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In Martell findet zurzeit eine Etappe des IBU-Cups statt

Biathlongeschichten aus Martell

Dieser Tage findet in Martell eine Etappe des IBU-Cups statt. Dabei gibt es auch immer die eine oder andere kuriose Geschichte.


Von Luis Mahlknecht

Biathlonveranstaltungen in Martell haben letzthin meistens einen ungebetenen Gast dabei: starken Wind. Trotzdem ist es auch diesmal gelungen, einen tollen Wettkampftag über die Bühne zu bringen. Auch, weil die freiwilligen Helfer bereits ab 5 Uhr morgens vor Ort waren, die Strecke vor heruntergefallenen Ästen befreiten und sonst rundum sorgten, dass es planmäßig zum Wettkampf kommen konnte. Auch das Transparent für die Siegerehrungen wurde abmontiert und kurzfristig an anderer Stelle neu aufgebaut.

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Die Starterliste liest sich diesmal sehr sehr exotisch durch. Nicht nur Argentinier waren diesmal mit von der Partie, sondern auch – nach ewigen Zeiten einmal wieder – Biathleten aus der Mongolei. Die Sportler aus dem asiatischen Land bereiteten nicht nur dem Platzsprecher ordentliche Probleme mit ihren langen Namen, auch die Streckenposten mussten ein paar Mal helfend eingreifen, weil die Biathleten in den Abfahrten nicht den sichersten Eindruck erweckten. So schleppte ein gestürzter Mongole nach seiner Aufgabe sein Gewehr in zwei Teilen zur Ausgangskontrolle.

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Victoria Padial Hernandez ist eine spanische Einzelkämpferin im Biathlonsport. Mit ihrem Zwei-Personen-Team pendelt sie vom IBU-Cup zum Weltcup und wieder zurück. Die überaus trainingsfleißige Andalusierin (im Sommer bewältigte sie auf Skirollern den Anstieg zur Sierra Nevada, einen Autoreifen im Schlepptau mit sich ziehend) finanziert sich die sportliche Leidenschaft auch mit einem netten Kalender, den sie auch in Martell zum Verkauf anbot.

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Wo Martell ganz stark punktet, das ist in der Versorgung der Athleten, Betreuer, Mitarbeiter und VIPs. Sowohl im Family Club wie auch im „nobleren Bereich“ gibt es warme und kalte Speisen sowie Getränke nach Herzenslust, von professionellen Köchen zubereitet. Man hat dann nur die Qual der Wahl zwischen Nudeln in verschiedensten Saucen, Weiß- und Bratwürsten, Suppen, fleischlosen Gerichten oder deftigerer Kost. Und auf einem Ski prangt Südtiroler Speck. Zum Vergleich: An manchen anderen Biathlonorten gibt es just ein Brot mit einer Käsescheibe.

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Sie kehren immer wieder gerne zurück. Das war der Tenor zweier starker Athleten nach dem ersten Wettkampftag in Martell. Svetlana Sleptsova war hier 2007 eine der Hauptdarstellerinnen bei der Junioren-WM, auch wenn sie abschließend von der russischen Staffel ausgeschlossen wurde. Und Andreas Dahloe Waernes war im März 2016 in Martell erstmals auf ein IBU-Cup-Podest gelaufen. „Martell bringt mir einfach Glück“, lächelte die Sibirierin aus Khanty-Mansiysk nach ihrem zweiten Platz im Sprint, und der Norweger meinte: „Ich mag den Ort, ich mag die Leute, ich mag die Strecke. Ich habe alles daran gesetzt, hier starten zu dürfen. Und es hat sich gelohnt.“ Aussagen, die das OK-Team um Georg Altstätter auf Wolke sieben schweben lassen.




Autor: sportnews

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