
Carlos Alcaraz (links) zeigt Mitgefühl für Jannik Sinner. © GETTY IMAGES NORTH AMERICA / SARAH STIER
„Wir bewegen uns in die falsche Richtung“
Jannik Sinner wird seit Mitte Juli auf der ATP-Tour schmerzlich vermisst und frühestens im nächsten Jahr sein Comeback geben. Nun haben sich seine Rivalen Carlos Alcaraz und Novak Djokovic zur Sinner-Verletzung geäußert.
09. Oktober 2026
Von: dl
Alcaraz übte nach der Verletzung von Jannik Sinner deutliche Kritik am dicht gedrängten Tenniskalender. Nachdem der Südtiroler angekündigt hatte, seine Saison 2026 vorzeitig zu beenden, sah der Spanier vor allem die hohe Anzahl an Turnieren und Matches als Problem. Die körperliche Belastung für die Profis sei zunehmend zu groß geworden. Auch Alcaraz selbst fiel 2026 wegen einer Handgelenkverletzung viereinhalb Monate aus.
„Wir bewegen uns in die falsche Richtung“, warnte Alcaraz. Seine Kritik richtete sich damit vor allem gegen den überfüllten Turnierkalender und die fehlenden Erholungsphasen. Gleichzeitig zeigte er Mitgefühl mit seinem Rivalen Sinner. Er wünsche ihm für die kommenden Monate „nur das Beste“, damit er in bestmöglicher Verfassung in die nächste Saison starten könne.
„Ich glaube, dass zu viel Druck auf uns ausgeübt wird und wir eine Grenze überschreiten, indem wir so viele Turniere und so viele Matches spielen.“ Carlos Alcaraz
Außerdem betonte Alcaraz, dass die Verantwortlichen genauer hinschauen müssten: „Ich hoffe, ihn bald wieder auf dem Platz zu sehen. Aber ich glaube, dass sie sich ansehen müssen, was auf der Tour mit den Spielern passiert. Ich glaube, dass zu viel Druck auf uns ausgeübt wird und wir eine Grenze überschreiten, indem wir so viele Turniere und so viele Matches spielen.“
Djokovic versteht Sinner gut
Djokovic hat nach der Verletzung noch nicht mit Sinner gesprochen. Doch die Botschaft, die aus Shanghai kommt, ist deutlich und unmissverständlich: „Ich werde mich bei Jannik melden, um zu erfahren, wie es ihm geht. Ich bin sicher, dass er und sein Team kluge Entscheidungen treffen. In den vergangenen Jahren war er neben Carlos der beste Spieler der Welt und eine dominierende Kraft.“„Dem Tennis fehlt er, aber gleichzeitig muss er langfristig denken.“ Novak Djokovic
Der Serbe könnte Sinners Entscheidung, das Jahr vorzeitig zu beenden, völlig nachvollziehen: „Ich denke, das ist eine kluge Entscheidung. Es ist wichtig, deiner Karriere mehr Jahre zu ermöglichen, denn dadurch hast du mehr Möglichkeiten, all deine Ziele zu erreichen. Dem Tennis fehlt er, aber gleichzeitig muss er langfristig denken.“
Djokovic spricht aus eigener Erfahrung. Seine Karriere war von mehreren körperlichen Problemen geprägt, und er weiß genau, dass die größte Hürde nach einer langen Pause nicht allein darin besteht, wieder in Form zu kommen. „Als jemand, der im Laufe seiner Karriere erhebliche Verletzungen erlitten hat, weiß ich, wie schwierig ein solches Comeback ist. Wenn du so lange von der Tour fernbleibst, musst du mehr bewältigen als normalerweise – vor allem auf mentaler Ebene“, so der 39-Jährige.
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09.10.2026 14:27


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