
Flavio Marx, Südtirols bester Kitesurfer. © vani_angerer/marxfla
Flavio Marx: „Das hat mir einen Schub gegeben“
Seit ein paar Monaten ist Flavio Marx Vollprofi und richtet seinen Alltag ganz auf den Wassersport aus. Wir haben mit dem Kitesurfer aus dem Obervinschgau über seine Entwicklung und seine Chancen auf Olympia 2028 gesprochen.
04. November 2026
Von: dl
„Ich habe seit Anfang des Jahres angefangen, noch mehr zu trainieren. Es sind vor allem längere Trainingsblöcke geworden“, erzählt der 23-Jährige. Rund zweieinhalb Wochen pro Monat verbringt Marx mittlerweile in Trainingslagern. Im November ist er beispielsweise auf Fuerteventura, wo sieben Wassereinheiten pro Woche auf dem Programm stehen. Je nach Wind und Wetter geht es vormittags zusätzlich ins Fitnessstudio oder aufs Fahrrad.
Nebenbei arbeitete Marx im Sommer auch noch einige Stunden als Kitesurflehrer am Reschensee. Der finanzielle Aufwand für den Profisport ist enorm: „Im Jahr habe ich Materialkosten von 25.000 bis 28.000 Euro.“ Seitdem er regelmäßig unter den besten 20 landet, erhält er vom Verband mehr Unterstützung und dreimal jährlich eine finanzielle Zuwendung.
Flavio Marx (rechts) stand vor einem Monat in Cagliari erstmals auf dem Weltcup-Podest. © r_hajduk
Im vergangenen Herbst konnte Marx erstmals die Früchte seines erhöhten Trainingsaufwands ernten. Im September erreichte der junge Mann aus Taufers im Münstertal bei der Weltmeisterschaft in der Türkei den starken sechsten Platz. Im Oktober folgte beim Weltcup in Cagliari mit Rang drei das bislang beste Ergebnis seiner Karriere.
Einen entscheidenden Anteil an dieser Entwicklung hat für ihn das gemeinsame Training mit Riccardo Pianosi. „Das Training mit Riccardo hat mich besser gemacht. Für mich ist er ein Glücksfall. Das Training mit ihm hat mir einen großen Schub gegeben“, betonte Marx. Pianosi gewann zwar den Weltcup in Cagliari, doch der Abstand zwischen den beiden wird immer kleiner. „Mittlerweile sind wir viel näher zusammen“, freute sich der Vinschger. Die Zusammenarbeit mit dem italienischen Spitzensurfer scheint sich somit immer mehr auszuzahlen.
Der Traum von Olympia 2028
Das große Ziel bleibt die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles. Bereits im Jänner 2027 steht mit der Weltmeisterschaft in Brasilien eine wichtige Entscheidung an. Im italienischen Nationalteam stehen drei Männer und zwei Frauen im Aufgebot. Um Italien einen fixen Startplatz für Olympia zu sichern, muss einer der Azzurri bei der WM jeweils unter die besten acht kommen.Wer letztendlich in Los Angeles an den Start gehen darf, entscheidet der Verband allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt. „Erst qualifiziert sich das Land, dann der Athlet“, erklärte Marx. Für den Vinschger beginnt damit eine entscheidende Phase auf dem Weg zu seinem großen Traum. Die jüngsten Ergebnisse zeigen jedenfalls, dass er sich immer näher an die Weltspitze herangearbeitet hat.
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