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Paola Egonu wurde heftig beschimpft. © ANSA / SANDER KONING

Der Fall Egonu eröffnet eine neue Rassismus-Debatte

In Italien haben rassistische Kommentare gegen die Weltklasse-Volleyballerin Paola Egonu für Empörung gesorgt und zu viel Solidarität mit der schwarzen Sportlerin geführt.

Die 23-Jährige hatte am Wochenende nach dem Gewinn der WM-Bronzemedaille erzählt, dass sie im Internet rassistisch angegangen worden sei und vorerst nicht mehr für die Auswahl auflaufen wolle.


Egonu sei „der Stolz des italienischen Sports“, twitterte das Büro von Ministerpräsident Mario Draghi, nachdem dieser am Sonntag mit der Athletin telefoniert habe. Auch andere Politiker und Persönlichkeiten unterstützten Egonu, eine der derzeit besten Angreiferinnen weltweit im Volleyball.

„Sie ist der Stolz des italienischen Sports“. Ministerpräsident Mario Draghi

Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie Egonu am Samstag nach dem Sieg im WM-Spiel um Platz drei mit ihrem Manager sprach und sagte: „Du kannst das nicht verstehen. Sie fragen mich, warum ich Italienerin bin. Das ist mein letztes Spiel im Nationalteam. Ich bin müde.“ Sie bezog sich dabei auf Kommentare in den sozialen Netzwerken nach der Halbfinal-Niederlage gegen Brasilien, wie Verbandschef Giuseppe Manfredi sagte: „Es ist abscheulich, dass es solche Idioten gibt.“
„Es ist abscheulich, dass es solche Idioten gibt.“ Italiens Verbandschef Giuseppe Manfredi

Egonu wurde in der norditalienischen Provinz Padua als Tochter zweier nigerianischer Einwanderer geboren und ist seit 2014 italienische Staatsbürgerin. Seit Jahren ist sie eine der weltbesten Angreiferinnen im Volleyball. Bei den Olympischen Sommerspielen Tokio war sie eine der Sportlerinnen, die die IOC-Flagge ins Stadion trugen.

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