
Eine Mure erfasste das Biathlonzentrum in Antholz. © Feuerwehr Antholz Mittertal
Italiens Biathletinnen entgehen Murenabgang in Antholz
Es waren Bilder der Verwüstung, die sich am Freitagabend im Biathlonzentrum in Antholz boten. Eine Mure hatte die Südtirol Arena erfasst. Genau dort, wo noch im Winter Olympia-Medaillen vergeben wurden und Italiens beste Biathletinnen aktuell ihre Saisonvorbereitung abhalten.
01. August 2026

Von:
Alexander Foppa
Am Freitag gegen 18 Uhr trat der Riepbach nach einem Gewitter über die Ufer. Geröll, Gestein und Schlamm drückten zunächst durch den Wald beim Biathlonstadion, dann hinter dem Tribünenbereich entlang bis auf den darunterliegenden Parkplatz. Die Antholzer Straße und die Rollerbahn, die im Sommer für Athleten und Gäste geöffnet ist, wurden ebenfalls getroffen.
Die gute Nachricht: Es gab keine Verletzten, denn zum Zeitpunkt des Murenabgangs befand sich niemand im betroffenen Bereich, auch keine Biathletinnen.
„Die Athletinnen haben erst in der Unterkunft davon erfahren“ Biathlon-Sportdirektor Klaus Höllrigl
Stunden zuvor hatten Italiens beste Skijägerinnen, nämlich Rebecca Passler, Hannah Auchentaller, Lisa Vittozzi und Martina Trabucchi, noch in der Südtirol Arena trainiert. „Sie haben erst am Abend in ihrer Unterkunft vom Murenabgang erfahren“, schildert Klaus Höllrigl, Italiens Biathlon-Chef.
Geröll und Schlamm flossen entlang der Haupttribüne. © Feuerwehr Antholz Mittertal
Auch wenn die Bilder für Schrecken sorgten: Im Biathlonzentrum selbst hält sich der Schaden in Grenzen. „Aktuell ist alles gesperrt“, sagt Erika Pallhuber auf SportNews-Nachfrage. Die Generalsekretärin des Antholzer Biathlonkomitees ist seit Samstagmorgen vor Ort und macht sich ein Bild von der Lage. „In einige Räumlichkeiten ist Wasser und Schlamm eingedrungen, zudem wurde ein Bereich der Rollerbahn vermurt. Ansonsten sind die Wettkampfstätten, allen voran die Schießstandanlage, verschont geblieben. Zum Glück.“
„Aktuell ist alles gesperrt“ Erika Pallhuber, Generalsekretärin Biathlon Antholz
Sobald die Südtirol Arena wieder zugänglich gemacht wird, bestünde für die Biathletinnen also die Möglichkeit, ihre Saisonvorbereitung in Antholz fortzusetzen. „Die nächsten Stunden werden zeigen, wo und wie wir unser Training fortsetzen. Eventuell werden wir umdisponieren“, verrät Höllrigl. Am Samstag gehe es jedenfalls wie geplant weiter, „da wir ohnehin vorhatten, längere Ausdauereinheiten abseits des Biathlonzentrums durchzuführen.“
Training läuft weiter
Der Großteil des Nationalteams rund um Tommaso Giacomel absolviert seine Saisonvorbereitung dieser Tage in Obertilliach in Osttirol, dort läuft weiter alles nach Plan. Passler, Auchentaller, Vittozzi und Trabucchi müssen dagegen abwarten, ob ihr Vorbereitungscamp in Antholz wie vorgesehen bis zum 6. August fortgesetzt werden kann. So lange dürften wohl auch noch die Aufräumarbeiten rund um die hochmoderne Südtirol Arena andauern.Profil bearbeiten
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