
Enttäuschung pur bei Simone Giannelli & Co. © FIPAV
Nach Italiens EM-Fiasko: Katzenjammer beim Weltmeister
„Nur“ Platz vier bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris, dann Weltmeister 2025 auf den Philippinen und am Mittwoch Viertelfinal-Aus bei der Heim-Europameisterschaft in Turin. Italiens Herren-Volleyball erlebt ein Wechselbad der Gefühle.
25. September 2026

Von:
Pauli Hintner
Wer gewinnt darf feiern, wer verliert muss Erklärungen abgeben – vor allem aber sollte man bei einer Niederlage knallhart analysieren. Damit tut man sich in Italien besonders schwer, seit Jahren. Italiens Volleyballer um Simone Giannelli haben im Viertelfinale gegen Finnland 2:3 verloren und dürfen bei der Medaillenvergabe zusehen.
Noch vor einem Jahr sah die Welt ganz anders aus. Bei den Weltmeisterschaften auf den Philippinen eroberten die Azzurri die Goldmedaille nach einem 3:1-Finalsieg gegen Bulgarien. Auch der WM-Finalist von 2025 ist bei den heurigen Europameisterschaften frühzeitig gescheitert – im Achtelfinale in Sofia gegen Deutschland.
Simon Giannelli musste sich mit Italien geschlagen geben. © ANSA / FILIPPO RUBIN
In der Weltrangliste bleiben die Azzurri auf Platz zwei, klar hinter Polen und ganz knapp vor Russland. Dahinter rangieren die USA, Japan, Slowenien, Brasilien und Frankreich. Finnland klettert von Platz 17 auf 12.
Giannelli meinte nach dem Aus gegen die Finnen: „Wir waren in einer so wichtigen Partie nicht auf der Höhe. Wir hatten große Probleme in der Annahme, im dritten Satz (16:25, A. d. Red.) haben wir uns komplett gehen lassen.“
Weiter zur Tagesordnung
Konsequenzen wird es keine geben, alle werden bald wieder zur Tagesordnung übergehen. In Italien gibt es auch im Sport (zu) viele Sesselkleber. Italien-Trainer Fefè De Giorgi sagte: „Das EM-Aus tut uns wahnsinnig leid, wir haben im Sommer viel gearbeitet. Aber ich bleibe zuversichtlich, was die Zukunft anbelangt. Wir alle werden jetzt einige schlaflose Nächte verbringen. In der Mannschaft steckt viel Potenzial und es hat keinen Sinn, jetzt Pessimismus zu verbreiten.“Das nächste Großereignis sind für Giannelli & Co. die Weltmeisterschaften 2027 in Polen. Dann könnte für Italien auch Verona-Topangreifer Noumory Keita (2,06 m) spielen. Der 25-Jährige aus Mali dürfte in wenigen Monaten die italienische Staatsbürgerschaft erhalten. Mit ihm und Trient-Ass Alessandro Michieletto im Außenangriff, kann Italien jedem Gegner als Fürchten lehren.
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