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In Antholz herrscht Ausnahmestimmung. © NordicFocus / Federico Modica

Bier kommt direkt aus dem Lkw: Kurioses aus Antholz

Die Biathlon-Weltmeisterschaft in Antholz ist das größte Event Südtirols. Entsprechend beeindruckend sind auch die Zahlen, Fakten und Kuriositäten, die das ganze Drumherum hergibt.

Von Thomas Debelyak aus Antholz


Rund 150.000 Zuschauer werden in den 2 WM-Wochen in Antholz vor Ort sein, 300 Journalisten begleiten das Mega-Event, 1500 Helfer sorgen dafür, dass alles passt – Zahlen, die beeindrucken. Dass so viel Rummel auch organisatorische Meisterleistungen erfordert, ist klar. Einer, der in diesen beiden Wochen besonders viel zu tun hat, ist Manuel Ortner. Er ist nämlich der Lebensmittelchef und Verpflegungsminister in Antholz, sprich: Er muss Bestellungen aufgeben, Lieferungen in Empfang nehmen und sie an die richtigen Orte verteilen.

Manuel Ortner ist der „Verpflegungsminister“ in Antholz.


Die Fakten, die er aufzählt, sind imposant. So werden bei der Weltmeisterschaft in Antholz beispielsweise 40.000 Liter Bier konsumiert. Weil einfache Bierfässer viel zu klein sind, hat man in Antholz auf einen etwas unkonventionellen Schritt zurückgegriffen: Hinter der Arena steht ein Lkw mit Tanks, von wo aus das Bier direkt zur Theke geleitet wird und abgezapft werden kann. „3 Mal fährt der Lkw während der WM nach Rosenheim, um die Tanks aufzufüllen“, weiß Ortner.

Die Meraner Würsteln sind der Renner
Weitere Kuriositäten gefällig? 30.000 bis 40.000 Liter Mineralwasser, 2000 bis 3000 Liter Fruchtsäfte sowie 4000 bis 5000 Liter Coca Cola wandern während der WM über den Tresen. Täglich werden im Zuschauerbereich rund 5000 Mahlzeiten ausgegeben, dazu kommen noch 1800 Essen im Verpflegungszelt der Mitarbeiter. Zirka 25 Köche kümmern sich auf der ganzen Anlage darum, dass der Hunger der Fans, Helfer und Presseleute gestillt wird.

Typische regionale Produkte wie Speck sind sehr beliebt.


Der absolute Renner: Meraner Würsteln, von denen im WM-Zeitraum ungefähr 6000 Kilogramm ausgegeben werden, und Bratwürste (zirka 2000 bis 3000 Kilogramm). Zum Vergleich: „Bei einem normalen Dorffest kommt man hier nur schwer auf 100 Kilogramm“, erklärt Ortner. Leberkäse (2000 kg) und Hamburger (1000 kg) folgen dahinter. Ebenfalls sehr beliebt: Die Kreation eines Rasner Metzgers, nämlich Gyros – eine Spezialität aus Schweinefleisch, Gemüse und Sauce. Knapp 3000 Kilogramm werden hier insgesamt an den Mann und an die Frau gebracht. Nicht fehlen dürfen natürlich auch die Semmel, von denen während der WM knapp 19.000 Stück verzehrt werden.
Ein 17-Stunden-Tag
Auf Manuel Ortner wartet also jeden Tag viel Arbeit: Zwischen 5 und 6 Uhr morgens muss er schon am Stadion antanzen, um die Lieferungen in Empfang zu nehmen und sie an die diversen Orte zu verteilen. Am Nachmittag werden die Essensbestellungen für den nächsten Tag gemacht, am Abend dreht er noch eine Runde, um die Getränkestände zu checken und Nachbestellungen zu machen. „Vor 22 Uhr ist selten Schluss“, erklärt er.

Feiern gehört in Antholz mit dazu.


Im „normalen“ Leben arbeitet Ortner als Baustellentechniker und kümmert sich um den Einkauf. „Dort bekommt man schon ein bisschen ein Gespür“, sagt er. Mittlerweile hat er aber auch große Erfahrung gesammelt. „Seit 2006 bin ich in Antholz im Bereich der Verpflegung tätig.“ Sein erstes großes Event war die WM 2007. „Damals wurden noch 28.000, 29.000 Liter Bier ausgeschenkt, also gut 11.000 Liter weniger als heuer. Man muss aber auch sagen, dass damals 2 Wettkämpfe weniger waren.“

Alkoholfreies Bier im Trend
Trotzdem ist das Event in Antholz mittlerweile von einer ganz anderen Dimension wie noch vor 13 Jahren. Was Ortner überrascht: „Heutzutage trinken die Leute mehr alkoholfreies Bier. Vor 2 Jahren haben wir vielleicht 30 Kisten benötigt, heute sind es zwischen 250 und 300. Und: Die Leute essen mehr und trinken weniger.“

Trotz all dem Rummel und der Größenordnung setzt man in Antholz auf Regionalität. „Das gesamte Fleisch beziehen wir von einem Metzger in Rasen, Brot und Kuchen kommen ebenfalls von einem örtlichen Bäcker“, erklärt Ortner. Nur beim Bier sei es wegen der Sponsorenverträge mit deutschen Brauereien etwas schwieriger. Dafür ist das Prozedere mit dem direkten Abzapfen vom Lkw deutlich spektakulärer.

Autor: det

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