
Simon Bucher peilt in Paris wieder einen Medaillengewinn an. © OSV / @austrian_swimming_federation
Ein Tiroler will seinen Medaillentraum wiederholen
Der Tiroler Simon Bucher hat bei den Europameisterschaften in Paris als einziger österreichischer Schwimmer einen Einzelstrecken-Medaillengewinn von 2024 zu verteidigen.
08. August 2026
Von: apa/nie
Felix Auböck wurde damals in Belgrad zwar Europameister über 400 m Kraul, hat seine Karriere aber beendet. Bucher hat in Serbien vor Gold mit der Lagenstaffel im Delfin-Sprint Silber geholt, der 50-m-Bewerb wird im Olympic Aquatic Centre bereits am Montag bzw. das Finale am Dienstag geschwommen.
Durch die Aufnahme in das Olympia-Programm für Los Angeles 2028 dieser wie auch aller anderen 50-m-Strecken gilt den Rennen über eine Beckenlänge nun ganz allgemein mehr Aufmerksamkeit, auf die Direkt-Qualifikation für die Spiele im Delfinsprint geht Bucher aber nicht los. Denn dafür gilt es, bei einem bestimmten Weltcup-Bewerb in die Top sechs zu kommen. Das ist wohl eher etwas für die Sprint-Spezialisten. „Daher will ich mich wieder über 100 m qualifizieren“, sagte der 26-Jährige im APA-Gespräch. „Auf dieser Strecke liegt nach wie vor mein großes Ziel.“
Fünfter Anlauf auf eine 100er-Medaille
Dieser Fokus hat ihm u.a. schon Langbahn-WM-Silber 2024 und bei Olympia 2024 Rang zehn eingebracht. Das in Paris verpasste Finale soll es in Los Angeles werden. Auf Langbahn-EM-Ebene fehlt ihm eine 100-m-Medaille aber noch. 2018 in Glasgow war Bucher auf seiner Paradestrecke 54., 2021 in Budapest Zehnter, 2022 in Rom Fünfter und 2024 Vierter. Leicht wird es auch diesmal nicht, doch der OSV-Athlet sieht sich auch auf dem 50er im Kreis der Medaillenanwärter. Der 100er-Vorlauf und das -Semifinale sind für Mittwoch angesetzt, der Endlauf für Donnerstagabend.Nach den Paris-Spielen ist Bucher vom Trainingsstützpunkt Linz seinem Coach Florian Zimmermann nach Innsbruck gefolgt, auch wenn es in seiner engeren Heimat schlechtere Trainingsbedingungen gibt. Auch deswegen zieht es Bucher seither immer wieder einmal in die Ferne. „Im Freibad im Tivoli sind die Bedingungen auch im 50-m-Becken nicht top. Das Wasser ist meistens zu kalt, da kann oder will ich nicht sprinten“, gab er Einblick. Der Misere entfloh Bucher etwa bis kurz vor dem Abflug nach Paris für eine Woche mit Zimmermann für ein Solo-Training nach Meran.
In eine etwas exotischere Destination war es für ihn im Jänner/Februar gegangen, das Ziel war Malaysia. „Ich war ziemlich genau einen Monat dort, es war extrem cool“, erzählte Bucher auch über für ihn sehr angenehme Temperaturen um die 30-Grad-Marke – bei allerdings relativ hoher Luftfeuchtigkeit. Trainiert habe er u.a. in einem Becken am Dach einer Wohnanlage. „Wenn ich das mit Tirol vergleiche: Sie haben dort mehr 50-m-Becken in Wohnkomplexen als wir in ganz West-Österreich“, wies Bucher darauf hin, dass es hierzulande weiter viel Nachholbedarf gibt.
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