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Auch Vebjørn Sørum ist betroffen. © APA/afp / TOBIAS SCHWARZ

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Auch Vebjørn Sørum ist betroffen. © APA/afp / TOBIAS SCHWARZ

Aufgeheizte Stimmung im norwegischen Biathlon-Team

Die Kaderstreichungen haben im norwegischen Biathlonteam für Unruhe und Unverständnis gesorgt. Mehrere Athleten kritisieren die Entscheidung als zu hart und stellen den Umgang des Verbands mit etablierten Kräften infrage.

Die Entscheidung des norwegischen Biathlonverbands, Vebjørn Sørum und Endre Strømsheim aus dem Nationalkader zu streichen, sorgt weiterhin für Unruhe. Besonders innerhalb der Mannschaft wächst das Unverständnis. Vetle Sjåstad Christiansen bezeichnete die Entscheidung als „sehr hart“ und betonte, dass Sørum und Strømsheim über Jahre „sehr wertvolle Teammitglieder“ gewesen seien.


Gerade nach einer Saison, die von Krankheiten und Verletzungen geprägt war, hätte man aus seiner Sicht „mehr Geduld“ zeigen müssen. Christiansen sieht zwar die Härte des Spitzensports, warnt aber gleichzeitig vor unnötiger Härte: „Spitzensport ist brutal“, erklärte er, gleichzeitig müsse es jedoch einen Mittelweg geben.

„Schockiert und enttäuscht“

Noch schärfer äußerte sich Strømsheim selbst. Der Weltmeister zeigte sich nach seiner Nichtberücksichtigung für die kommende Saison „schockiert“ und „enttäuscht“. Besonders kritisch sieht er den Umgang des Verbands mit den Athleten. „Es ist Gebrauch und Wegwerfen“, lautete sein Vorwurf. Strømsheim bemängelte zudem, dass ihm unmittelbar nach der Kaderstreichung zunächst kein sportliches Angebot gemacht worden sei. Er hoffe deshalb, dass die Verantwortlichen künftig lernen würden, „die Athleten mit Respekt und Interesse“ zu behandeln. Auch Sørum stellte sich hinter die Kritik seines Teamkollegen.

Auch Endre Strømsheim wurde aus dem Kader gestrichen. © APA/afp / TOBIAS SCHWARZ

Auch Endre Strømsheim wurde aus dem Kader gestrichen. © APA/afp / TOBIAS SCHWARZ


Für zusätzliche Brisanz sorgt, dass auch Johan-Olav Botn die Entscheidung nicht vollständig nachvollziehen kann. Ausgerechnet Botn rückte gemeinsam mit Isak Leknes Frey in den Elite-Kader auf und profitierte damit direkt von der Neuordnung. Dennoch habe die Entscheidung bei ihm „einige Gedanken in Gang gesetzt“.

Auch Johannes Dale-Skjevdal äußerte sich kritisch. Beide Athleten hatten schwache Saisons hinter sich, doch innerhalb der Mannschaft wird die Frage gestellt, ob deshalb gleich der komplette Ausschluss aus dem Nationalkader notwendig war. Sportchef Lars Mæland verteidigt dagegen die Entscheidung und verweist auf die geltenden Auswahlkriterien und die sportlichen Resultate. Damit bleibt der Konflikt zwischen Leistungsprinzip und dem Wunsch nach mehr Geduld mit etablierten Athleten bestehen.

Schlagwörter: Wintersport Biathlon Norwegen

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