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Rudy Favretto, Präsident von Neruda Volley

Eine halbe Million Euro für Neruda Volley

Vor zwei Wochen hat Neruda Volley sehr medienwirksam die Schließung seiner Profiabteilung bekanntgegeben. Der „Hilferuf“ des Serie-A1-Absteigers zeigt Wirkung. Denn am Dienstag gab die Landesregierung bekannt, den Klub mit einer Finanzspritze seitens der öffentlichen Hand in der Höhe zwischen 400.000 und einer halben Million Euro unterstützen zu wollen. Trotzdem steht hinter der Aufrechterhaltung des Profibetriebs von Neruda Volley weiterhin ein großes Fragezeichen.

Am Mittwoch, 18. Mai lud Neruda-Präsident Rudy Favretto zu einer Pressekonferenz. Dort kündigte der „Macher“ des Südtiroler Volleyballmärchens an, die erste Mannschaft von Neruda Volley, die am Ende der abgelaufenen Saison von der Serie A1 in die A2 abgestiegen ist, aufzulösen.

Favretto betonte, nach dem sportlichen Abstieg alle Hebel in Bewegung gesetzt zu haben, um trotzdem in der höchsten Liga bleiben zu können, fügte danach aber resigniert an: „Wir mussten in der Serie A viel Lehrgeld bezahlen, sowohl die Spielerinnen als auch wir Funktionäre. Ich habe es nicht geschafft, die nötigen finanziellen Mittel zu beschaffen, um eine Zukunft in der Serie A zu garantieren. Das ist zum einen meine Schuld, zum anderen aber auch jene unserer Partner. Die Institutionen haben ihre Unterstützung zurückgeschraubt, auch private Sponsoren waren kaum zu begeistern. Sie blicken beim Sponsoring offenbar lieber in die Nachbarprovinz. Ich musste feststellen, dass man in Südtirol nur als Eishockey- oder Fußballklub auf einem gewissen Niveau bestehen kann.“

Nun, 13 Tage später, könnte der Präsident von Neruda Volley eigentlich aufatmen. Denn die Landesverwaltung hat am Dienstag beschlossen, dem Klub mit einer beträchtlichen Finanzspritze unter die Arme zu greifen. In einer Pressemitteilung des Landes ist von einem Betrag zwischen 400.000 und 500.000 Euro die Rede, der sich aus der Förderung des Landesamtes für Sport, der Dachmarke und anderen öffentlichen Sponsoren zusammensetzt. Und der „es dem Verein mit diesen Mitteln ermöglichen soll, trotz des Abstiegs auf höchstem Niveau weiterzuarbeiten. Wir hoffen, dass die notwendigen Ressourcen für einen Verbleib in der Serie A1 gefunden werden“, so Landeshauptmann Arno Kompatscher und Sport-Landesrätin Martha Stocker am Dienstag wörtlich.


Favretto will alles überdenken und in ein paar Tagen entscheiden


Doch trotz des plötzlichen Geldsegens steht hinter einer neuerlichen Serie-A1-Teilnahme von Neruda Volley jedoch weiterhin ein großes Fragezeichen. „Ich möchte mich bei der öffentlichen Hand für die großartige Unterstützung bedanken, allen voran beim Landeshauptmann Kompatscher, bei Landesrätin Stocker und Landeshauptmann-Stellvertreter Tommasini, der sich sehr für uns eingesetzt hat. Leider bleibt uns jetzt aber nicht mehr sehr viel Zeit. Ich hatte um eine Entscheidung innerhalb Ende April gebeten, jetzt haben wir Ende Mai. Die Einschreibung läuft zwar noch 20 Tage. Das große Problem ist aber der Spielermarkt. Wir haben im vergangenen Jahr viel zu spät damit begonnen, das Team zusammenstellen und sind in große Schwierigkeiten geraten. Heuer riskieren wir, denselben Fehler noch einmal zu machen. Ich möchte nicht noch einmal eine solche Meisterschaft wie im vergangenen Jahr spielen. Ich werde jetzt ein paar Tage darüber nachdenken, und dann eine Entscheidung treffen“, so Favretto auf Anfrage von SportNews .

pg/hk

Autor: sportnews

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