
Rebecca Passler und ihre Anwälte plädieren auf Freispruch. © Pierre Teyssot
Banges Warten in der Doping-Causa Rebecca Passler
Es war das vorherrschende Thema am Dienstag in Antholz: Die Anhörung von Rebecca Passler vor dem internationalen Sportgerichtshof (CAS). Die Verzögerung beim Urteilsspruch feuert die Spekulationen zusätzlich an.
10. Februar 2026
Aus Antholz

Von:
Alexander Foppa
Hotel Hilton in Mailand, Dienstag 10.30 Uhr. Es waren dies Ort und Uhrzeit für die Anhörung in der Doping-Causa Rebecca Passler. Doch bereits lange zuvor war die Angelegenheit Gesprächsthema Nummer eins im Medienzentrum in Antholz. Die ersten Olympia-Tage in Südtirol? Der anstehende Einzelauftakt der Männer? Tommaso Giacomels Medaillenjagd? Gestern Morgen alles nur Randnotizen.
Viele der knapp 300 anwesenden Journalisten wollten schnellstmöglich darüber informiert sein, wie die Ad-hoc-Kammer des CAS über den Fall Passler urteilt. Allerdings warteten sie vergeblich. Aus den Hotelräumen im Mailänder Stadtzentrum, dort, wo die Entscheidungsträger während Olympia tagen, sickerten keinerlei Informationen durch.
Der Internationale Sportgerichtshof hat für die Olympischen Spiele eine Ad-hoc-Kammer geschaffen. © APA/afp / FABRICE COFFRINI
Der Urteilsspruch obliegt dem Präsidenten der Ad-hoc-Kammer, dem US-Amerikaner Michael Lenard. Er blickt auf eine lange Laufbahn als früherer Olympia-Handballer, Funktionär und Wirtschaftsanwalt. Sein Hauptanliegen: ein sauberer, dopingfreier Sport. Ihm zur Seite stehen die Vizepräsidentin Corinne Schmidhauser (Schweiz) sowie die Kammermitglieder James Drake (Australien), Isabelle Fellrath (Schweiz), Luigi Fumagalli (Italien), Joongi Kim (Südkorea), Annett Rombach (Deutschland), Marianne Saroli (Kanada); weitere Experten können online zugeschaltet werden.
Ein amerikanischer Richter entscheidet
In Fällen wie diesen wird ein Beschluss in der Regel innerhalb von 24 Stunden nach der Anhörung bekannt gegeben. Passler und ihre Verteidiger, ein in Dopingverdachtsfällen erprobtes Anwaltsteam, werden in der Folge als Erste über den Urteilsspruch informiert.Ein solcher könnte die sofortige Aufhebung der Suspendierung bewirken. Ein Einsatz der 24-jährigen Antholzerin bei ihren Heim-Winterspielen scheint jedoch – stand heute – so gut wie ausgeschlossen. Sollte sich jedoch bewahrheiten, dass die Richtwerte beim nachgewiesenen Medikament Letrozol nur geringfügig überschritten wurden, so könnte dies Passlers These von „fehlender Absicht“ stützen. Ob das für einen Freispruch oder eine verkürzte Sperre reicht, muss sich noch zeigen. So lange müssen sich auch die Journalisten in Antholz noch gedulden.
Profil bearbeiten
Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

Kommentare (0)