
Hoch zufrieden: Jannik Sinner © APA/afp / DAVID GRAY
Viel zu gut für Shelton: Sinner rauscht ins Halbfinale
Jannik Sinner darf bei den Australian Open in Melbourne weiterhin von der erfolgreichen Titelverteidigung träumen. Der 24-Jährige schaltete am Mittwoch im Viertelfinale dank einer exzellenten Leistung Ben Shelton aus und erreichte damit zum dritten Jahr in Folge die Vorschlussrunde. Jetzt kommt es zum Schlager gegen Novak Djokovic.
28. Januar 2026
Von: leo
Obwohl der US-Amerikaner laut eigenen Aussagen das beste Tennis seines Lebens spielt, ging der Südtiroler als haushoher Favorit ins Match. Die letzten acht direkten Duelle hatte er nämlich allesamt gewonnen – und das ohne Satzverlust. Diese unglaubliche Serie ist seit Mittwoch um ein Kapitel reicher. Wieder sicherte sich Shelton keinen Satz, wieder war er gegen Sinner absolut chancenlos. Dieser machte durch seine beste Turnierleistung das Traumhalbfinale gegen Novak Djokovic perfekt – 6:3, 6:4 und 6:4 hieß es am Ende.
Die Fans in der Rod Laver Arena sahen einen besonders umkämpften Spielbeginn. Nach vier Games waren schon 30 Minuten verstrichen. In dieser halben Stunde fand Sinner sukzessive besser ins Spiel. Nachdem er selbst einen Breakball abwehren musste, biss sich der Südtiroler im zweiten Aufschlagspiel des US-Amerikaners fest – bis er beim vierten Breakball zuschnappte. Nicht nur die Art und Weise, wie der 24-Jährige die krachenden Aufschläge des US-Amerikaners returnierte, war außergewöhnlich. Auch Sinners Grundlinienspiel verdiente sich Bestnoten. Und so hätte er wenig später ein zweites Break nachlegen können, was ihm jedoch nicht gelang. Nichtsdestotrotz geriet der erste Satz, in dem Sinner sage und schreibe 18 Gewinnschläge anbrachte, nicht mehr in Gefahr.
Sinner spielt groß auf
Die Musik änderte sich auch im zweiten Durchgang nicht. Sinnbildlich für den Spielverlauf war jener Punkt, der zum nächsten Sinner-Break führte: Der Weltranglistenzweite neutralisierte den Aufschlag, hielt den Ball mit einer guten Länge im Spiel und wartete auf den Shelton-Fehler, der schließlich auch kam. Angesichts des klaren Spielstandes begann der US-Boy etwas befreiter zu spielen. Von der Grundlinie wählte Shelton eine immer aggressivere Gangart, die beinahe mit dem Re-Break belohnt wurde. In den entscheidenden Momenten war Sinner – wie so oft – aber eine Klasse besser. Auch als der Sextner für den Satz aufschlug, ließ er sich von einem Doppelfehler nicht aus der Ruhe bringen und machte den Sack zu.Den Sinner-Fans wurden anschließend kleine Sorgenfalten ins Gesicht getrieben, weil Coach Simone Vagnozzi ihm riet, den Physiotherapeuten zu rufen. Offenbar fühlte sich der Favorit auf dem Platz nicht mehr wohl. Sinner verzichtete aber darauf und spielte ohne Pause weiter – und das sehr gut. Beim Stand von 2:2 erarbeitete er sich zwei Breakbälle, die er aber nicht verwerten konnte. Von den verpassten Chancen ließ sich der Titelverteidiger nicht aus der Ruhe bringen – im Gegenteil. Er trat weiterhin konsequent auf und schlug beim Stand von 4:4 eiskalt zu. Tatkräftige Mithilfe erhielt er dabei von Shelton, der einen Doppelfehler produzierte. Die Butter ließ sich Sinner in der Folge nicht mehr vom Brot nehmen. Nach 2.25 Stunden verwertete er seinen zweiten Matchball.
Wiedersehen mit Djokovic
Sinner, Djokovic und Australien? Da war doch was. Vor zwei Jahren trafen die zwei Tennisstars schon mal in Melbourne im Halbfinale aufeinander. Damals stürzte Sinner die serbische Legende, die am Mittwoch von der Aufgabe von Lorenzo Musetti profitierte, und gewann in der Folge auch das Turnier. Ob das ein gutes Omen ist, wird sich am Freitag zeigen.Profil bearbeiten
Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.
Kommentare (0)