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Lisa Fissneider bei den Italienmeisterschaften Auch in der Staffel kommt Lisa regelmäßig zum Einsatz

Talentscout: Lisa Fissneider

Lisa Fissneider ist eine der größten Schwimmnachwuchshoffnungen Italiens über 50 und 100 Meter Brust. Warum das so ist, erscheint eigentlich logisch: Sie wohnt in der Nähe des Kalterer Sees und ist die Tochter des ehemaligen Wettkampfschwimmers Klaus Fissneider. Neben ihrem Vater waren auch ihre Tante Heidi und ihr Onkel Heinz erfolgreiche Wassersportler. Der 15-Jährigen wurde das Schwimmen wohl in die Wiege gelegt.

Als Lisa Fissneider gerade einmal fünf Jahre alt war, da absolvierte sie den ersten Schwimmkurs am heimischen See und feierte alsbald unter der Obhut ihres Vaters erste Erfolge bei Nachwuchs-Schwimmrennen. Da es in Kaltern keinen Schwimmverein gab und gibt, startete die heutige Handelsoberschülerin für den SSV Bozen. Bei diesem Verein blieb sie insgesamt fünf Jahre und entwickelte sich stetig weiter. Als 12-jährige wechselte die Kaltererin nach Meran zum SC Meran.

Trainiert wurde sie dort von Volker Müller. Seit dieser Saison startet Lisa für den Bozner Schwimmclub Bolzano Nuoto, wo Trainer Dario Taraboi das Sagen hat. Der Wechsel von Meran nach Bozen war eine Zeitfrage, denn nach Meran musste die Schülerin immer von ihrer Mutter gebracht werden, die sie in ihrem Sport immer sehr unterstützte, obwohl die Freude am Sport vom Vater kam. In Bozen kann die Schwimmerin nach der Schule mit dem Stadtbus zum Training am Pfarrhof fahren.

Der Wechsel von Meran und Bozen brachte mit sich, dass die Trainingsintensität von drei bis vier Trainingseinheiten in der Woche auf fünf Trainingseinheiten gesteigert werden konnte. Dass sich dieser Umstand positiv auf die Leistungen auswirkt, zeigte Lisa bereits bei den Italienmeisterschaften und auch wenig später bei der Kurzbahn-Europameisterschaft in Istanbul in der Türkei im vergangenen Jahr.

„Stilmäßig und von der Technik hat sich durch den Wechsel von Meran nach Bozen nicht viel geändert. Durch die Nähe zu meinem Wohnort und der Schule kann ich einfach nur intensiver und öfter trainieren, erklärt Fissneider ihre Leistungssteigerung vom letzten Jahr. „Das Training in Meran oder Bozen unter den Trainern Müller und Taraboi ist nicht anders geworden. Wäre ich aber beim SC Meran geblieben, könnte ich neben der Schule nicht so häufig trainieren“, analysiert die Brustschwimmerin den positiven und grundsätzlichen Aspekt ihres Wechsels.

Auf du und du mit den Schwimmstars
„Bei den Italienmeistschaften im vergangenen Oktober war ich selbst von meinen starken Leistungen überrascht und die damit erreichte Qualifikation für die Kurzbahneuropameisterschaft in Istanbul war ein Höhepunkt. Vor allem das Zusammentreffen mit den Großen des Schwimmsports wie Biedermann oder Pellegrini war etwas ganz besonderes. Mit diesen Stars ein paar Worte wechseln zu können ist schon etwas besonderes“, meint Fissneider immer noch ganz begeistert von den Eindrücken aus der Türkei.
Zur Zeit bereitet sich die Kaltererin auf die Schwimmmeisterschaften „Sette Colli“ vor, die im Juni stattfinden. Diese gelten auch gleichzeitig als Qualifikation für die in Finnland stattfindende Jugend-Europameisterschaft. Weiter steht noch die Italienmeisterschaft der Junioren und der allgemeinen Klasse im August auf dem Programm. In der allgemeinen Klasse geht es auch gleichzeitig um die Qualifikation für die Europa- und Weltmeisterschaften.

Für andere Hobbys bleibt wenig Zeit
Die Trainingsgruppe in Bozen besteht aus 20 Nachwuchsschwimmern, die allesamt bei den Italienmeisterschaften dabei waren. Das Training, das immer um am Abend um 18 Uhr staffindet, startet immer mit Aufwärmübungen am Beckenrand. Dann geht es ins Wasser wo für 400 Meter weitere Aufwärmübungen stattfinden. Während des Trainings werden alle Schwimmstile trainiert, wenngleich das Hauptaugenmerk bei jedem Schwimmer auf die Spezialdisziplinen gelegt werden. Das Training dauert in der Regel zwei Stunden. „Mir gelingt es eigentlich recht gut die Schule und den Wettkampfsport unter einem Hut zu bringen. Im Grunde ist alles nur eine Sache der Einteilung, schlussendlich muss aber alles, was man macht Spaß machen, ansonsten schafft man gar nichts“ beschreibt die Schülerin der HOB-Fachrichtung Europa ihre Einstellung zum Tagesablauf.

Für Freizeit bleibt bei einem solch straffen Tagesablauf wenig. Wenn es aber die Zeit zulässt, verabredet sich Lisa wie ihre gleichaltrigen mit ihren Freundinnen.

„Sport muss Leidenschaft sein, auch wenn es einmal nicht so gut läuft, darf man nicht aufgeben“ versucht Fissneider ihre sportliche Einstellung zu beschreiben. Dass nicht immer alles planmäßig abläuft hat Lisa in ihrer noch jungen Karriere bereits erlebt. Während des Turnunterrichts ist ihr Ende Jänner der Meniskus gerissen und sie musste sich einer Knieoperation unterziehen. Dadurch konnte sie erst Mitte März das Training wieder aufnehmen. Bei den darauffolgenden Wettkämpfen lief es dann verständlicherweise nicht so gut, zudem kam auch noch eine Bauchgrippe hinzu, die die Kaltererin zusätzlich schwächte. Trotz dieser Rückschläge bleibt der Traum von Olympia 2012 in London weiterhin bestehen…

Autor: sportnews

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