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Die Weltauswahl feiert Frances Tiafoe. © APA/afp / GLYN KIRK

Welt-Auswahl gewinnt erstmals Laver Cup

Ein emotionales Tennis-Wochenende ging zu Ende. Neben dem Abschied von Roger Federer gewann die Weltauswahl um Teamchef John McEnroe das erste Mal den Laver Cup

Die Weltauswahl der Tennisprofis hat erstmals den Laver Cup gewonnen. Der Amerikaner Frances Tiafoe setzte sich am Sonntag in London gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas im Match Tiebreak mit 1:6, 7:6 (13:11), 10:8 durch und sorgte damit für die entscheidenden Punkte zum 13:8 für die Mannschaft von Teamchef John McEnroe. Tsitsipas vergab im zweiten Satz vier Matchbälle. Die bisherigen vier Auflagen des Team-Wettbewerbes hatte jeweils die Europa-Auswahl für sich entschieden.


Die Europäer waren mit einer 8:4-Führung in den Schlusstag gegangen, konnten am Sonntag aber keine Partie mehr für sich entscheiden. Unter anderem verlor der Serbe Novak Djokovic gegen Felix Auger-Aliassime aus Kanada überraschend mit 3:6, 6:7 (3:7), weshalb das Team Europa vor den abschließenden Einzeln in London mit 8:10 zurücklag.

Eine überraschende Niederlage für Djokovic. © ANSA / ANDY RAIN


Vor Djokovic verlor allerdings auch das italienisch-britische Doppel Matteo Berrettini/Andy Murray gegen Auger-Aliassime und Jack Sock. Die bisherigen vier Veranstaltungen hatte stets die Europa-Auswahl gewonnen.

Der Abschied einer Legende

Nach seinem emotionalen Abschied schlüpfte Federer am Samstag und Sonntag dann in die Rolle des Zuschauers. Im blauen Trainingsanzug stand er gemeinsam mit seinen Kollegen vom Team Europa hinter der Spielerbank und gab den Tippgeber und Unterstützer. Doch auch in dieser Rolle stand Federer weiter im Mittelpunkt. Immer wieder wurde der Schweizer auf dem Videowürfel eingeblendet. Immer wieder gab es tosenden Applaus, wenn Federer im Bild war. Der Gefeierte lächelte und winkte ins Publikum. Tränen flossen nicht mehr.

Ein unvergessliches Bild: Roger Federer coacht Novak Djokovic. © APA/afp / GLYN KIRK


Auch nicht, als der Amerikaner Frances Tiafoe mit einem 1:6, 7:6 (13:11), 10:8 im Match Tiebreak gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas den ersten Triumph der Welt-Auswahl überhaupt perfekt machte. Da der Vorsprung des Team Welt nicht mehr einzuholen ist, wurde das Match Casper Ruud gegen Taylor Fritz abgesagt.

„Es ist ein unglaubliches Gefühl, wir haben es alle gemeinsam geschafft“, sagte Tiafoe. Was dieses Jahr alles passiert sei, sei ein Wahnsinn. Der 24-Jährige ist mittlerweile die Nummer 19 der Welt und scheiterte bei den US Open zuletzt erst im Halbfinale. Wieder einmal bewies er in der entscheidenden Phase eines Satzes Nervenstärke, vor allem das Tiebreak des zweiten Satzes, das mehr als 22 Minuten dauerte und auf hochklassigem Niveau war, war an Spannung nicht zu überbieten.

John McEnroe ballt die Faust. © APA/afp / GLYN KIRK


Auch im Champions-Tiebreak packte Tiafoe, der dieses Jahr noch kein Tiebreak verloren hat, dann seine besten Schläge aus. „In einem ausverkauften Stadion zu spielen, das liebe ich einfach. Ich bin einfach nur glücklich es heute wieder bewiesen zu haben“, verlautete der Delray-Beach-Sieger von 2018.

In großer Feierstimmung war John McEnroe, der als Teamkapitän endlich den ersten Welt-Triumph fixierte. „Großartig wäre noch eine Untertreibung, wir haben ein paar Mal verloren, ein paar Mal war es knapp“, sagte der US-Amerikaner, der auf dem Court auch ein kurzes Tänzchen hinlegte. Die Europäer gaben sich als faire Verlierer. „Es war diesmal nicht genug, nächstes Jahr wollen wir den Cup zurückholen“, kündigte Europas Kapitän Björn Borg an.

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