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Martina Navratilova stellt Tour-Rückkehr infrage © PIXATHLON/SID

Wimbledon-Queen nach Adria-Tour: „Was nun?“

Die neunmalige Wimbledon-Siegerin Martina Navratilova hat sich über den positiven Coronatest des Tennis-Weltranglistenersten Novak Djokovic bestürzt gezeigt und die Wiederaufnahme der Saison auf der Profitour nach diesem öffentlichkeitswirksamen Rückschlag infrage gestellt.

„Igitt. Das ist nicht gut, und es ist ein Muster“, twitterte die 63 Jahre alte Tennislegende: „Ich hoffe natürlich, dass Novak wieder gesund wird! Aber was nun, US Open? Roland Garros? Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns.“


Die Vereinigung der männlichen Tennisprofis (ATP) reagierte mit knappen Genesungswünschen und zwischen den Zeilen deutlich erkennbarer Kritik auf die Coronafälle bei der Adria-Tour, die Djokovic ins Leben gerufen hatte. In einem Statement wünschte die ATP „den Spielern und ihren Mitarbeitern [...] eine vollständige und rasche Genesung“. Allerdings dränge man „weiterhin auf die strikte Einhaltung von verantwortungsbewusster sozialer Distanzierung und Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen“.

Adria-Tour: Party und Corona
Bei der Adria-Tour, die unabhängig von der ATP auf die Beine gestellt wurde, war dies ins keinster Weise gegeben. In Serbiens Hauptstadt Belgrad und Zadar (Kroatien) waren die Zuschauerränge dicht besetzt, Abstände wurden von den Akteuren während des Spiels und auch in der Freizeit nicht beachtet. Dies gipfelte in einem Club-Besuch mehrerer Protagonisten, zu denen auch Deutschlands Top-Spieler Alexander Zverev gehörte. Dessen erster Test auf COVID-19 fiel negativ aus - im Gegensatz zu denen bei Grigor Dimitrov, Borna Coric, Viktor Troicki und eben Djokovic.
„Aber ja, das mit all diesen Leuten war verrückt. Es ist der einzige Ort auf der Welt, auf dem wir eine solche Menge gesehen haben.“

Dem Serben, Chefkritiker am strikten Hygienekonzept der US Open, war am Montag der französische Profi Richard Gasquet zur Seite gesprungen. Djokovic habe das Event zwar organisiert, aber er habe „den Leuten keine Waffe an den Kopf gehalten und verlangt, dass 5000 Zuschauer da sein müssen. Die Regierung hat dies gestattet“, sagte Gasquet der L'Equipe: „Aber ja, das mit all diesen Leuten war verrückt. Es ist der einzige Ort auf der Welt, auf dem wir eine solche Menge gesehen haben.“

Autor: sid

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