
Alexander Zverev sprach nach seinem Coup auch über Jannik Sinner. © APA / HELMUT FOHRINGER
Zverev über Sinner: „Da wäre ich ein Idiot“
An einem auch für das Wiener Tennis-Turnier historischen Abend hat sich Alexander Zverev, der jahrelang dem ersten Major-Titel nachgelaufen war, den nächsten Traum erfüllt. Anschließend sprach er auch über Jannik Sinner.
30. Oktober 2026
Von: apa/dl
Der 29-jährige Deutsche hat nach seinen ersten beiden Grand-Slam-Titeln bei den French und den US Open ausgerechnet in der Stadthalle fixiert, dass er ab Montag die Nummer-1-Position vom rekonvaleszenten Jannik Sinner übernehmen wird. Dabei war in früher Kindheit eine Weltkarriere ausgeschlossen worden.
Denn im Alter von vier Jahren hatte er die Diagnose Typ-1-Diabetes erhalten. Die Ärzte hatten damals eine Karriere im Spitzensport für unmöglich gehalten. Mama Irina meinte damals: „Mein Sohn wird das sein, was er immer sein möchte.“ Und auch danach gab es für den Diabetiker, der dies erst 2022 öffentlich machte und gleichzeitig auch eine Foundation für ebenfalls an dieser Krankheit leidende Kinder ins Leben rief, viele Rückschläge.
Erstmals die Nummer 1 der Welt: Für Alexander Zverev erfüllte sich ein Traum. © APA / HELMUT FOHRINGER
Er selbst erinnerte am Donnerstagabend kurz daran. „Ich habe viele auch schwere Momente in meinem Leben gehabt. Etliche Grand-Slam-Finali verloren, die Verletzung von 2022. Aber ich habe immer irgendwie dran geglaubt. Dieses Jahr habe ich den Schritt gewagt, mein Spiel ein bisschen umzuändern und neu zu gestalten mit 29 Jahren. Es ist ein Traum, wie die Saison verlaufen ist“, meinte Zverev lachend.
Zverev: „Fitness ist ein Riesenteil vom Sport“
Der Deutsche, der auch Boris Becker (war zwölf Wochen Nummer eins, Anm.) überflügeln wird, fühlt sich bereit für den Thron. „Ich glaube, dass es eine Situation ist, für die ich bereit bin. Ich bin alt genug und habe lange genug auf der Tour gespielt, um zu wissen, wie man damit umgeht.“ Diese Position bringe auch sehr viel mit sich. „Du musst ein gutes Vorbild sein, auf dem Platz vieles richtig machen.“„Wenn er fit war, war Sinner der beste Spieler der Welt, keine Frage.“ Alexander Zverv
Natürlich weiß Zverev um manche Unkenrufer, die meinen, dass diese Leistung auch erst durch die Verletzungen von Sinner und Carlos Alcaraz möglich wurde. „Fitness und fit sein ist ein Riesenteil vom Sport. Wenn ich eine Offseason mache und vier Wochen Training habe, dann mache ich ungefähr fünf bis sechs Stunden am Tag Fitnesstraining und spiele ein- bis eineinhalb Stunden Tennis – dafür, damit ich fit bleibe und keine Verletzungen habe.“
Alexander Zverev verlor die letzten zehn Duelle gegen Jannik Sinner allesamt. © ANSA / TOLGA AKMEN
Dass Sinner vor seiner Verletzung klar die Nummer eins war, bestritt auch Zverev nicht. „Da wäre ich ein Idiot. Klar habe ich gegen Jannik Sinner dieses Jahr fünf Mal verloren. Vom Tennis spielen her, wenn er fit war, war er der beste Spieler der Welt, keine Frage. Aber ich finde, dass ich die beste Saison gehabt habe.“ Bis Wimbledon habe er keine Ahnung gehabt, wie er Sinner biegen könne, ab dem knappen Finale habe er diese aber.
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