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Das Podium der Frauen mit Mäkäräinen, Kuzmina und Domracheva (Fotos: Manzoni) Anastasiya Kuzmina auf dem Weg zum ersten Saisonsieg Karin Oberhofer aus Feldthurns Vor dem Rennen wurden Lissa Leitgeb und Priska Berger Blumen überreicht

Anastasiya Kuzmina erste Siegerin in Antholz - AUDIOS

Sprint-Olympiasigerin Anastasya Kuzmina hat das Eröffungsrennen über 7,5 km in Antholz gewonnen. Die 28-jährige Slowakin setzte sich vor der Finnin Kaisa Mäkäräinen und der Weißrussin Darya Domracheva durch. Ein ausgezeichnetes Rennen lief Karin Oberhofer aus Feldthurns, die überraschend den Sprung in die Top-Ten schaffte und Achte wurde.

Der Sprintbewerb der Frauen hat die Weltcupwoche in Antholz offiziell eröffnet. Das Rennen begann mit einer Gedenkminute für die leider viel zu früh verstorbenen Hubert Leitgeb und Herbert Berger. Am 4. Februar des Vorjahres wurden der Rennleiter der Weltcuprennen, Hubert Leitgeb und sein Schwager Lorenz Keim unter einer Lawine verschüttet, nur fünf Monate später verstarb nach langer Krankheit der langjährige Vizepräsident des OK und Bürgermeister von Rasen-Antholz, Herbert Berger. Hubert war erst 46, Herbert nur zwei Jahre älter. Beide haben in der Antholzer-Biathlon-Familie ein riesiges Loch hinterlassen. Den Ehefrauen Lissa und Priska wurde vor Rennbeginn von OK-Chef Gottlieb Taschler ein Blumenstrauß überreicht.

Das Rennen wurde anschließend von der Slowakin Kuzmina dominiert. Schon nach dem ersten Schießen lag sie in Führung und hat diese bis ins Ziel nicht mehr abgegeben. Die Olympiasiegerin blieb am Schießstand fehlerlos und beendete das Rennen nach 20:28.6 Minuten. Für die Biathletin aus Banska Bystrica war es der dritte Weltcupsieg. In Antholz hat sie noch nie gewonnen, war aber schon zweimal Zweite, im Vorjahr im Massenstart und vor zwei Saisonen im Sprint. Aufs Podest stiegen heute auch die Finnin Kaisa Mäkäräinen (+16,7 Sekunden) und die Weißrussin Darya Domracheva (+21.9). Beide ließen eine Scheibe am Schießstand stehen.

Olena Pidhrushna aus der Ukraine, die nach dem zweiten Schießen noch ganz knapp hinter Kuzmina lag, musste sich im Ziel mit Rang 4 begnügen. Fünfte und beste Deutsche wurde Nadine Horchler. Die Weltcup-Führende Tora Berger belegte den enttäuschenden 14. Rang, das war ihr bisher schlechtestes Ergebnis in diesem Winter.

Zufriedene Gesichter sah man hingegen bei Gastgeber Italien. Karin Oberhofer zeigte eine ausgezeichnete Leistung und lief auf Platz 8, 41,2 Sekunden hinter Kuzmina. So gut war sie im Weltcup noch nie. Die 27-Jährige aus Feldthurns bestätigte damit ihre guten Ergebnisse von Oberhof, wo sie vor zwei Wochen 11. im Sprint und 13. in der Verfolgung wurde. Oberhofer hätte sogar noch besser abschneiden können, denn nach dem zweiten Schießen lag sie auf dem dritten Platz, hat dann aber in der Loipe wertvolle Zeit liegen gelassen.

Auch die restlichen vier “Azzurre” schafften den Sprung in die Weltcuppunkte. Die einzige Nicht-Südtirolerin im Rennen, Nicole Gontier wurde 27., Dorothea Wierer, 29., Michela Ponza 38. und Alexia Runggaldier 40.


Ergebnisse Weltcup Antholz (17. Jänner 2013)

Frauen 7,5 km Sprint
1. Anastasiya Kuzmina (SVK) 20.28,6 (0 Fehlschüsse)
2. Kais Mäkärainen (FIN) +16,7 (1)
3. Darya Domracheva (BLR) +21,9 (1)
4. Olena Pidhrushna (UKR) +26,1 (0)
5. Nadine Horchler (GER) +36,1 (0)
6. Olga Vilukhina (RUS) +37,1 (0)
7. Marie Dorin Habert (FRA) +37,6 (1)
8. Karin Oberhofer (ITA/Feldthurns) +41,2 (0)
9. Olga Zaitseva (RUS) +44,3 (0)
10. Gabriela Soukalova (CZE) +46,0 (0)
11. Teja Gegorin (SLO) +46,6 (2)
12. Selina Gasparin (SVI) +1.01,2 (2)
13. Krystyna Palka (POL) +1.06,8 (1)
14. Tora Berger (NOR) +1.08,4 (3)
15. Magdalena Gwizdon (POL) +1.08,9 (2)

27. Nicole Gontier (ITA) +1.25,8 (2)
29. Doroithea Wierer (ITA/Rasen) +1.33,2 (1)
38. Michela Ponza (ITA/St. Christina) +1,58,0 (1)
40. Alexia Runggaldier (ITA/St. Christina) +1.59,9 (1)


Stimmen aus Antholz

Nach dem Sprint-Rennen stellten sich Siegerin Anastasiya Kuzmina (SVK), Kaisa Mäkäräinen (FIN/Zweite), Darya Domracheva (BLR/Dritte) und Karin Oberhofer (ITA/8.) den Fragen der Journalisten.

Anastasiya Kuzmina (SVK), Siegerin: „Antholz ist ein besonderer Ort, ein glücklicher Ort für mich. In diesem Stadion bin ich meistens schnell. Die Atmosphäre ist gut und immer wenn ich hierher komme, bekomme ich ein gutes Gefühl. Ich bin glücklich hier zu sein und auch überrascht, dass es so gut gelaufen ist.“

Kaisa Mäkäräinen (FIN), Zweite: „Eigentlich liebe ich die Höhe überhaupt nicht. Es ist in der Loipe schwer, und auch am Schießstand. Aber irgendwie geht es hier in Antholz immer gut für mich, deshalb ist es schon ok. Meine Form steigt im Hinblick auf die WM, es fühlt sich super an.“

Darya Domracheva (BLR), Dritte: „Jeder weiß, dass Kaisa in der Loipe sehr schnell sein kann. Deshalb ist es für mich keine große Überraschung, dass sie mich heute geschlagen hat. Was das Verfolgungsrennen angeht, so habe ich die gleich guten Chancen zu gewinnen, wie vor jedem anderen Wettkampf. Denn man kann immer gewinnen. Jedenfalls ist alles möglich.“

Karin Oberhofer (ITA), Achte und beste „Azzurra“: „Es ist ein Wahnsinn, dass ich mein bestes Weltcupergebnis vor eigenem Publikum geschafft habe. Es ist für mich wie ein Sieg, einfach gewaltig. Ich habe schon mitbekommen, dass ich nach dem zweiten Schießen an dritter Stelle lag. Ich habe gemeint, dass ich in der letzten Runde noch ein bisschen was dazu tun kann, es war aber nicht mehr drin. Für den Samstag habe ich eine super Ausgangsposition, aber man muss erst schauen wie es laufen wird. Es gehört auch viel Glück dazu.“

Autor: sportnews