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In Antholz finden 2026 die olympischen Biathlon-Wettkämpfe statt. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Antholz legt die Karten auf den Tisch

Drei Tage lang tagten Sportjournalisten aus der ganzen Welt beim Forum Nordicum in Kranjska Gora (Slowenien). Dabei ging es um die Entwicklungen im nordischen Skisport generell – aber im Detail auch um Antholz als Olympia-Standort und eine große Kostenfrage.

Von Luis Mahlknecht aus Kranjska Gora


Dabei war der aufschlussreichste Tag bei der Tagung in Slowenien war derjenige, der sich mit der Internationalen Biathlon Union (IBU) und den Biathlon-Veranstaltern beschäftigte. Zuvor hatte es den FIS-Tag gegeben, wo man mit vielen Informationen versorgt wurde, wo man aber auch eine klare Strategie für die Zukunft vermissen musste. Sei es im Langlauf, wie auch in der Nordischen Kombination wie im Skisprung scheint es die Devise zu sein, möglichst viele Wettkämpfe im Programm vorzusehen. Das zeigt sich bei den Springern, die einen Weltcup von Allerheiligen bis Mitte in den April vorsehen, während die Langläufer ihr Heil darin suchen, die Wettkämpfe für Männer und Frauen nach identischen Kilometer-Zahlen zu planen.

Ein besonderes Kapitel stellten hier die Nordischen Kombinierer dar, denen im Frühjahr mitgeteilt wurde, Frauen würden nicht zu Olympia zugelassen (allen Beteuerungen über „Gender Equality“ zum Trotz). Nun will man noch mehr die sich rasch entwickelnde Sportart besser präsentieren, auch wenn die (maßgeblichen) Fernsehzeiten recht dürftig sind, was auch für das Damen-Skispringen gilt.

Einen Schimmer Hoffnung für Athleten aus Russland und Weißrussland eröffnete FIS-Vizepräsident Michel Vion, der konkret meinte, dass im anstehenden Winter wiederum Sportler aus diesen Nationen zugelassen werden könnten. Denn vor allem Skilanglauf ohne Russen wären ansonsten ein Muster ohne Wert, so seine Meinung.

FIS-Vizepräsident Michel Vion sprach beim Forum Nordicum in Slowenien. © APA/AFP / FABRICE COFFRINI


War der FIS-Tag also ernüchternd, umso zukunftsorientierter gab sich am kommenden Tag die IBU, wo Christian Winkler, Daniel Böhm und Borut Nunar aktuelle Informationen zur Entwicklung im Biathlon-Bereich gaben. Auch hier gab es Neuwahlen des Vorstandes, doch im Gegensatz zur FIS lief alles ohne Polemiken ab, und der Vorstand kann nun sorglos seine Arbeit aufnehmen. Neben den personellen Entscheidungen (wir werden darüber zum gegebenen Zeitpunkt informieren) gibt es für 2022/23 auch die Neuregelung, dass es im Weltcup keine Streichresultate mehr geben wird und dass die Top-6-Platzierungen besser honoriert werden.

Antholz rechnet mit Ausgaben von 23 Millionen Euro

Neben den institutionellen Informationen des Weltverbandes gab es am Biathlon-Tag in Slowenien auch die Präsentation verschiedener Organisatoren im Winter 2022/22, unter anderem der Weltmeisterschaft in Oberhof (Deutschland) und der EM in Lenzerheide (Schweiz). Hier stellten auch Vertreterinnen aus Antholz die Arbeiten im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2026 vor. Dabei legten die Vortragenden die Karten ganz transparent auf den Tisch. 6,5 Millionen Euro koste allein die neue Beschneiungsanlage samt Wasserspeicher (das Wasser vom Antholzer See darf nicht verwendet werden), dazu kommen die Umbauten, die größtenteils aufgrund der Auflagen des Olympischen Komitees (IOC) notwendig sind, so ein Waffenlager im Biathlonstadion. Alles würde eine Ausgabe von 23 Millionen Euro beinhalten, die fast hundertprozentig durch öffentliche Gelder abgesichert ist. Dazu lud Erika Pallhuber auch die Interessierten ein, am 9. Oktober zum „Tag der offenen Tür“ nach Antholz zu kommen.

Das Forum Nordicum 2022 stand auch ganz im Zeichen der Vorbereitungen auf die Nordische WM 2023 in Planica. Neben der Besichtigung der Anlagen im Oberkrainischen Wintersporttal standen auch reichliche Informationen zu den Wettkämpfen im Februar 2023 im Programm. Die Idee, den 50km-Langlauf in Tarvis (Italien) zu starten und über die Grenze nach Slowenien zu führen, scheint sich zerschlagen zu haben, ansonsten aber ist die Vorfreude im nordwestlichen Zipfel des Landes enorm.


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