e Biathlon

In Ridnaun ist zurzeit der IBU-Cup zu Gast

Biathlon-Geschichten aus Ridnaun

In Ridnaun ist dieser Tage der IBU-Cup, also die zweitwichtigste Biathlon-Rennserie nach dem Weltcup, zu Gast. Luis Mahlknecht hat sich für SportNews Zeit genommen und einige Kuriositäten zusammengetragen.

Ein schöner Schneefall Anfang November. Dann aber hohe Temperaturen, Regen und Föhn. Der erste Schnee schmolz in Ridnaun dahin wie Honig aus dem Topf, und echte Zweifel an der Durchführung der ersten saisonalen Wettkämpfe kamen auf. Doch kalte Tage Ende des Monats und vor allem die Tüchtigkeit der Organisatoren um Walter Hochrainer ermöglichten es, eine gut drei Kilometer lange Spur zu bereiten. Und so stand einem Italienpokalrennen am 3. und 4. Dezember und jetzt dem IBU-Cup nichts mehr im Wege. Von allen Athleten gab es nur Lob für die Strecken und die Neugestaltung des Start-Ziel-Bereiches. „Ich bin von Norwegen direkt hierhergekommen, weil ich bei mir zu Hause keine solchen Bedingungen habe“, erzählte beispielsweise Thierry Chenal. Der Aostaner kommt mit einigen anderen Burschen aus dem italienischen Team im Sprint zum Einsatz.

***

Dass man als Heimmannschaft auf den Einsatz von Frauen verzichtet hat, löst bei manchen Beobachtern nur Kopfschütteln hervor. Einer Carmen Runggaldier oder einer Eleonora Fauner hätte man zumindest eine Chance bieten können.

***

Immer wieder trifft man in Ridnaun auf Bekannte, die sportlich „fremd“ gehen. So ist der Grödner Ubald Prucker, ehemals Chef der gesamten italienischen Biathlonbewegung, seit mehreren Jahren schon mit den Japanern unterwegs. Armin Kasslatter ist bei den Schweizern als „Mann für alles“ gefragt und sehr beliebt, Jo Obererlacher aus Obertilliach ist ohnehin ein „Exoten-Betreuer“ (diesmal kümmert er sich um die Australier), und bei den Slowaken wirkt der Bruder von Isabella Filippi als Wachstechniker mit.

***

Der IBU-Cup ist oft das Sprungbrett für den Weltcup. Für die deutsche „Umsteigerin“ Denise Herrmann erfüllte sich diese „Aufzugfunktion“ rascher als erwartet. Sie hatte in Beitostolen gleich ihr erstes Rennen gewonnen, überzeugte in Ridnaun auch in der gemischten Staffel. Und als dann aus Pokljuka die Nachricht der Erkrankung von Franziska Preuß eintraf, setzte man die einstige Langläuferin in ein Auto und fuhr sie nach Slowenien. Auch für Elisabeth Högberg aus Schweden hieß es nach den Donnerstag-Rennen, ins Auto nach Pokljuka zu fahren. Die beste Kuchenbäckerin der Biathlonfamilie hat aber schon reichlich Erfahrung im Weltcup.

***

Apropos Schweden: Seit gut einem Jahr wirkt eine überaus sympathische Biathletin im Drei-Kronen-Team mit. Es handelt sich um Chardine Sloof, die einst als Juniorin Sportgeschichte geschrieben hatte. 2012 gewann sie im finnischen Kontiolahti den Junioren-Weltmeistertitel für ihr Heimatland, die Niederlande. Als Wanderhändler für Käsespezialitäten war Familie Sloof einst nach Schweden ausgewandert, dort hatte Chardine den Biathlonsport entdeckt und lieben gelernt. Ende 2015 wurde sie eingebürgert, jetzt läuft sie engagiert im blau-gelben Dress.




Autor: sportnews

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2019 Sportnews - IT00853870210