 6:2 im Arthur Ashe Stadium gegen den russischen Weltranglisten-Ersten eine große Show ab. Er spielte mit dem Publikum, motzte mit seiner Box und der Schiedsrichterin, schlug den Schläger auf den Boden – und sorgte im dritten Satz für eine der kuriosesten Szenen der Turniergeschichte.



Nach einer verunglückten Abwehraktion von Medvedev flog der Ball hoch in die Luft, er wäre klar auf der Seite des Russen aufgekommen. Aber Kyrgios sprintete aus Spaß hinters Netz und nahm den Ball feixend volley, ehe dieser den Boden berührte. Weil dies nicht den Regeln entsprach, erhielt Medvedev den Punkt. „Nun, das war... seltsam“, twitterten die Veranstalter der US Open und teilten ein vielgeklicktes Video der Szene.

Ein Auf und Ab

Jetzt sehe er „wie ein Idiot aus“, sagte Kyrgios hinterher lächelnd im Interview auf dem Platz, das von Ex-Profi Patrick McEnroe geführt wurde. Dieser beruhigte ihn: Sein Bruder John, siebenmaliger Grand-Slam-Turniersieger, habe „auch keine Ahnung“ gehabt, dass die Aktion nicht regelkonform gewesen sei.

Im Interview musste Kyrgios lachen. © APA/getty / Sarah Stier


Sportlich zeigte Kyrgios ein Auf und Ab. Im ersten Satz hochkonzentriert und im Tie Break mit zwei herausragenden Stops nervenstark, im zweiten Satz undiszipliniert und fahrig. Doch der Weltranglisten-25. fing sich schnell wieder und spielte sich ab Mitte des dritten Satzes in einen Rausch. Medvedev wurde zum Ende des Matches hin regelrecht vorgeführt.

Der Fluch des Titelverteidigers

Damit setzt sich der Titelverteidiger-Fluch beim letzten
Grand-Slam-Turnier des Jahres fort. Seit Roger Federer 2008 konnte
kein männlicher Tennis-Profi im Jahr nach einem Titelgewinn erneut
triumphieren. Medvedev wird zudem durch das frühe Aus seine Führung
in der Weltrangliste nach dem Event verlieren. Kyrgios trifft im
Viertelfinale auf den Russen Karen Khachanov.
„Ich habe hier nie gut gespielt und bin froh, dass ich New York mein Talent zeigen konnte.“ Nick Kyrgios

„Ich will den ganze Weg gehen“, sagte Kyrgios, der immer zwischen Genie und Wahnsinn zu wandeln scheint. Bei den US Open wurde er auch zu einer Geldstrafe von 7500 US-Dollar verurteilt, weil er erbost auf dem Boden gespuckt hatte. Doch er will an seinem Rüpel-Image arbeiten. Er trainiere härter, gehe früher ins Bett, habe eine tolle Freundin. „Ich habe hier nie gut gespielt und bin froh, dass ich New York mein Talent zeigen konnte“, sagte er. Die Fans jubelten bei diesem Satz, sie fühlten sich von Nick Kyrgios an diesem Abend bestens unterhalten.

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