X Volleyball

Knappe Outfits gehören zum Beachvolleyball dazu – jetzt gibt es aber ein Problem. © AFP / LEON NEAL

Bikini-Posse spaltet die Beachvolleyball-Szene

Nach monatelanger Corona-Pause kehrt die internationale Beachvolleyball-Spitze in den Sand zurück. Das Welttour-Turnier vom 8. bis 12. März in Katar aber spaltet die Szene.

Wegen der aus ihrer Sicht nicht akzeptablen Kleidervorschriften verzichtet das deutsche Nationalteam Karla Borger und Julia Sude auf einen Start beim mit 300.000 Dollar dotierten Vier-Sterne-Event. Die katarischen Behörden hatten für die Wettkämpfe festgelegt, dass Spielerinnen in Shirts und knielangen Hosen starten sollen statt wie sonst üblich im „Sport-Bikini“.


„Wir wollen das nicht mittragen“, begründeten Borger und Sude im Spiegel ihren Start-Verzicht, obwohl es in Doha auch wieder um Punkte in der Olympia-Qualifikation geht. „Es geht gar nicht um wenig anhaben oder nicht. Es geht darum, dass wir in unserer Arbeitskleidung nicht unsere Arbeit machen können“, sagte Sude. Beachvolleyball sei „verdammt anstrengend“, meinte Borger: „Wir passen uns in jedem Land an, wo wir können. Wir sind dazu auch bereit. Aber du bist da in der Hitze nur am Triefen.“

Manche Duos treten in Ganzkörperanzug an. © AFP / YASUYOSHI CHIBA


Der Volleyball-Weltverband FIVB betonte laut Spiegel, man respektiere die Kultur und Traditionen des Gastgeberlandes. Der Weltverband hatte 2012 seine umstrittenen Kleidungsvorschriften reformiert, statt Tops und kurzen Hosen dürfen die Frauen seitdem auch lockerere Kleidung tragen. Auf ihrem Weg zum Olympiasieg 2016 schlugen die Hamburgerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst auch das Duo Doaa Elghobashy und Nada Meawad. Die Ägypterinnen traten in der Hitze von Rio de Janeiro in Langarm-Shirts und langen Hosen an, Elgobashy trug dazu eine Kopfbedeckung.
Katars Verband gibt nach, FIVB nicht
Nach dem offenbar immer größer werdenden öffentlichen Druck dementierte Katars Volleyball-Verband eine Kleidervorschrift. „Wir möchten klarstellen, dass wir keine Forderung stellen, was Athleten bei der Veranstaltung tragen sollen“, hieß es am Dienstag in einer Erklärung. Der QVA verwies auf die World Beach Games 2019 in dem Emirat, wo Beach-Volleyballerinnen im Sport-Bikini spielten.

Katars Verband widerspricht damit den Darstellungen des Weltverbandes. In einer Mail der FIVB an den Spiegel hieß es, die Kleidervorschriften seien von den betreffenden katarischen Behörden angefordert worden. Und sie stehen auch auf der FIVB-Internetseite in der Veranstaltungsordnung fürs Turnier. In einem PDF-Dokument unter dem Punkt 10 „Wichtiger Hinweis für die Frauen-Bekleidung“ ist eine Abbildung von T-Shirt und knielanger Hose zu sehen. Die FIVB schreibt dazu, dass man mit diesem Outfit die lokale Kultur und Tradition respektiere. Man erwarte die volle Unterstützung der Starterinnen.
Für andere ist es kein Problem
Während Karla Borger und Julia Sude auf einen Start verzichten, werden ihre Kolleginnen Laura Ludwig und Margareta Kozuch in Katar auch in T-Shirt und knielanger Hose aufschlagen. „Über die Klamotten haben wir uns nicht beschwert“, sagte Ludwig am Dienstag in einem Podcast der ARD-Sportschau. Die 35-jährige betonte, gerne im sonst üblichen Sport-Bikini anzutreten. Es nicht zu tun, sei aber kein „Beinbruch“.

Autor: dpa/det

Empfehlungen

Kommentare (2)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

Hermann Zanier [melden]

Der Einwand kommt nur von Zicken, die meinen sie müssen die Schiedsrichter mit ihrem Allerwertesten beeindrücken, sonst rechnen sie sich weniger Möglichkeiten aus. Sexismus pur, das muss nicht sein.

23.02.2021 17:59

Hermann Zanier [melden]

Der Einwand kommt nur von Zicken, die meinen sie müssen die Schiedsrichter mit ihrem Allerwertesten beeindrücken, sonst rechnen sie sich weniger Möglichkeiten aus. Sexismus pur, das muss nicht sein.

23.02.2021 17:59

© 2021 Sportnews - IT00853870210