
Jannik Sinner muss Platz eins der Weltrangliste abgeben. © ANSA / TOLGA AKMEN
Weg frei für Zverev: Sinner wird Platz eins verlieren
Im Rennen um die Nummer eins der Welt stellt sich fortan nicht mehr die Frage, ob Alexander Zverev an Jannik Sinner vorbeiziehen wird – sondern wann. Das vorzeitige Saisonende für Sinner hat den Weg für den deutschen Star freigemacht.
06. Oktober 2026
Von: nie
Es war eine Schlagzeile, die sich viele Beobachter wohl insgeheim erwartet haben: Jannik Sinner hat vorzeitig einen Schlussstrich unter seine Saison gesetzt. Der fünfmalige Grand-Slam-Turniersieger aus dem Pustertal will sich mit Blick auf seine Schmerzen im rechten Knie genügend Zeit für sein Comeback nehmen. „Ich muss langfristig an meine Karriere denken“, meinte der 25-Jährige in seinem Statement.
Im Jahr 2027 will Sinner schließlich wieder mit vollen Kräften angreifen. Dann wird der zweimalige Wimbledonsieger aber zum ersten Mal seit April 2026 nicht als Nummer eins der Welt in ein Turnier starten. Sein Fernbleiben von den restlichen Turnieren des Jahres sorgt nämlich dafür, dass Alexander Zverev aller Voraussicht nach der erstmalige Sprung auf Platz eins im ATP-Ranking gelingt.
Auch ohne Matchsieg: Zverev kurz vor Platz eins
Das Rechenspiel ist simpel. Zurzeit trennen Sinner (11.000 Punkte) und Zverev (9.720) in der Weltrangliste exakt 1.280 Zähler. Ersterer wird bis zum Jahresende 3.050 Punkte verlieren, während Zverev nur 980 verteidigen muss. Mit anderen Worten: Zverev muss tatsächlich in der Saison 2026 kein einziges Match mehr gewinnen, um Sinner vom Tennis-Thron zu stürzen. Auch ein Eingreifen von Carlos Alcaraz (3./5.260), der am Dienstag das Finale von Tokio gewann, gilt als praktisch ausgeschlossen.Wachablösung: Alexander Zverev wird aller Voraussicht nach Jannik Sinner als Nummer eins ablösen. © ANSA / TOLGA AKMEN
Denkbar ist jedoch eine deutlich frühere Machtübernahme auf der ATP-Tour. Zverev ist sowohl für das Masters-Turnier in Shanghai (7. bis 18. Oktober) als auch das ATP-500-Turnier in Wien (26. Oktober bis 1. November) gemeldet. Spätestens bei den ATP-Finals in Turin ab dem 15. November kann Zverev sich Weltranglistenerster nennen.
Anfang des Jahres noch über 9.000 Punkte Rückstand
Zverev profitiert aktuell auch vom Verletzungspech seiner großen Rivalen Sinner und Alcaraz. Anfang Februar nach den Australian Open hatte Zverev noch über 9.000 Punkte Rückstand auf den damals führenden Alcaraz und knapp 5.700 auf den zweitplatzierten Sinner. Aber Sinner fällt seit Monaten aus, Alcaraz hatte erst bei den US Open in New York nach mehr aus vier Monaten Pause wegen einer Handgelenksverletzung sein Comeback gegeben.Nummer eins: Zverev folgt auf Becker
Zverev wäre übrigens der 30. Spieler der Geschichte, der zur Nummer eins der Welt avanciert – und neben Boris Becker erst der zweite Deutsche, dem dieses Kunststück gelingt. Der sechsmalige Grand-Slam-Turniersieger und Doppel-Olympiasieger von 1992 war insgesamt zwölf Wochen Weltranglistenerster. Für den dreimaligen Wimbledonsieger war es nur noch „eine Frage der Zeit, bis Zverev die Nummer eins wird“, wie er vor wenigen Wochen bei Sporteurope.tv meinte.Profil bearbeiten
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